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Umweltindikatoren NRW

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 44 - Waldzustand

Einheit: Anteil Schadstufe 2-4 [%]
Stand: 11.03.2019

Hintergrund / Bedeutung

Der Zustand der Wälder wird durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst. Dazu gehören u.a. Witterungsextreme, biotische Schaderreger sowie Schadstoffeinträge (Immissionen). Aber auch andere Faktoren, wie Auswirkungen des Klimawandels auf den Waldzustand, gewinnen an Bedeutung. Die Auswirkungen der Faktoren sind zeitlich und räumlich unterschiedlich. Die Schädigungen führen u.a. zu verringerter Nadel- bzw. Blattmasse und oftmals zur Vergilbung der Nadeln bzw. Blätter.

Als Hinweis für die Vitalität von Bäumen dient das Ausmaß von Kronenschäden. Der Kronenzustand ist ein komplexes Phänomen, das die Auswirkungen der oben genannten Stressfaktoren widerspiegelt. Neben externen Faktoren wirken sich jedoch auch baumeigene zyklische Entwicklungsprozesse im Kronenzustand aus. Hierzu zählt beispielsweise die Fruchtbildung, die häufig für zusätzlichen Stress der Bäume verantwortlich ist.

Im Rahmen jährlicher Waldzustandserhebungen wird in Nordrhein-Westfalen seit 1984 regelmäßig die Kronenverlichtung der Bäume erfasst, ausgewertet und in Waldzustandsberichten dokumentiert. Aufgrund der hohen Kontinuität der Erhebungen ist es möglich, langjährige Trends für einzelne Baumarten zu ermitteln. Gerade mit Blick auf den prognostizierten Klimawandel ist dies ein wichtiges Werkzeug zur langfristigen Beobachtung der Wälder in Nordrhein-Westfalen.

Ziele

Heute bedroht nicht mehr in erster Linie der saure Regen die nordrhein-westfälischen Wälder, wie noch in den 80er und 90er Jahren. Es sind vielmehr die sich abzeichnenden Wetterextreme und die daraus resultierenden Veränderungen als Folge des Klimawandels, die dem Wald zu schaffen machen. Ziel ist es, den Waldanteil in NRW auch in den schwierigen Zeiten des Klimawandels stabil zu halten und möglichst noch auszubauen. Darüber hinaus soll durch klimaplastischen Waldumbau die Klimafitness unserer Wälder erhöht werden.

Definition

Der Indikator gibt den Flächenanteil derjenigen Bäume an der Gesamtwaldfläche Nordrhein-Westfalens an, die geringe und deutliche Kronenschäden aufweisen. Deutliche Kronenschäden sind vorhanden, wenn die Bäume mehr als ein Viertel ihrer arttypischen Nadel- bzw. Blattmasse verloren haben oder die Kronen stark vergilbt sind.

Grafische Darstellung


Abb.:
Waldzustand

Die heimischen Laubwaldarten weisen einen höheren Anteil an deutlichen Kronenschädigungen, bezogen auf die Gesamtwaldfläche, auf. Im Jahr 2018 waren es 44,2% bei den Nadelbaumarten dagegen 33,8%.

Seit Beginn der Erhebungen von 1984 bis zum Jahr 2000 hat der Anteil der deutlich geschädigten Bäume der Schadstufe 2 bis 4 (entsprechend einem Anteil der Kronenverlichtung von über 25 %) kontinuierlich zugenommen und verharrt seitdem auf hohem Niveau. Dabei liegen die Schädigungen der Laubbäume seit 1987 stets über denen der Nadelbäume. Da sich schon seit langem Schadstoffe im Ökosystem Wald angereichert haben, würde eine eventuelle Revitalisierung selbst unter günstigen Bedingungen Jahrzehnte dauern.

Datenquellen, Berechnung und Einheit

Die Waldzustandserhebungen werden durch den Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalenauf der Grundlage eines regelmäßigen Gitternetzes durchgeführt. Die Maschenweite beträgt in der Regel 4 x 4 km. Dabei werden die Kronen festgelegter Probebäume an den Schnittpunkten des Rasters von geschulten Forst-Fachleuten beurteilt. Mit den Aufnahmen wurde 1984 begonnen. Sie werden alljährlich im Sommer wiederholt.

Weiterführende Informationen

Länderinitiative Kernindikatoren: Werte anderer Bundesländer

Landesregierung NRW: Waldzustandserhebung in NRW

Landesbetrieb Wald und Holz: Waldzustand / Waldzustandsberichte

 © LANUV NRW 2017

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