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Klima in NRW

Das LANUV beschäftigt sich im Bereich Klima

Zum Thema Klimaschutz untersucht das LANUV

Außerdem stellt das LANUV für die genannten Bereiche online basierte Fachinformationssysteme mit relevanten Daten und Kartenmaterial bereit.

Aktuelle Themen und Projekte

Potenzialstudie Industrielle Abwärme

Minister Pinkwart und Präsident Dr. Delschen veröffentlichten im September 2019 den Fachbericht zur Potenzialstudie Industrielle Abwärme in Nordrhein-Westfalen und das Wärmekataster, erweitert um die Standorte möglicher Abwärmequellen. In der Veranstaltung in Kooperation mit der EnergieAgentur.NRW in Düsseldorf wurden Best-Practice-Beispiele vorgestellt und die Chancen und Herausforderungen der kooperativen Abwärmenutzung in einer Podiumsdiskussion beleuchtet. Status quo und Potenziale der externen Nutzung industrieller Wärmeströme sind auch im Energieatlas NRW zu finden und helfen so, Wärmekooperationen zwischen Industrieunternehmen, Energieversorgung und anderen Akteuren zu initiieren.

Potenzialstudie Kraft-Wärme-Kopplung

Bedingt durch die hohe Bevölkerungsdichte und die energieintensive Industrie hat Nordrhein-Westfalen einen hohen Bedarf an Raum- und Prozesswärme. Die Kraft-Wärme-Kopplung bietet große Potenziale, Fernwärme und Prozessenergie effizient bereitzustellen. Gasbetriebene KWK-Anlagen flankieren, flexibilisiert durch Wärmespeicher, die volatile Stromerzeugung durch Wind- und Photovoltaikanlagen und eigenen sich durch Nutzung von Bio- oder synthetisch erzeugtem Gas auch in Zukunft die Energieversorgung sicherzustellen. In der Potenzialstudie Kraft-Wärme-Kopplung wird die Rolle dieser Anlagenart für die Energiewende in NRW ab September 2019 genauer untersucht.

Potenzialstudie Windenergie

Das LANUV führt derzeit im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE) für die Ermittlung der Potenziale der zukünftigen Windenergienutzung in Nordrhein-Westfalen eine Überarbeitung der im Jahr 2012 veröffentlichten Potenzialstudie Windenergie NRW durch. Ziel dieser Überarbeitung ist es, das machbare Gesamtpotenzial der Windenergienutzung in NRW (inkl. des bestehenden Zubau- und Repoweringpotenzials) auf Basis aktueller Daten und vor dem Hintergrund veränderter Rahmenbedingungen zu quantifizieren und die identifizierten Potenzialflächen zur Unterstützung u. a. von kommunalen und regionalen Akteuren zur Verfügung zu stellen. Die Ergebnisse werden nach Beendigung der Potenzialanalyse in einem Abschlussbericht veröffentlicht und in das Fachinformationssystem Energieatlas NRW eingebunden.

Solarkataster NRW

Das landesweite Solarkataster für Nordrhein-Westfalen im Energieatlas NRW stellt den Bürgerinnen und Bürgern sowie der öffentlichen Hand neutrale und unabhängige Informationen zur Eignung ihrer Dachflächen für die Nutzung von Solarenergie bereit. Dabei wird zum einen die Photovoltaik betrachtet, bei der mit Solarmodulen Strom erzeugt wird, und zum anderen die Solarthermie, bei der mit Solarkollektoren Wärme zur Ergänzung der Warmwasseraufbereitung und/oder zur Unterstützung der Heizung produziert wird. Für das Solarkataster wurde jedes Dach in NRW hinsichtlich seiner Eignung für Photovoltaik und Solarthermie in hoher Detailschärfe untersucht. Anhand eines Rechenmoduls ist es möglich, belastbare Informationen über die zu erwartenden energetischen und finanziellen Erträge einer Solaranlage individuell für das eigene Hausdach zu berechnen. Das Solarkataster und die Rechenmodule sind mit hilfreichen Hintergrundinformationen und Planungstipps (beispielsweise zur Nutzung von Batterien) zu einer Informationsplattform zum Thema Solar ausgebaut worden. Um das Angebot zu vervollständigen, hat das LANUV auch das Potenzial für Freiflächen-Photovoltaikanlagen landesweit untersuchen lassen. Aktuell wird an der Veröffentlichung im Solarkataster gearbeitet. Ähnlich wie bei den Dachflächen wird es dann möglich sein, eine Fläche zu beplanen und über einen Solarrechner Erträge dieser Anlage, ihre Wirtschaftlichkeit und die CO2-Einsparung zu berechnen. Die Veröffentlichung ist für Frühjahr 2020 vorgesehen.

