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Vogelschutzwarte

Titelseite der Druckversion des NRW-Brutvogelatlas

Zu den wichtigsten Aufgaben der schon 1939 gegründeten und bis 1975 selbstständigen Vogelschutzwarte (VSW) im LANUV gehört die kontinuierliche Bestandskontrolle (Monitoring) von Vogelarten. Diese beinhaltet die landesweite Erfassung und Dokumentation der Bestandssituation und –entwicklung von ausgewählten, insbesondere gefährdeten Vogelarten. Die dabei erzielten Daten bilden z.B. die Grundlage für spezielle Artenhilfsmaßnahmen und dienen der Unterstützung landesweiter Arten- und Biotopschutzprogramme.

Für die Darstellung des Erhaltungszustandes in NRW brütender Vogelarten des Anhangs I sowie hier brütender Zugvogelarten nach Artikel 4 (2) der EG-Vogelschutz-Richtlinie – im Rahmen der Berichtspflichten gegenüber der EU – werden die entsprechenden Daten für die einzelnen Arten und Schutzgebiete in enger Zusammenarbeit mit den Biologischen Stationen, Büros und ehrenamtlich tätigen Experten erhoben und aufbereitet.

Die VSW ist an der Lösung von Nutzungskonflikten, z.B. mit der Fischerei (Kormoran, Graureiher) oder der Landwirtschaft (z.B. Krähenvögel, Wildgänse), sowie als Mitglied im „Deutschen Ausschuss zur Verhütung von Vogelschlägen im Luftverkehr" (DAVVL) an der Erarbeitung von Maßnahmen zur Reduzierung bzw. Vermeidung der Gefahr einer Kollision zwischen Flugzeugen und Vogelschwärmen und damit der Gefährdung von Menschenleben beteiligt.

Die VSW befasst sich intensiv mit den möglichen Beeinträchtigungen von Vogelarten, z.B. durch die Errichtung technischer Anlagen (transparente Lärmschutzwände, Freileitungen, Windenergieanlagen, Lichtanlagen) sowie die zunehmenden Freizeitaktivitäten (z.B. Luft-, Wasser- oder Klettersport).

Die Fachberatung von Behörden, Bürgern und Medien sowie die enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern („Vertrauensleute für Vogelschutz"), den Mitgliedern der ornithologischen Verbände und den Mitarbeitern der Biologischen Stationen ist ebenso ein wesentlicher und äußerst wichtiger Bestandteil der Arbeit der Vogelschutzwarte.

Die fachliche Beratung und Unterstützung der Behörden beinhaltet dabei z.B. die Erarbeitung von Stellungnahmen, etwa zu „Problemvögeln" (Schadensvorbeugung und –vermeidung) oder zu Nutzungskonflikten, aber auch zu Fragen der Zucht und Wiedereinbürgerung von ausgestorbenen oder bestandsgefährdeten Vogelarten (z.B. Weißstorch).