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Die Afrikanische Schweinepest (ASP) – eine Gefahr für unsere Wild- und Hausschweine

Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Erreger dieser meist tödlichen Schweinekrankheit ist das „African Swine Fever Virus“ (ASFV), welches ursprünglich in den afrikanischen Ländern heimisch ist. Dort wird es vor allem über Lederzecken von wildlebenden Warzen-Schweinen auf Hausschweine übertragen. Eine Ansteckung ist hierzulande möglich über Kontakt mit Blut von infizierten Schweinen, aber auch über andere Körperflüssigkeiten, infizierte Gegenstände oder über Lebensmittel aus infizierten Schweinen. Vermutlich durch Reisende oder Warenverkehr gelangte das Virus 2007 nach Georgien und verbreitete sich über den Kaukasus in mehrere Länder.

Seit 2014 sind mehrere osteuropäische Staaten betroffen, mit Ausbrüchen in Tschechien und 2018 auch in Ungarn und Bulgarien ist eine Ausbreitung Richtung Westen erkennbar.
Mittlerweile hat die Tierseuche Westeuropa erreicht: In Belgien wurde Anfang September 2018 bei Wildschweinen ASP nachgewiesen. Durch die räumliche Nähe ist das Risiko einer Einschleppung nach Deutschland aktuell sehr groß.

 


Video des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI)
über die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest.

Ungefährlich für Menschen und andere Tiere

Die Klassische und die Afrikanische Schweinepest sind zwei ähnlich verlaufende Erkrankungen bei Schweinen, werden aber durch unterschiedliche Viren verursacht. Beide sind nur für Schweine sehr gefährlich, Menschen oder andere Tiere können sich nicht anstecken. Gegen die Klassische Schweinepest gibt es einen Impfstoff, gegen die Afrikanische Schweinepest nicht. Klassische Schweinepest ist schon mehrmals in Deutschland aufgetreten, Afrikanische Schweinepest noch nie.

Die Tierärztliche Hochschule Hannover hat einen Film über die wichtigsten Hinweise zur Afrikanischen Schweinepest veröffentlicht:

Video der Tierärztlichen Hochschule.

Wie kommt das Virus nach Deutschland?

Das FLI sieht eine hohe Gefahr, dass die ASP in Deutschland eingeschleppt wird, und warnt vor verheerenden Folgen für Tiergesundheit und Handel. Neben der wandernden Wildschweinepopulation sind besonders der Personen- und Fahrzeugverkehr zwischen den benachbarten Ländern und Deutschland wichtig. Insbesondere Touristen, Saisonarbeiter oder Spediteure  sollten keine Produkte vom Schwein oder Wildschwein aus den betroffenen Gebieten nach Deutschland bringen. Bei falscher Entsorgung können diese auch in geringen Mengen ansteckend für Wildschweine sein.


Quelle: BMEL

 

 

Einschleppung über Fleisch- und Wurstwaren ist möglich

Nicht nur der gewerbliche Warenverkehr wird streng kontrolliert: Die ungarischen Grenzbehörden führen immer wieder Gepäckkontrollen von Privatpersonen bei der Einreise aus der Ukraine nach Ungarn durch. Gesucht werden vor allem Lebensmittel tierischer Herkunft. Diese werden auf ASP-Erreger getestet. In ganz 2017 war eine von 44 Proben positiv, im Frühjahr 2018 war es schon eine von 12 Proben. Menschliches Fehlverhalten zählt zu den größten Einschleppungsrisiken.

 

Warum bedeuten viele Wildschweine ein hohes Risiko?

Wildschweine sind Allesfresser und leben bevorzugt im Wald. Ihre Lieblingsspeisen sind sogenannte Baummasten wie Eicheln oder Bucheckern, Feldfrüchte, Wurzeln und Bodenlebewesen,  aber auch Aas wird gerne genommen. Der Verzehr von letzterem hilft zwar „den Wald aufzuräumen“, allerdings steigt dadurch das Infektionsrisiko der Wildschweine für bestimmte Krankheiten.

Wildschweine können sich hervorragend an veränderte Umweltbedingungen anpassen und profitieren hierzulande von der Landwirtschaft und dem Klimawandel.  Dank milder Winter überleben auch die Frischlinge, die zu Jahresbeginn zur Welt kommen. Zudem bieten die Felder an Waldrändern guten Schutz vor Feinden. Seit Jahren bewegt sich der natürliche Zuwachs zwischen 200 und 300 Prozent, daher ist die Bejagung durch den Menschen unverzichtbar. Ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest unter Wildschweinen führt nicht nur zu großem Tierleid, sondern ist auch umso gefährlicher für die Hausschweine, je mehr Wildschweine betroffen sind. Deshalb ist es wichtig, vorbeugend die Wildschweinbestände durch verstärkte Bejagung zu verringern und  einzugrenzen.

 


Merkblatt für Wanderer und Pilzsammler

ACHTUNG – die Afrikanische Schweinepest wurde bei Wildschweinen in Belgien nachgewiesen, etwa 60 km von der deutschen Grenze entfernt. ASP ist eine meist tödliche, schwere Erkrankung unter Wild- und Hausschweinen, die von Viren ausgelöst wird.

