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Staubniederschlag

Was ist Staubniederschlag?

Staubniederschlag (Deposition) ist die Ablagerung von Stoffen, die als trockener Staub zusammen mit Regenwasser oder als gasförmige Bestandteile aus der Luft auf Oberflächen wie Boden, Pflanzen, Gebäude und Gewässer gelangen. Da Staubniederschlag entweder an Regentropfen gebunden ist oder aus grobkörnigem Material besteht, wird er nur zu geringen Anteilen eingeatmet und beeinflusst nicht direkt die Gesundheit.

Wie gefährlich ist Staubniederschlag?

Komponente

Immissionswert

Staubniederschlag

0,35 g/(m²d)

Blei

100 µg/(m²d)

Kadmium

2 µg/(m²d)

Arsen

4 µg/(m²d)

Nickel

15 µg/(m²d)

Thallium

2 µg/(m²d)

Quecksilber

1 µg/(m²d)

Der dauerhafte Eintrag von Luftschadstoffen führt zu schädlichen Bodenveränderungen. Außerdem gefährden Staubniederschlag und seine Inhaltsstoffe indirekt die Gesundheit, wenn beaufschlagte Gemüse, Früchte oder Futtermittel verzehrt werden oder wenn Kinder verunreinigte Erde in den Mund nehmen.

In der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) sind deshalb in Ziffer 4.5.1 Immissionswerte für Staubniederschlag (Schutz vor erheblichen Belästigungen oder erheblichen Nachteilen) und für die Inhaltsstoffe des Staubniederschlags (Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch die Deposition) festgelegt (siehe Tabelle).

Eine Überschreitung dieser Immissionswerte bedeutet nicht automatisch, dass schädliche Umwelteinwirkungen im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) vorliegen.

Eine schädliche Umwelteinwirkung ist vielmehr erst dann anzunehmen, wenn Immissionswerte für die Deposition überschritten sind und eine Sonderfallprüfung nach Ziffer 4.8 der TA Luft ergeben hat, dass wegen besonderer Umstände des Einzelfalls dadurch schädliche Umwelteinwirkung hervorgerufen werden (Ziffer 4.5.2 d der TA Luft).

Wie wird Staubniederschlag gemessen?

Staubniederschlag wird mit Hilfe von einfachen, oben offenen Kunststoffbehältern, den sogenannten Bergerhoff-Sammelgefäßen (siehe Abb.) gesammelt. Diese Gefäße werden in ausgewählten Gebieten in 1 bis 1,5 Meter Höhe über dem Boden aufgestellt. Nach einer Standzeit von etwa einem Monat werden die Gefäße ausgetauscht und der Inhalt der Sammelgefäße im Labor getrocknet und gewogen.

Die monatlichen Proben werden normalerweise zu Jahressammelproben zusammengefasst, aus denen man dann auch Inhaltsstoffe wie z. B. Arsen, Blei, Kadmium und Nickel bestimmt. Aus der Masse der Proben wird die Staubniederschlagsmenge in Gramm pro m² und Tag (g/(m²*d)) berechnet.

Mit dieser Sammelmethode werden vor allem Staubpartikel mit einer Größe von 50 bis 200 µm Korndurchmesser erfasst. Diese Stäube sinken verhältnismäßig schnell zu Boden, so dass sie in der Luft nur wenige hundert Meter weit transportiert werden.