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Umweltindikatoren NRW

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 35 - Nitratkonzentration im Grundwasser

Einheit: Anteil Messstellen > 50 mg pro l [%]
Stand: 11.03.2019

Hintergrund / Bedeutung

Grundwasser ist als Rohwasser für die Bereitstellung von Trinkwasser für die öffentliche Wasserversorgung das wichtigste Ausgangsprodukt. Schadstoffeinträge in das Grundwasser, wie z.B. Nitrat, können damit vielerorts ein Problem darstellen.

Hohe Nitratkonzentrationen können die Ökologie der Gewässer- und grundwasserabhängigen Landökosysteme, wie z.B. Feuchtgebiete oder Quellökosysteme beeinträchtigen sowie im Trinkwasser bei Säuglingen zu einem lebensbedrohlichen Sauerstoffmangel und zur Bildung krebserregender Substanzen führen.

Hauptsächliche Ursache für zu viel Nitrat im Grundwasser sind flächenhaft zu hohe Stickstoffeinträge durch landwirtschaftliche Düngung. Intensiver Acker- und Gemüsebau mit Einsatz von hohen Mengen an Stickstoffdüngern, sowie Wirtschaftsdüngerimporte und ein hoher Anfall von Gülle in Gebieten mit einer hohen Viehbesatzdichte spielen dabei eine wichtige Rolle.

Ziele

Ein wichtiges Ziel ist die Einhaltung der europäischen Umweltqualitätsnorm bzw. des Grundwasserschwellenwertes von 50 mg/L für Nitrat gemäß Grundwasserverordnung (GrwV 2010) im Grundwasser.

Des Weiteren soll gemäß der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) der gute chemische Zustand im Grundwasser flächendeckend in allen Grundwasserkörpern spätestens bis zum Jahr 2027 erreicht, bzw. eingehalten werden.

Bei Feststellung eines steigenden Trends des Nitratgehaltes im Konzentrationsbereich von größer 37,5 mg/L bis kleiner gleich 50 mg/L im Grundwasser müssen geeignete Maßnahmen zur Trendumkehr eingeleitet und umgesetzt werden. Diese Zielvorgabe soll der Einhaltung des Grundwasserschwellenwertes als Qualitätsnorm von 50 mg/L dienen sowie das Verbot einer Verschlechterung umsetzen.

Ziel der Landesregierung ist eine Minderung der Nitratbelastung in den Grundwasserkörper auf < 50 mg/l bis spätestens 2027.

Definition

Nitrat ist als einer der wichtigsten hydrochemischen Parameter für die Beschreibung der Grundwasserqualität anzusehen. Jährlich durchgeführte Probenahmen mit anschließenden Messungen an zahlreichen Grundwassermessstellen liefern eine kontinuierliche Datengrundlage für die Bewertung der Grundwasserbeschaffenheit landesweit.

Die Darstellung des jährlichen Indikatorwertes erfolgt in der nachfolgenden Grafik als prozentualer Anteil der Messstellen mit einer Überschreitung der Qualitätsnorm von 50 mg/L bezogen auf den Jahresmittelwert jeder Messstelle, die dem sog. EUA-Messnetz (s.u.) zugeordnet worden ist.

Grafische Darstellung


Abb.:
Anteil der Messstellen mit Nitratgehalten über 50 mg/l

In sechs der elf unmittelbar zurückliegenden Jahre beträgt der Anteil der Messstellen mit einer auf den Jahresmittelwert bezogenen Überschreitung der Qualitätsnorm weniger als 12 % der untersuchten Grundwassermessstellen. Für die Einzeljahre ist dieser Anteil wechselhaft, ein fallender Trend kann jedoch festgestellt werden.

Datenquellen, Berechnung und Einheit

Die Nitratkonzentration im Grundwasser wird in Nordrhein-Westfalen an ca. 3500 bis 4000, insbesondere im oberen Grundwasserstockwerk verfilterten und über die ganze Landesfläche verteilten Grund- und Rohwassermessstellen, untersucht. Dabei werden nicht nur die Daten der Wasserwirtschaftsverwaltung, sondern auch die Untersuchungsergebnisse von weiteren Betreibern, wie z.B. Wasserversorgern, Kommunen u.a. mit erfasst. Die Häufigkeit einer Probenahme pro Jahr und Messstelle kann dabei zwischen jährlich und monatlich deutlich variieren.

Aus dieser großen Anzahl Messstellen wurde für die jährlich regelmäßig geforderte Berichterstattung zu chemischen Inhaltsstoffen im Grundwasser an die Europäische Umweltagentur (EUA, bzw. EEA European Environmental Agency) ein repräsentatives Messnetz ausgewählt und als sog. EUA-Messnetz (s.o.) festgelegt. Für dieses EUA-Messnetz erfolgte auf Beschluss der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) im Jahr 2015 eine Überarbeitung, bzw. eine Neukonzeptionierung durch alle Bundesländer. An der für das Bundesgebiet vorgegebenen Gesamtanzahl von ca. 1200 Messstellen ist Nordrhein-Westfalen gemäß seines flächenproportionalen Anteils als Bundesland mit 115 Messstellen beteiligt. Diese Messstellen geben den jeweiligen Flächenanteil der drei wesentlichen Landnutzungsarten Besiedlung/Industrie, Landwirtschaft und Wald mit ihrem Einfluss auf den oberen Grundwasserleiter wider und berücksichtigen auch die innerhalb dieser drei Haupt-Flächennutzungen auftretenden Nitratkonzentrationen. Die Grundwassermessstellen des EUA-Messnetzes werden damit als repräsentative Teilmenge aller in NRW beprobten und auf Nitrat untersuchten Messstellen den Erfordernissen für nationale und internationale Berichterstattungen gerecht. Die in der obigen Abbildung präsentierte Auswertung präsentiert eine allgemeine, landesweite Entwicklung, und kann in Teilregionen des Landes mit ihrer Überschreitungshäufigkeit davon möglicherweise abweichen.

Die Repräsentativität des EUA-Messnetzes wird durch statistische Datenvergleiche regelmäßig überprüft. Die dargestellte Zeitreihe bezieht sich auf den im Juni 2019 zuletzt aktualisierten Messstellenpool.

Weiterführende Informationen

Länderinitiative Kernindikatoren: Werte anderer Bundesländer

LANUV NRW: Fachbericht zu Nitrat im Grundwasser (LANUV Fachbericht 55)

Informationen zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in NRW

OpenData Stellung

Der Datensatz steht als OpenData unter der "Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0", zur Verfügung.

 Datentabelle:

  2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Anteil der Messstellen mit Nitratgehalten über 50 mg/l 14,9 13,6 16,0 10,8 15,4 10,7 10,7 11,4
Trend --- 13,9 13,6 13,2 12,9 12,5 12,2 11,9

  2016 2017 2018
Anteil der Messstellen mit Nitratgehalten über 50 mg/l 12,6 11,0 11,5
Trend 11,5 11,2 10,8

 © LANUV NRW 2020

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