Menschen oder andere Tiere können daran nicht erkranken!

Schweine können sich über direkten Kontakt anstecken oder über Körperflüssigkeiten, infizierte Gegenstände oder Lebensmittel aus infizierten Schweinen. Unachtsamkeit von Menschen gilt als Hauptübertragungsquelle der ASP.
So kann der Erreger zum Beispiel über ein falsch entsorgtes Wurstbrot übertragen werden.

  • Bitte entsorgen Sie keine Lebensmittelreste
    in freier Natur oder in offenen, leicht
    zugänglichen Mülleimern!

 

- niederländisch
- französisch

Was tun, wenn man ein totes Wildschwein entdeckt?

Die Früherkennung ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum Schutz vor einer Ausbreitung der Seuche. Tote Wildschweine
sollen daher so schnell wie möglich auf ASP untersucht werden.

Wenn Sie beim Waldspaziergang oder beim Pilze sammeln ein totes Wildschwein entdecken:

  • Bitte nichts anfassen! Wenn Sie Kontakt mit dem Kadaver hatten, reinigen Sie alles so gründlich wie möglich, um eine Verbreitung zu vermeiden!
  • Melden Sie diesen Fund bitte umgehend beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) unter der Telefonnummer 0049 (0)201 / 714488. Der Bereitschaftsdienst des LANUV kümmert sich in Abstimmung mit den Kommunen um die schnelle Sicherung und Untersuchung des Wildschweins.

Durch den Ausbruch im benachbarten Belgien sind nicht nur unsere Wildschweine bedroht, sondern auch unsere Hausschweine! Bitte helfen Sie uns, eine Einschleppung und Ausbreitung zu verhindern!


Merkblatt für Landwirte und andere Schweinehalter

Wie schütze ich meine Schweine optimal vor der Afrikanischen Schweinepest?

  • Beachten Sie alle Vorschriften der Schweinehaltungshygiene-Verordnung!
  • Alle Einrichtungen zur Reinigung und Desinfektion von Personen, Fahrzeugen und Gegenständen müssen einwandfrei funktionieren!
  • Gestatten Sie Unbefugten keinen Zutritt! Sorgen Sie für saubere Schleusenbereiche mit betriebseigener Schutzkleidung!
  • Alle Ställe oder Ausläufe müssen so geschützt sein, dass keine Wildtiere eindringen können. Bei Schweine-Freilandhaltung sind doppelte Zäune vorgeschrieben, so dass kein Kontakt zu Wildschweinen möglich ist.
  • Küchen- oder Speiseabfälle dürfen grundsätzlich nicht verfüttert werden!
  • Vermeiden Sie Jagdreisen in betroffene Gebiete! Sind diese unumgänglich, achten Sie auf gründliche Desinfektion aller mitgenommenen oder mitgebrachten Gegenstände!
  • Einstreu und Futtermittel müssen vor Wildschweinen sicher gelagert werden!
  • Wenn Sie Gastarbeiter aus osteuropäischen Ländern beschäftigen, achten Sie auf Lebensmittel tierischer Herkunft. Sollten Sie fündig werden, informieren Sie das zuständige Veterinäramt. Dieses veranlasst weitere Maßnahmen.
  • Bei unklarem Krankheitsgeschehen informieren Sie frühzeitig Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt und lassen Sie Proben nehmen. Mögliche Symptome der ASP sind hohes Fieber, Mattigkeit, Futterverweigerung, Bindehautentzündungen, Bewegungsstörungen, (blutiger) Durchfall, erhöhte Atemfrequenz, Verferkeln, Nasenbluten, Unterhautblutungen u.v.a.
    Da solche Symptome bei verschiedenen Krankheiten auftreten können, ist eine frühzeitige Ausschlussdiagnostik in Ihrem und im Sinne der Seuchenbekämpfung sehr wichtig!

Merkblatt für Jägerinnen und Jäger

Jäger haben eine entscheidende Rolle bei der Vorbeugung gegen die Afrikanische Schweinepest!

Die Früherkennung ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum Schutz vor einer Ausbreitung der Seuche. Vermehrtes Auftreten von verendeten oder krank erlegten Wildschweinen können Hinweise auf ein beginnendes Seuchen-geschehen sein.  Daher ist eine Probennahme und Untersuchung von Fallwild und möglichst auch erlegtem Wild auf ASP sehr wichtig!

Grundsätzliche Präventionsmaßnahmen

  • Intensive Schwarzwild-Bejagung, Organisation von revierübergreifenden Jagden
  • Keine Verwendung von Wildschwein-Aufbruch,
    Speise- oder Schlachtabfällen zur Kirrung
  • Reinigung und Desinfektion aller Geräte, Fahrzeuge und Personen nach jeder Jagd und besonders nach Jagdreisen
  • Keine Entsorgung von Speiseabfällen im Revier

Umgehende Meldung auffälliger Tiere oder Fallwild beim zuständigen Veterinäramt!