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Umweltindikatoren NRW

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 11 - „Apfelblüte“ - Auswirkung der Klimaveränderung

Einheit: [Tag im Jahr]
Stand: 11.03.2019

Hintergrund / Bedeutung

Die Erfassung des jahreszeitlichen Entwicklungsgangs von Pflanzen und Tieren liefert wichtige Hinweise zu den langfristigen Auswirkungen des Klimawandels auf die Ökosysteme. Hierfür wird jährlich bei sogenannten phänologischen Beobachtungen das Eintrittsdatum der Apfelblüte (Beginn des Vollfrühlings) registriert. Durch Temperaturveränderungen wird in den gemäßigten Klimazonen insbesondere das Eintrittsdatum der Frühlingsphasen beeinflusst, weshalb langjährig beobachtbare Verschiebungen gute Hinweise zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Entwicklung von Pflanzen und Tieren und letztlich auch von Ökosystemen liefern.

Die Beobachtung und das Erkennen klimabedingter Verschiebungen bei der Entwicklung von Pflanzen und Tieren sollen dazu beitragen, dass rechtzeitig geeignete Anpassungsmaßnahmen initiiert werden können. Hierdurch sollen mögliche Schäden der Klimaänderungen auf das Ökosystem minimiert werden.

Ziele

Die 1992 in Rio verabschiedete Klimarahmenkonvention sieht vor, dass die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre auf einem Niveau stabilisiert wird, auf dem eine gefährliche anthropogene Störung des Weltklimas verhindert wird. Inzwischen wurde zusätzlich das Ziel, die globale Erwärmung seit der Industrialisierung auf zwei Grad Celsius, nach Möglichkeit aber auf 1,5 Grad Celsiua zu begrenzen.begrenzen, in die Klimarahmenkonvention aufgenommen. Als Vertragsstaat ist auch Deutschland zur Einhaltung dieser Ziele verpflichtet. Hieraus kann das Ziel abgeleitet werden, dass mit wirksamer Klimaschutzpolitik u.a. einer weiteren Verschiebung phänologischer Ereignisse entgegengewirkt werden soll.

NRW hat als erstes Bundesland ein Klimaschutzgesetz mit verbindlichen THG-Minderungszielen erlassen. Hier werden erstmals konkrete Minderungsziele für NRW gesetzlich verankert: Im Vergleich zum Jahr 1990 sollen die Treibhausgase bis 2020 um 25 Prozent und bis 2050 um mindestens 80 Prozent gesenkt werden.

Definition

Der Indikator zeigt mit dem Tag des Beginns der Apfelblüte den Eintritt des sogenannten phänologischen Vollfrühlings an. Dieses Datum verschiebt sich über die Jahre vor allem in Abhängigkeit von Temperaturveränderungen.

Grafische Darstellung


Abb.:
Beginn der Apfelblüte

Die Kurve der Eintrittsdaten für den Beginn der Apfelblüte weist den für Klimagrößen typischen, stark variierenden Verlauf von witterungsgeprägten Ereignissen auf. Die Trendanalyse des 30-jährigen Zeitraums von 1989 bis 2018 zeigt jedoch, dass die Apfelblüte in Nordrhein-Westfalen zunehmend früher eintritt.

Das Jahr 2014 sticht mit dem 8. April beziehungsweise dem 97. Tag im Jahr als besonders frühem Beginn der Apfelblüte hervor. Es ist das einzige Jahr, in welchem die Apfelblüte im landesweiten Durchschnitt vor dem 100. Tag des Jahres begann. Dies ist eine Folge der hohen Wintertemperaturen Ende 2013 / Anfang 2014 und den hohen Frühjahrstemperaturen 2014. Aber selbst in Jahren mit unterdurchschnittlichen Frühjahrstemperaturen, wie 2013, 1996, 2006 und 2010 hat der Vollfrühling in Nordrhein-Westfalen noch vor dem 4. Mai (124. Tag im Jahr) begonnen. Dieser Tag wurde als Mittelwert für den Beginn des Vollfrühlings in der Referenzperiode von 1961 bis 1990 berechnet. Die Beobachtung der Apfelblüte zeigt somit beispielhaft, dass die Ökosysteme auf die veränderten Umweltbedingungen reagieren. Die anthropogen verursachte Klimaveränderung ist demzufolge auch in Nordrhein-Westfalen angekommen.

Datenquellen, Berechnung und Einheit

Der Deutsche Wetterdienst erhebt deutschlandweit aktuell an ca. 1200 Stationen die Beobachtungsmeldungen aus der Natur. In NRW umfasst das Beobachtungsnetz seit 1951 insgesamt 699 Stationen, davon sind noch 118 aktiv. Die Apfelblüte wird an ca. 40 % dieser Stationen erfasst. Daneben werden insgesamt 158 weitere Entwicklungsphasen - die sogenannten Phänophasen wie z.B. Blattaustrieb, Blüte, Erntereife und Blattfall - von ausgewählten Pflanzen an ihren natürlichen Standorten erhoben.

Weiterführende Informationen

Länderinitiative Kernindikatoren: Werte anderer Bundesländer

Landesregierung NRW: Klimawandel und -anpassung

LANUV NRW: Phänologie

 © LANUV NRW 2017

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