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 A1 - Klimawandel und Vegetationsentwicklung

1) Beginn der Apfelblüte
(Machbarkeit: 1, DPSIR-Einstufung: I, Einheit: [Tag des Jahres])

2) Dauer der Vegetationsperiode
(Machbarkeit: 1, DPSIR-Einstufung: I, Einheit: [d])


Stand: 12.06.2015

Grafische Darstellung, Trend und Status :

Wählen Sie die darzustellenden Bundesländer aus:

Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen
Deutschland







Abb.: Beginn der Apfelblüte [Tag des Jahres]



Abb.: Dauer der Vegetationsperiode in Tagen [d]

Definition und Berechnungsverfahren:

Als Indikator für den langfristigen Entwicklungsgang der Vegetation, abhängig von den Jahreszeiten, wird der Beginn der Apfelblüte als Anzeiger des Eintritts des Vollfrühlings gewählt. Zusätzlich wird die Veränderung der Dauer der phänologischen Vegetationsperiode abgebildet, erfasst durch die Zeitspanne zwischen dem (relativ frühen) Blühbeginn der Salweide und der Blattverfärbung der Stieleiche als phänologischer Zeiger für den Eintritt des Spätherbstes. Damit ist eine Annäherung an die landwirtschaftliche Vegetationsperiode gegeben.

1) Beginn der Apfelblüte in Tag des Jahres: Berechnung des gleitenden 30-jährigen Mittels

Zunächst werden die jährlichen Mittelwerte aus den Daten der einzelnen Bundesländer gebildet, für Deutschland aus den Daten aller Bundesländer; daraus wird dann der Mittelwert für den gesamten 30-Jahres-Zeitraum berechnet. In der Grafik und Tabelle ist (aus technischen Gründen) jeweils das letzte Jahr der 30-Jahres-Periode angegeben.

2) Dauer der Vegetationsperiode (Kalendertag Blattverfärbung Stieleiche minus Kalendertag Blühbeginn Salweide) in Tagen: Berechnung des gleitenden 30-jährigen Mittels

Zunächst werden die jährlichen Mittelwerte aus den Daten der einzelnen Bundesländer gebildet, für Deutschland aus den Daten aller Bundesländer; daraus wird dann der Mittelwert für den gesamten 30-Jahres-Zeitraum berechnet. In der Grafik und Tabelle ist (aus technischen Gründen) jeweils das letzte Jahr der 30-Jahres-Periode angegeben.

Die Werte beziehen sich immer auf den gesamten 30-Jahres-Zeitraum. Damit wird verdeutlicht, dass nicht ein Jahr im Fokus steht, sondern ein ganzer Zeitraum. Der Zeitraum von 1961-1990 gilt als Klimanormalperiode und sollte als Vergleichszeitraum beibehalten werden.

Für die Berechnung des Indikators werden die Daten aller Beobachtungsstationen der jeweiligen Bundesländer herangezogen; es werden alle im jeweiligen Jahr zur Verfügung stehenden Daten berücksichtigt.

Datenquelle: Deutscher Wetterdienst DWD

Die phänologischen Daten werden zentral für das ganze Bundesgebiet durch den Deutschen Wetterdienst (DWD) erhoben. Der DWD unterhält in den alten Bundesländern seit 1951 ein phänologisches Beobachtungsprogramm. Für die neuen Bundesländer liegen seit 1961 entsprechende Daten vor. Daher beginnen die Datenreihen für den Indikator einheitlich ab dem Jahr 1961. 2013 waren in Deutschland 1185 Stationen aktiv.

Bedeutung:

Die Phänologie (Lehre von den Erscheinungen) befasst sich mit den im jahreszeitlichen Ablauf periodisch auftretenden Erscheinungen der Pflanzen- und Tierwelt, z. B. Blattaustrieb, Blüte und Blattfall, Zugverhalten und Paarungszeit von Vögeln. Phänologische Beobachtungen der Pflanzen erfassen die wiederkehrenden Wachstums- und Entwicklungserscheinungen, also die Eintrittszeiten charakteristischer Entwicklungsstadien (Phasen) der Pflanzen. Aus den Eintrittszeiten phänologischer Phasen kann der Einfluss veränderter Umweltbedingungen, v. a. Änderungen von Witterung und Klima, auf die Vegetationsentwicklung ermittelt werden. Verschiebungen phänologischer Phasen in Abhängigkeit von Temperaturveränderungen sind wissenschaftlich belegt und indizieren die Wirkung von Klimaänderungen in der belebten Natur. Langjährige Datenreihen haben dabei einen hohen Stellenwert.

