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LÖBF-Mitteilungen

LÖBF-Mitteilungen Nr. 1/2004

Das Wildkaninchen – vom Plagegeist zum Sorgenkind

 

Obwohl die hohe Vermehrungsfähigkeit des Wildkaninchens sprichwörtlich ist, sind bundesweit seit Anfang der 1990er Jahre gravierende Bestandseinbrüche zu registrieren. Allein in Nordrhein-Westfalen ist gegenüber Mitte der 1970er Jahre ein Rückgang um nahezu 90 Prozent zu verzeichnen. Indikator hierfür ist die Jagdstrecke. Sie macht in Nordrhein-Westfalen inzwischen nur noch 50 Prozent derjenigen des Feldhasen aus.

Wesentliche Faktoren für die Bestandseinbrüche sind in erster Linie die beiden seuchenartig auftretenden Krankheiten Myxomatose und Rabbit Haemorrhagic Disease (RHD), auch Chinaseuche genannt. Anders als bei vielen anderen Tierarten spielen Lebensraumveränderungen keine entscheidende Rolle. Die Bestandssituation des Wildkaninchens ist insgesamt ungünstiger einzuschätzen als die des Hasen. Dennoch ist das Wildkaninchen keine Rote Liste-Art. Gemessen an neueren Artenschutzkriterien trägt das Land Nordrhein-Westfalen auch besondere Verantwortung für die Bestandserhaltung des Wildkaninchens. Das MUNLV als oberste Jagdbehörde hat bereits reagiert und eine Schonzeit für Altkaninchen vom 1. März bis 30. September eingeführt.

Die in dieser Ausgabe der LÖBF-Mitteilungen vorgestellten Beiträge zum Wildkaninchen gehen zurück auf den Bonner Jägertag, der am 17. September 2003 stattgefunden hat unter dem Leitthema „Das Wildkaninchen – gestern eine Plage, heute ein Sorgenkind“. Aufgezeigt werden die Darstellung und die Analyse der jüngeren Geschichte sowie der Istzustand des Wildkaninchens in Nordrhein-Westfalen. Es wird berichtet über Erfahrungen aus Spanien, einem europäischen Mutterland des Wildkaninchens. Darüber hinaus werden konkrete Empfehlungen und Hinweise vorgestellt zur angepassten Hege und Bejagung des Wildkaninchens. Als Stichworte seien hier genannt Hegepflicht, ein artenreicher und gesunder Wildbestand als Hegeziel und das Kriterium der Nachhaltigkeit der jagdlichen Nutzung. Die Beiträge zeigen auch auf den Forschungs- und Untersuchungsbedarf zu dieser Thematik und die diesbezüglichen Mitwirkungsmöglichkeiten durch die Jägerschaft.

Weitere Themen der vorliegenden Ausgabe der LÖBF-Mitteilungen sind der Schutz und die Pflege der Obstwiesen im Münsterland sowie die Kurzfassung einer Diplomarbeit zur Nahrungsökologie des Großen Buntspechtes.

 

 

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