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Landschaftsbildbewertung im Zuge der Ersatzgeld-Ermittlung für Eingriffe in das Landschaftsbild durch den Bau von Windenergieanlagen

Windenergieanlagen stellen Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes dar. Diese sind aufgrund der Höhe der Anlagen (> 20 m) in der Regel nicht ausgleichbar oder ersetzbar im Sinne des § 15 Abs. 6 Satz 1 BNatSchG. Eine landschaftsgerechte Wiederherstellung oder Neugestaltung der Landschaft im Sinne von § 15 Abs. 2 BNatSchG, sodass die Anlage nicht mehr als Fremdkörper in der Landschaft wahrgenommen wird, ist bei vertikalen Strukturen mit der Höhe moderner Windenergieanlagen nicht möglich. Daher ist, wenn eine solche Anlage zugelassen wird, für die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes ein Ersatz in Geld zu leisten.

Der Windenergieerlass („Erlass für die Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen und Hinweise für die Zielsetzung und Anwendung“) vom 04.11.2015 macht unter anderem landesweit einheitliche Vorgaben zur Landschaftsbildbewertung und Ersatzgeld-Ermittlung bei Eingriffen in das Landschaftsbild durch den Bau von Windenergieanlagen.

Die Höhe des Ersatzgeldes richtet sich demnach nach dem Wert des Landschaftsbildes im Umkreis der 15-fachen Anlagenhöhe um den Anlagenstandort.

Das LANUV erarbeitet derzeit eine Bewertung des Landschaftsbildes für die gesamte Fläche des Landes NRW. Dies geschieht im Zuge der Erstellung des Fachbeitrages des Naturschutzes und der Landschaftspflege.

Laut Windenergieerlass sollen die Vorhabenträger zur Ermittlung des Ersatzgeldes für Eingriffe in das Landschaftsbild durch den Bau von Windenergieanlagen die Landschaftsbildbewertung des LANUV übernehmen, soweit diese bereits vorliegt.

  • Für den Bereich des Kreises Euskirchen wenden Sie sich bezüglich der Geodaten zur Landschaftsbildbewertung bitte an die Untere Landschaftsbehörde des Kreises Euskirchen.
  • Für Bereiche, in denen die Landschaftsbildbewertung in Arbeit ist, erfragen sie bitte zunächst den Bearbeitungsstand unter der E-Mail-Adresse fachbereich22(at)lanuv.nrw.de.
  • Für alle Gebiete, in denen derzeit keine Daten vorliegen, ist die Landschaftsbildbewertung durch den Vorhabenträger selbst durchzuführen. Die dafür benötigten Sach- und Grafikdaten der Landschaftsräume in NRW können von der LANUV-Website heruntergeladen werden

Die Methodik der Landschaftsbildbewertung orientiert sich eng an der Vorgehensweise aus dem Fachbeitrag des Naturschutzes und der Landschaftspflege.

Die Methodenbeschreibung ist dem Windenergieerlass als Anlage beigefügt und kann unter folgendem Link abgerufen werden:

Verfahren zur Landschaftsbildbewertung beim Bau von Windenergieanlagen

Außerdem finden Sie nachfolgend Bewertungs- und Rechenbeispiele zur Ersatzgeldermittlung, die ebenfalls dem Windenergieerlass als Anlage beigefügt sind:

fiktives Beispiel 1 – Landschaftsbildeinheiten von eher hohem Wert

fiktives Beispiel 2 – Landschaftsbildeinheiten von mittlerer Wertstufe

fiktives Beispiel 3 – Landschaftsbildeinheiten der Wertstufe sehr gering/gering