Vor allem in gemäßigten Klimazonen wie Deutschland ist die Temperatur ausschlaggebend für die zeitliche Abfolge der phänologischen Phasen. Insbesondere die Frühlingsphasen (Vor-, Erst-, Vollfrühling, d.h. das Aufbrechen der Knospen, der Blattentfaltung und der Blüte der Pflanzen) zeichnen sich durch eine starke Korrelation mit der Temperatur aus (maßgeblich ist die Temperatur der einer Entwicklungsphase vorausgehenden 2-3 Monate.); der Eintritt der Herbstphasen dagegen wird von zahlreichen anderen Faktoren (z. B. Niederschlagsmenge im Sommer, Einstrahlung etc.) mitbestimmt.

Verschiebungen der Phasen können Auswirkungen für den Obst- und Weinbau, die Landwirtschaft und den Wald sowie für Lebensgemeinschaften und Arten haben. Denkbar sind veränderte und neue Konkurrenzen und Wechselwirkungen. Zudem bleibt auch bei früherem Blühbeginn infolge wärmerer Frühjahrstemperaturen weiterhin die Gefahr von Spätfrösten z. B. für die Obstblüte bestehen.

Hinweise zur Interpretation

Beide Indikatoren sind normiert. Bei einer länderübergreifenden Interpretation sind ergänzend die von Klimamodellen projizierten regionalen Unterschiede der Klimaveränderungen und deren Folgen (z. B. für biologische Vielfalt und Landwirtschaft) zu beachten.

Die aufeinander folgenden 30-jährigen Betrachtungszeiträume überschneiden sich um jeweils 29 Jahre. Dennoch ermöglicht die Auswertung den Verlauf der Veränderung aufzuzeigen. Daten für beide Indikatoren stehen jährlich zur Verfügung.

Landesspezifika / Stand:

 

Datenlage

Zielstellungen

Daten ab 1961

kein Ziel

Daten ab 1961

 

kein Ziel

Daten ab 1961. Für die Stadtstaaten steht kein ausreichendes Datenmaterial zur Verfügung (Auskunft DWD). Daher wurde Berlin mit Brandenburg zusammengefasst.

 

keine Angabe

Daten ab 1961

 

kein Ziel

Daten ab 1961. Für die Stadtstaaten steht kein ausreichendes Datenmaterial zur Verfügung (Auskunft DWD). Daher wurde Bremen mit Niedersachsen zusammengefasst.

 

kein Ziel

Daten ab 1961. Für die Stadtstaaten steht kein ausreichendes Datenmaterial zur Verfügung (Auskunft DWD). Daher wurde Hamburg mit Schleswig-Holstein zusammengefasst.

 

kein Ziel

Daten ab 1961

 

kein Ziel

Daten ab 1961

 

keine Angabe

Daten ab 1961

 

keine Angabe

Daten ab 1961

 

kein Ziel

Daten ab 1961

 

kein Ziel

Daten ab 1961

 

kein Ziel

Daten ab 1961

 

kein Ziel

Daten ab 1961

 

kein Ziel

Daten ab 1961

 

kein Ziel

Daten ab 1961

 

kein Ziel

Daten ab 1961

 

kein Ziel

Klärungsbedarf, Weiterentwicklung, weitere Schritte:

Die Bereitstellung der phänologischen Daten erfolgt durch den DWD (Beobachternetz). Auch bei Reduzierung der phänologischen Beobachtungsstationen ist für statistische Auswertungen sicherzustellen, dass weiterhin statistisch belastbare Datengrundlagen zur Verfügung stehen. Derzeit beschäftigt sich der AK Bioindikation/Wirkungsermittlung mit dieser Problematik. Die Ergebnisse sollen für die Weiterentwicklung des Indikators berücksichtigt werden.

Weiterhin werden in phänologischen Gärten Vegetationsphasen an genetisch identischen Pflanzen beobachtet, um den Einfluss des Erbgutes auf den Eintritt der Entwicklungsstadien auszuschließen. Zudem werden bestimmte Anforderungen an Lage und Exposition der Versuchsflächen gestellt, um eine bessere Vergleichbarkeit der Beobachtungsergebnisse zu gewährleisten. Internationale Programme sind die "Internationalen Phänologischen Gärten" (IPG; gegründet 1959). Derzeit existieren 79 Gärten, davon 33 in Deutschland (Stand 2011) und das "Global Phenological Monitoring" (GPM; erster Garten 1998 gepflanzt in Deuselbach/Hunsrück; derzeit insgesamt 30 Gärten, davon 21 in Deutschland (Stand 2011)). Die IPG dienen der Beobachtung möglicher Folgen des Klimawandels. In den Gärten werden phänologische Phasen wie z. B. Blattfall insbesondere an einheimischen Baum- und Straucharten beobachtet.