Energiedaten NRW

Um einen umfangreichen und möglichst vollständigen Überblick über den Stand der Energiewende in Nordrhein-Westfalen zu erhalten, wird eine möglichst breite und belastbare Datengrundlage aus allen Bereichen der Energiewelt benötigt. Aus diesem Grunde hat das LANUV mit den Energiedaten NRW eine solche Datensammlung zusammen gestellt, die Themen wie Energiegewinnung und –verbrauch genauso aufgreift wie die Zusammensetzung von Strom- und Wärmemix, Verbräuche und Fahrleistungen im Sektor Verkehr, die Kraft-Wärme-Kopplung oder den Stand der Treibhausgasemissionen in NRW. Dabei wird ein besonderer Schwerpunkt auf die Erneuerbaren Energien und ihr Anteil auf den unterschiedlichen Stufen der Energiebilanz NRW gelegt. Um diese Daten im Kontext von Bevölkerungsentwicklung und Wirtschaft zu stellen, werden auch Daten zu beispielsweise Einwohnern, Erwerbstätigen, Wohnungsbau oder Bruttoinlandsprodukt bereitgestellt. Zahlreiche amtliche und nichtamtliche Indikatoren runden das Angebot ab, das seit Ende Januar 2020 im Energieatlas NRW als neue Rubrik veröffentlicht ist.

Erstellung energetischer Quartiere für NRW

Um künftig Daten zu Erneuerbaren Energien, Energiebedarfen und Klimaschutzmaßnahmen kleinräumiger zur Verfügung stellen zu können, erarbeitet das LANUV in Kooperation mit der InWIS Forschung & Beratung GmbH energetische Quartiere. Auf Basis verschiedener Eingangsdaten zur baulichen Substanz und sozioökonomischen Kennzahlen, werden möglichst homogene Bebauungsstrukturen zusammengefasst. So kann beispielsweise auch der Zensus 2021 künftig gezielter für Fragestellung hinsichtlich der Energiewende von Ort ausgewertet werden.

Fernwärmenetze für den Energieatlas NRW

Derzeit werden bestehende Wärmenetze in Kooperation mit den Wärmenetzbetreibern für den Energieatlas NRW zusammengetragen und aufbereitet. Künftig werden so zu vielen Wärmenetzen (Fern- und Nahwärme) Lage und Betreiber im Wärmekataster veröffentlicht. Dadurch können sich Kommunen, Planer, und weitere Interessierte informieren, wo der Bezug von Fernwärme möglich ist. Außerdem können Versorger so durch das Verschneiden ihrer Netze mit weiteren planungsrelevanten Daten mögliche Wärmequellen oder interessante Abnehmer identifizieren. Durch diese Informationen wird die Wärmeplanung vor Ort unterstützt.

Fachbeitrag Klima für die Regionalplanung

Nachdem im Jahr 2018 bereits erstmals Fachbeiträge zum Klimawandel für Fortschreibung der Regionalpläne in Detmold und Köln erstellt wurden, hat das LANUV im Januar 2020 nun auch den Fachbeitrag Klima für den Regionalplan Arnsberg, räumlicher Teilplan Märkischer Kreis, Kreis Olpe und Kreis Siegen-Wittgenstein veröffentlicht. Als Planungs- und Entscheidungsgrundlage für die Regionalplanung werden im Fachbeitrag Klima möglichst exakte räumliche Informationen und Datengrundlagen sowie fachliche Einschätzungen zum Klimawandel in der Region sowie zu den Handlungsfeldern Klimaschutz und Klimaanpassung zusammengefasst. Daraus abgeleitet werden Hinweise auf raumrelevante Anforderungen und Auswirkungen von Klimaschutzmaßnahmen und Empfehlungen für Maßnahmen zur Anpassung an den vom Menschen verursachten Klimawandel. Derzeit werden vom LANUV weitere Fachbeiträge Klima für die Regionalplanung erarbeitet, u. a. für den Regierungsbezirk Münster.

