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Wirkungen von Luftschadstoffen auf die Gesundheit des Menschen

Bild: Abgabe von Schadstoffen an die Luft

Begleiterscheinungen der fortschreitenden technologischen Entwicklungen in Industrie, Landwirtschaft und Verkehr sind neben Wohlstand und erhöhter Lebensqualität auch weit reichende Veränderungen der Umwelt sowie neue potentielle und teilweise gesicherte Gesundheitsrisiken. In den letzten Jahrzehnten wurden enorme Verbesserungen im Umweltschutz erreicht. So konnten durch umfangreiche Maßnahmen auf dem Gebiet der Luftreinhaltung deutliche Verbesserungen der Luftqualität insbesondere in den Ballungsgebieten erzielt werden. Dennoch können auch heute noch Schadstoffe, die mit der Luft eingeatmet werden, gesundheitliche Auswirkungen haben. Die Beurteilung dieser Umwelteinflüsse auf die menschliche Gesundheit ist Aufgabe der Umweltmedizin.

Bewertungskriterien

Zur Beurteilung der Auswirkungen von Luftschadstoffen auf die Gesundheit des Menschen werden Bewertungskriterien herangezogen. Liegen allgemein verbindliche Bewertungskriterien, wie z.B. Grenzwerte oder Richtwerte, nicht vor, so können in der Regel gesundheitsbezogene Beurteilungsmaßstäbe abgeleitet werden. Ziel der Ableitung ist es, diejenigen Konzentrationen bzw. Mengen einer stofflichen oder nicht-stofflichen Belastung festzulegen, mit deren Aufnahme über einen definierten Zeitraum mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine schädliche Wirkung mehr verbunden ist. Hierbei gilt es, bestimmte Bevölkerungsgruppen, wie z.B. Schwangere, Kinder, alte Menschen besonders zu berücksichtigen. Ein Prinzip, welches an dieser Stelle besonders zum Tragen kommt, ist das Vorsorgeprinzip.

Krebserzeugende Umweltschadstoffe stellen innerhalb der Beurteilung gesundheitlicher Wirkungen eine Besonderheit dar. Die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Krebserkrankung ausgelöst wird, steigt mit der zugeführten Dosis eines kanzerogenen Stoffes und dessen krebserzeugender Potenz. Kanzerogene Effekte werden häufig in Dosis-Häufigkeitsbeziehungen beschrieben, die das Auftreten zusätzlicher Krebsfälle abbilden ( LAI 2004)

Gesundheitliche Wirkungen spezieller Stoffe

Stoffspezifische Informationen über akute und chronische Wirkungen der wichtigsten Luftschadstoffe finden Sie in der linken Spalte. Neben chemischen Luftschadstoffen können auch biologische Einflüsse, wie zum Beispiel Bioaerosole, eine schädliche Wirkung auf die menschliche Gesundheit haben.

Die Umweltmedizin befasst sich aber nicht nur mit den Auswirkungen aktuell in der Umwelt gemessener Schadstoffe, sondern auch mit solchen Umwelteinflüssen, die aufgrund neuer technischer Entwicklungen möglicherweise in der Zukunft ein gesundheitliches Problem darstellen können. Hierzu zählt zum Beispiel die Nanotechnologie, die als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts mit viel versprechenden neuen Entwicklungen gilt.

Es wird allerdings befürchtet, dass synthetisch hergestellte Nanomaterialien für den Menschen nach inhalativer Aufnahme gesundheitsschädlich sein können, zumal sich feine und ultrafeine Partikel aus anthropogenen Verbrennungsprozessen bereits als ein bedeutsames Gesundheitsrisiko herausgestellt haben. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz hat daher den Erkenntnisstand zu den gesundheitlichen Wirkungen durch Nanomaterialien, die über die Atmung in den Körper gelangen können, erhoben und im LANUV-Fachbericht "Gesundheitliche Risiken von Nanomaterialien nach inhalativer Aufnahme" dargestellt. Im Einzelnen werden im Bericht des LANUV NRW die Themen Exposition, Toxikokinetik, Toxizität und Risikoabschätzung betrachtet. Der Forschungsbedarf wird aufgezeigt und ein Überblick über Projekte zu den gesundheitlichen Wirkungen von synthetischen Nanopartikeln nach Inhalation gegeben. Aspekte des Verbraucherschutzes, wie beispielsweise die möglichen Wirkungen durch Nanopartikel in Sonnenschutzcremes, werden nicht angesprochen.