Wenn eine repräsentative Anzahl phänologischer Gärten in allen Bundesländern eingerichtet ist und Daten erfasst werden, ist eine Nutzung dieser Beobachtungsergebnisse zu prüfen.

"Verwandte" Indikatoren im Set:

LIKI-Vertreterin

Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie

Rheingaustraße 186
65203 Wiesbaden
Tel.: 0611 6939 250


Datentabelle:

 Datentabelle: Beginn der Apfelblüte [Tag des Jahres]

  1961-1990 1962-1991 1963-1992 1964-1993 1965-1994 1966-1995 1967-1996 1968-1997
Baden-Württemberg 123 123 123 123 122 122 122 122
Bayern 128 129 128 128 128 127 127 127
Berlin 127 128 127 127 127 126 126 126
Brandenburg 127 128 127 127 127 126 126 126
Bremen 128 128 127 127 127 126 126 126
Hamburg 135 135 135 134 134 133 133 133
Hessen 126 127 126 126 126 125 125 125
Mecklenburg-Vorpommern 133 134 133 133 132 132 132 132
Niedersachsen 128 128 127 127 127 126 126 126
Nordrhein-Westfalen 124 124 124 123 123 123 123 123
Rheinland-Pfalz 124 125 124 124 123 123 123 123
Saarland 122 122 122 122 121 121 121 121
Sachsen 130 131 131 130 130 129 129 129
Sachsen-Anhalt 127 127 127 126 126 125 126 126
Schleswig-Holstein 135 135 135 134 134 133 133 133
Thüringen 132 132 132 131 131 131 131 131
Deutschland 128 128 128 127 127 126 127 126

 

  1969-1998 1970-1999 1971-2000 1972-2001 1973-2002 1974-2003 1975-2004 1976-2005
Baden-Württemberg 122 121 120 120 120 119 119 119
Bayern 127 127 126 126 125 125 125 125
Berlin 126 125 125 124 124 124 124 123
Brandenburg 126 125 125 124 124 124 124 123
Bremen 126 125 125 124 124 123 123 123
Hamburg 133 132 132 131 131 131 130 130
Hessen 125 125 124 124 123 123 123 122
Mecklenburg-Vorpommern 132 131 130 130 129 129 129 129
Niedersachsen 126 125 125 124 124 123 123 123
Nordrhein-Westfalen 122 122 121 121 120 120 120 119
Rheinland-Pfalz 123 123 122 122 121 121 121 120
Saarland 121 121 120 120 120 119 120 119
Sachsen 129 129 128 128 127 127 127 126
Sachsen-Anhalt 125 125 124 124 123 123 123 123
Schleswig-Holstein 133 132 132 131 131 131 130 130
Thüringen 131 130 129 129 129 128 128 128
Deutschland 126 126 125 125 124 124 124 124

 

 
  1977-2006 1978-2007 1979-2008 1980-2009 1981-2010 1982-2011 1983-2012 1984-2013
Baden-Württemberg 119 119 118 117 117 117 116 116
Bayern 125 124 124 123 122 122 121 121
Berlin 123 122 122 121 121 120 120 120
Brandenburg 123 122 122 121 121 120 120 120
Bremen 123 122 122 121 120 120 119 120
Hamburg 130 129 128 127 127 126 126 126
Hessen 122 122 121 120 120 120 119 119
Mecklenburg-Vorpommern 128 128 127 126 126 125 125 125
Niedersachsen 123 122 122 121 120 120 119 120
Nordrhein-Westfalen 119 119 118 117 117 117 116 116
Rheinland-Pfalz 120 120 119 119 118 118 117 117
Saarland 119 119 119 118 118 117 117 117
Sachsen 126 126 125 124 124 123 123 123
Sachsen-Anhalt 122 122 121 120 120 119 119 119
Schleswig-Holstein 130 129 128 127 127 126 126 126
Thüringen 128 127 126 126 125 125 124 124
Deutschland 123 123 122 122 121 121 120 120

 

