Sie sind hier: Startseite LANUV » Klima » Klimaschutz in NRW » Potenziale klimafreundlicher Energien

Potenziale klimafreundlicher Energien

Das LANUV unterstützt die Energiewende in Nordrhein-Westfalen u.a. durch verschiedene Studien und Untersuchungen zu den Potenzialen klimafreundlicher Energieträger im Land. Hierzu zählt insbesondere die Potenzialstudie Erneuerbare Energien NRW, die in bislang fünf Einzelstudien die Möglichkeiten zur Nutzung der Windenergie, der Solarenergie, der Biomasse- und Geothermienutzung sowie der Wasserkraft untersucht hat. Aktuell werden die Potenzialstudien zur Solarenergie und zur Windenergie aktualisiert und überarbeitet. Darüber hinaus wurden im Wärmebereich Studien zu den Potenzialen der industriellen Abwärme und der Grubenwassernutzung erstellt.

Der Fokus dieser Potenzialstudien liegt insbesondere auf der Darstellung regionaler Potenziale, möglichst auf der Gemeindeebene. Die Ergebnisse werden auch im Fachinformationssystem Energieatlas NRW dargestellt. Sie sollen als Grundlage für die unterschiedlichen Planungsebenen dienen, wie z. B. Kommunen, Kreise, Bezirksregierungen und Genehmigungsbehörden.

Die Ergebnisse der Untersuchungen der verschiedenen Erneuerbaren Energieträger des LANUV zeigen, dass die mit Abstand größten Strompotenziale in Nordrhein-Westfalen insbesondere bei der Solarenergie- und der Windenergienutzung bestehen. In den dichter besiedelten Landesteilen, wie dem Ruhrgebiet oder der Rheinschiene, besteht auf Grund der großen Anzahl an Dachflächen allgemein das größte Potenzial zur Photovoltaiknutzung, während in eher ländlich geprägten Landesteilen das größte Potenzial zum Ausbau der Windenergie vorhanden ist. Bei der Wasserkraft wird hingegen ein großer Anteil des Gesamtpotenzials im Land bereits genutzt.

Im Bereich Wärme wurde bereits das Potenzial der oberflächennahen Geothermie, des warmen Grubenwassers und der Industriellen Abwärme untersucht. Die Untersuchungen der oberflächennahe Geothermie zeigen, dass mehr als die Hälfte des Raumwärmebedarfs in NRW so gedeckt werden kann. Für die Nutzung des warmen Grubenwassers bestehen regional ebenfalls große Potenziale zur Verfügung. Während das Potenzial der oberflächennahen Geothermie im ländlichen Raum in NRW höher ist als im städtischen Raum, liegt der Fokus der Potenziale des warmen Grubenwassers vor allem im Ruhrgebiet. Industrielle Abwärme ist eine in vielen Bereichen NRWs verfügbare Wärmequelle. Die verwendbaren Potenziale könnten bilanziell die durch bestehenden Wärmenetze an Endkunden gelieferte Wärme eineinhalbfach bereitstellen. Auch das Temperaturniveau passt vielfach zu dem der Wärmenetze. Besonders als Ersatz kohlebasierter Wärmeerzeuger aber auch im Zuge des Ausbaus und der Verdichtung der Fernwärme bietet sich die industrielle Abwärme als klimafreundliche Alternative der Wärmebereitstellung an. Die Standorte der Wärmeerzeugung sowie die regionalen Wärmebedarfe können im Wärmekataster miteinander abgeglichen und so die Planung vor Ort vorangebracht werden.

Derzeit befindet sich eine Studie zum klimagerechten Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung in der Bearbeitung.

Der wachsende Anteil regenerativer Energien bedeutet auch eine Herausforderung für die Versorgungsnetze: Einerseits kann es beispielsweise vorkommen, dass das Stromnetz an besonders windstarken Tagen die gesamte Menge der erzeugten Windenergie nicht mehr vollständig aufnehmen kann und somit Anlagen abgeregelt werden müssen. Andererseits muss auch in einem zukünftigen Strommarktdesign die Versorgungssicherheit in Zeiten gewährleistet sein, in denen die Erzeugung aus erneuerbaren Energien die Nachfrage nicht deckt. Um hier einen Beitrag für die zukünftig benötigte Flexibilisierung des Stromversorgungssystems zu leisten, hat das LANUV in der Potenzialstudie Pumpspeicherkraftwerke NRW die Möglichkeiten zur Energiespeicherung im Land untersucht.