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Umweltindikatoren NRW

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 24 - Feinstaubkonzentration im städtischen Hintergrund

Einheit: Jahresmittelwert [µg pro m3]
Stand: 11.03.2019

Hintergrund / Bedeutung

Staub kann sowohl aus natürlichen Quellen stammen als auch durch den Menschen erzeugt und verbreitet werden. Wesentliche Emittenten sind Industrie, Feststofffeuerungen und der Kfz-Verkehr. Staub kann, abhängig von der Konzentration, der Größe der Partikel und der ihm anhaftenden Stoffe, gesundheitsgefährdend sein. Von besonderer Bedeutung für die Gesundheit ist Feinstaub, weil Partikel dieser Größe vom Menschen eingeatmet und in die tieferen Atemwege transportiert werden können. Als Feinstaub (PM10) bezeichnet man alle im Gesamtstaub enthaltenen Partikel, deren aerodynamischer Durchmesser kleiner als 10 µm (10 Millionstel Meter) ist. Feinstaub gilt auch deshalb als besonders gefährlich, weil den Staubpartikeln häufig gesundheitsgefährdende Stoffe, wie Schwermetalle oder krebserzeugende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, anhaften können. Untersuchungen weisen auf einen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit bestimmter Atemwegserkrankungen, erhöhter Sterblichkeit sowie Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems auf der einen Seite und der Feinstaubbelastung auf der anderen Seite hin.

Ein Schwellenwert für Feinstaub, bei dessen Unterschreitung keine gesundheitsschädlichen Wirkungen mehr auftreten, konnte bis heute nicht ermittelt werden. Deshalb sind alle Möglichkeiten zur Belastungsreduzierung auszuschöpfen, denn sie bringen einen Gewinn an Gesundheit. EU-weit gilt ein Grenzwert von 40 µg/m3 im Jahresmittel. Zusätzlich gilt laut „EU-Richtlinie über Luftqualität und saubere Luft in Europa (2008/50/EG) ein Tagesmittelwert von 50 µg/m3, der maximal an 35 Tagen im Jahr (10% der Tage eines Jahres) überschritten werden darf. Diese Grenzwerte wurden in der 39. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) in deutsches Recht umgesetzt.

Ziele

Ziel der Landesregierung ist es, bis 2030 die durchschnittlichen Jahresmittelwerte der Immissionskonzentrationen von PM10 auf 20 µg/m3 abzusenken.

Definition

Der Indikator zeigt die langfristige Entwicklung der städtischen Hintergrundbelastung durch Feinstaub und wird aus den Jahresmitteln der Feinstaubbelastung in städtischen Wohngebieten gebildet. Da ausschließlich Hintergrundmessstationen ohne direkte Einwirkung der Emissionen von Kraftfahrzeugen und bestimmter industrieller Emittenten berücksichtigt werden, ist der Indikator sehr gut zur Charakterisierung der durchschnittlichen Exposition der Bevölkerung geeignet.

Grafische Darstellung


Abb.:
Feinstaubkonzentration im städtischen Hintergrund

2017 lag die Feinstaubkonzentration unter besonders günstigen meteorologischen Bedingungen (nur kurze und wenige austauscharme Inversionswetterlagen im Januar und Februar) bei 17 µg/m3. Die Trendanalyse über die letzten 10 Jahre ergibt einen fallenden Trend. Diese Werte zeigen, dass die langfristige städtische Hintergrundbelastung den EU-Jahresgrenzwert von 40 µg/m3 bereits sicher einhält. Hierfür haben wesentliche Verbesserungen in der Abgastechnik von Industrieanlagen und bei Fahrzeugen (insbesondere die Partikelfilter) sowie die konsequente Umsetzung von Maßnahmen der Luftreinhaltungsplanung beigetragen.

Weitere Auswertungen der Messungen haben ergeben, dass die pro Jahr zulässigen 35 Überschreitungen des EU-Tagesgrenzwerts von 50 µg/m3 bis 2013 an einzelnen Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen sowie bis 2012 im Nahbereich bestimmter industrieller Emittenten überschritten wurden. In den Jahren 2014-2017 wurden keine Überschreitungen ermittelt. Zur sicheren Einhaltung des Grenzwertes und der konsequenten Fortsetzung des Gesundheitsschutzes sind auch weiterhin Maßnahmen zur Verringerung der Feinstaubbelastung erforderlich. Wichtige Instrumente hierfür sind die Luftreinhaltepläne und Minderungsmaßnahmen in den Bereichen Verkehr, Landwirtschaft und Industrie.

Datenquellen, Berechnung und Einheit

Die städtische Hintergrundbelastung wird in NRW gemäß der europäischen Luftqualitätsrichtlinie überwacht. In die Berechnung des Indikators fließen die Ergebnisse von 25 Messstationen (Stand 2017) des Luftüberwachungsnetzes ein. Der Indikator ist der Mittelwert von allen an diesen Stationen gemessenen Jahresmittelwerten.

Folgende Messstationen wurden zur Ermittelung verwandt:

Aachen-BurtscheidDüsseldorf-LörickLeverkusen-ManfortSoest-Ost
Bielefeld-OstEssen-VogelheimLünen-NiederadenSolingen-Wald
Bonn-AuerbergGelsenkirchen-BismarkMönchengladbach-RheydtWesel-Feldmark
Borken-GemenHattingen-BlankensteinMülheim-StyrumWuppertal-Langerfeld
Datteln-HagemKöln-ChorweilerMünster-Geist
Dortmund-EvingKöln-RodenkirchenRatingen-Tiefenbroich
Duisburg-BuchholzKrefeld-LinnSchwerte

Weiterführende Informationen

Länderinitiative Kernindikatoren: Werte anderer Bundesländer

Landesregierung NRW: Luftreinhalteplanung

LANUV NRW: Aktuelle Messwerte zu PM10 und Wirkungen von Feinstaub

OpenData Stellung

Der Datensatz steht als OpenData unter der "Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0", zur Verfügung.

 Datentabelle:

  2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008
Feinstaubkonzentration im städtischen Hintergrund 23,0 26,0 27,0 24,0 24,0 25,0 24,0 22,0
Trend --- --- --- --- --- --- --- 23,5

  2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Feinstaubkonzentration im städtischen Hintergrund 23,0 23,0 23,0 21,0 21,0 19,0 18,0 20,0
Trend 22,9 22,3 21,6 21,0 20,4 19,8 19,1 18,5

  2017
Feinstaubkonzentration im städtischen Hintergrund 17,0
Trend 17,9

 © LANUV NRW 2017

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