Klimafolgen- und Anpassungsmonitoring NRW (KFAM)

Das LANUV entwickelt im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen und in Kooperation mit dem Institut und Lehrstuhl für Stadtbauwesen und Stadtverkehr der RWTH Aachen derzeit das Klimafolgen- und Anpassungsmonitoring NRW. Im Rahmen dieses Projektes wird ein umfangreiches Indikatorenset aus insgesamt 17 Handlungsfeldern erstellt, mit dem die Folgen des anthropogenen Klimawandels, aber auch Anpassungsmaßnahmen daran, dauerhaft überwacht werden sollen. Das Klimafolgen- und Anpassungsmonitoring NRW ist eine Ausweitung des Klimafolgenmonitorings NRW, und geht erstmals deutlich über die Umweltbereiche hinaus, in dem auch Handlungsfelder aus der Wirtschaft, Stadt- und Regionalplanung oder aus dem Verkehrssektor aufgenommen werden. Erste Ergebnisse sollen im neuen Klimabericht 2021 veröffentlicht werden.

Hitzeangepasste Quartiersplanung

Um die Kommunen Nordrhein-Westfalens bei der Planung von Anpassungsmaßnahmen an die Folgen des Klimawandels zu unterstützen, veröffentlichen das LANUV und der Deutsche Wetterdienst (DWD) 2020 ein neues online-Beratungswerkzeug zur hitzeangepassten Quartiersentwicklung in NRW. Im LANUV Fachinformationssystem Klimaanpassung können dann über eine Adress- oder Kartensuchfunktion Informationen zum Bebauungstyp von Quartieren (Überbauungs- und versiegelungsgrad, Gebäudehöhe) abgefragt werden. Hierfür kann eine Karte zu Bebauungs- und Freiflächentypen genutzt werden, die im Rahmen des Kooperationsprojekts „Informationssystem klimaangepasste Stadtplanung in NRW, auf Basis einer Vorstudie an der Beispielstadt Bonn (ISKAS)“ erstellt wurde. Mit dem „Informationsportal Klimaanpassung in Städten“ des DWD, welches speziell für die Bebauungstypen in NRW angepasst wird, können dann die Auswirkungen einzelner oder kombinierter städtebaulicher Anpassungsmaßnahmen (Dachbegrünungen, Entsiegelung, hellere Oberflächen) getestet werden.  

Topographische Gefährdungsanalayse Starkregen

Seit Mai 2019 berechnet die Koordinierungsstelle Klimaschutz, Klimawandel des LANUV eine landesweite Gefährdungskarte Starkregen. Basierend auf hochaufgelösten topographischen Geländemodellen werden hierbei Fließwege und abflusslose Senken berechnet, um mögliche Gefährdungs-„Hotspots“ in besiedelten Bereichen identifizieren zu können. Mit Hilfe der topographischen Gefährdungsanalyse können sich Kommunen vorab darüber informieren, wo eine tiefergehende hydrodynamische Starkregenrisikoanalyse im Rahmen eines kommunalen Starkregenrisikomanagements, welches mit 50 % vom Land gefördert wird, besonders sinnvoll ist. Auch Bürgerinnen und Bürger können sich so informieren, ob Ihr Wohnort potenziell gefährdet ist. Da bei dieser Untersuchung ausschließlich auf die Topographie geachtet wird, und auch Unterführungen oder Tunnel nur bedingt berücksichtigt werden können, kann diese Gefährdungsanalyse nur erste Hinweise liefern. Geplant ist die Veröffentlichung der topographischen Gefährdungsanalyse innerhalb des Fachinformationssystems Klimaanpassung NRW bis Ende 2020.

Gründachkataster NRW

Im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen arbeitet die Koordinierungsstelle Klimaschutz, Klimawandel des LANUV zurzeit an einem landesweiten Gründachkataster. Für jedes Dach in NRW soll dabei geprüft werden, ob die Nachrüstung mit einem Gründach möglich ist. Analog zum Solardachkataster NRW soll im Gründachkataster NRW ein Rechenwerkzeug Auskünfte über mögliche Kosten geben, und welche Pflanzen am besten geeignet wären. Umweltleistungen sollen für die jeweilige potenzielle Gründachfläche ebenfalls berechnet werden können. Dabei spielen insbesondere die potenzielle Niederschlagswasserrückhaltung sowie das Feinstaub- und CO2-Bindunsgvermögen der möglichen Gründachflächen eine Rolle. Das Gründachkataster wird innerhalb des Fachinformationssystems Klimaanpassung NRW veröffentlicht werden.