  1985-2014
Baden-Württemberg 115
Bayern 120
Berlin 119
Brandenburg 119
Bremen 119
Hamburg 125
Hessen 118
Mecklenburg-Vorpommern 124
Niedersachsen 119
Nordrhein-Westfalen 115
Rheinland-Pfalz 116
Saarland 116
Sachsen 121
Sachsen-Anhalt 118
Schleswig-Holstein 125
Thüringen 123
Deutschland 119

 


Datentabelle:

 Datentabelle: Dauer der Vegetationsperiode [Tage]

  1961-1990 1962-1991 1963-1992 1964-1993 1965-1994 1966-1995 1967-1996 1968-1997
Baden-Württemberg 209 209 210 210 211 212 211 211
Bayern 201 201 202 202 203 204 203 203
Berlin 201 201 201 202 202 203 203 203
Brandenburg 201 201 201 202 202 203 203 203
Bremen 204 204 204 205 206 207 206 207
Hamburg 196 196 197 197 198 198 198 199
Hessen 203 203 204 204 205 206 205 205
Mecklenburg-Vorpommern 197 197 197 198 199 199 199 200
Niedersachsen 204 204 204 205 206 207 206 207
Nordrhein-Westfalen 208 208 209 209 210 211 210 210
Rheinland-Pfalz 208 207 208 209 209 210 209 210
Saarland 212 212 213 214 215 215 214 215
Sachsen 197 197 198 198 199 200 199 200
Sachsen-Anhalt 200 200 200 201 202 203 202 203
Schleswig-Holstein 196 196 197 197 198 198 198 199
Thüringen 196 195 196 196 197 198 197 198
Deutschland 202 202 203 204 204 205 204 205

 

  1969-1998 1970-1999 1971-2000 1972-2001 1973-2002 1974-2003 1975-2004 1976-2005
Baden-Württemberg 212 212 213 214 214 215 215 214
Bayern 204 204 205 206 206 206 206 205
Berlin 204 204 205 206 206 207 206 206
Brandenburg 204 204 205 206 206 207 206 206
Bremen 207 208 209 210 211 211 211 210
Hamburg 200 201 202 203 203 203 203 203
Hessen 206 207 208 209 209 210 210 209
Mecklenburg-Vorpommern 200 201 203 203 204 204 204 204
Niedersachsen 207 208 209 210 211 211 211 210
Nordrhein-Westfalen 211 212 213 213 214 214 214 213
Rheinland-Pfalz 210 211 212 212 213 213 213 213
Saarland 215 216 217 218 219 219 219 218
Sachsen 200 201 202 203 203 204 204 203
Sachsen-Anhalt 203 204 205 206 207 207 207 207
Schleswig-Holstein 200 201 202 203 203 203 203 203
Thüringen 198 199 200 201 202 203 203 202
Deutschland 205 206 207 208 209 209 209 208

 

 
  1977-2006 1978-2007 1979-2008 1980-2009 1981-2010 1982-2011 1983-2012 1984-2013
Baden-Württemberg 214 214 214 215 214 215 215 215
Bayern 205 205 206 206 206 206 206 206
Berlin 206 206 207 207 207 207 208 207
Brandenburg 206 206 207 207 207 207 208 207
Bremen 210 210 211 212 212 212 212 212
Hamburg 203 204 205 205 206 206 206 206
Hessen 209 209 210 210 210 210 211 210
Mecklenburg-Vorpommern 205 205 206 207 207 208 208 208
Niedersachsen 210 210 211 212 212 212 212 212
Nordrhein-Westfalen 213 213 213 214 214 214 214 214
Rheinland-Pfalz 213 212 213 213 213 213 213 213
Saarland 218 218 218 219 218 219 219 218
Sachsen 203 203 204 205 205 205 206 205
Sachsen-Anhalt 207 207 208 208 209 209 209 209
Schleswig-Holstein 203 204 205 205 206 206 206 206
Thüringen 203 203 203 204 204 205 205 205
Deutschland 208 208 209 210 210 210 210 210

 

  1985-2014
Baden-Württemberg 215
Bayern 207
Berlin 208
Brandenburg 208
Bremen 213
Hamburg 207
Hessen 211
Mecklenburg-Vorpommern 209
Niedersachsen 213
Nordrhein-Westfalen 215
Rheinland-Pfalz 213
Saarland 219
Sachsen 206
Sachsen-Anhalt 210
Schleswig-Holstein 207
Thüringen 206
Deutschland 211

 

 Länderinitiative Kernindikatoren 2015

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