Schnellnavigation
Diese Seite drucken Dieses Fenster schließen
Logo der LIKI-Arbeitsgruppe
Textanfang.

 A1 - Klimaentwicklung

1) Phänologie - Veränderung des Beginns der Apfelblüte
(Machbarkeit: 1, DPSIR-Einstufung: I, Einheit: [d/10a])

2) Phänologie - Veränderung der Dauer der Vegetationsperiode
(Machbarkeit: 1, DPSIR-Einstufung: I, Einheit: [d/10a])


Stand: 24.10.2011

Grafische Darstellung, Trend und Status :

Wählen Sie die darzustellenden Bundesländer aus:

Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen
Deutschland







Abb.: Veränderung des Beginns der Apfelblüte


Abb.: Veränderung der Dauer der Vegetationsperiode

Definition und Berechnungsverfahren:

Als Indikator für die langfristige Temperaturentwicklung wird der Beginn der Apfelblüte als Anzeiger des Eintritts des Vollfrühlings gewählt. Zusätzlich wird die Veränderung der Dauer der gesamten Vegetationsperiode abgebildet, erfasst durch die Zeitspanne zwischen dem (relativ frühen) Blühbeginn der Salweide und der Blattverfärbung der Stieleiche als phänologischer Zeiger für den Eintritt des Spätherbstes. Damit ist eine Annäherung an die landwirtschaftliche Vegetationsperiode gegeben.

1) Veränderung des Beginns der Apfelblüte in Tag des Jahres; lineare Trendbetrachtung für 30 Jahre, Neuberechnung jeweils zu Beginn eines Jahrzehnts (also 1961-1990, 1971-2000 usw.); Angabe des 30-jährigen Trends, dargestellt als Veränderung in Tagen pro 10 Jahre (negative Werte = Verfrühung; positive Werte = Verspätung des Vollfrühlings).

2) Veränderung der Dauer der Vegetationsperiode (Kalendertag Blattverfärbung Stieleiche minus Kalendertag Blühbeginn Salweide) in Tagen; lineare Trendbetrachtung für 30 Jahre, Neuberechnung jeweils zu Beginn eines Jahrzehnts (also 1961-1990, 1971-2000 usw.); Angabe des 30-jährigen Trends, dargestellt als Veränderung in Tagen pro 10 Jahre (negative Werte = Verkürzung; positive Werte = Verlängerung der Vegetationsperiode).

Die Daten aller Beobachtungsstationen der jeweiligen Bundesländer werden gemittelt, es werden alle im jeweiligen Jahr zur Verfügung stehenden Daten berücksichtigt.

Datenquelle: Deutscher Wetterdienst DWD

Die phänologischen Daten werden zentral für das ganze Bundesgebiet durch den Deutschen Wetterdienst (DWD) erhoben. Der DWD unterhält in den alten Bundesländern seit 1951 ein phänologisches Beobachtungsprogramm. Für die neuen Bundesländer liegen seit 1961 entsprechende Daten vor. Das gesamte Beobachtungsnetz umfasst derzeit etwa 1.400 Stationen.

Bedeutung:

Die Phänologie (Lehre von den Erscheinungen) befasst sich mit den im jahreszeitlichen Ablauf periodisch auftretenden Erscheinungen der Pflanzen- und Tierwelt, z. B. Blattaustrieb, Blüte und Blattfall, Zugverhalten und Paarungszeit von Vögeln. Phänologische Beobachtungen der Pflanzen erfassen die wiederkehrenden Wachstums- und Entwicklungserscheinungen, also die Eintrittszeiten charakteristischer Vegetationsstadien (Phasen) der Pflanzen. Aus den Eintrittszeiten phänologischer Phasen kann der Einfluss veränderter Umweltbedingungen, v. a. Änderungen von Witterung und Klima, auf die Vegetationsentwicklung ermittelt werden. Verschiebungen phänologischer Phasen in Abhängigkeit von Temperaturveränderungen sind wissenschaftlich belegt und indizieren die Wirkung von Klimaänderungen in der belebten Natur. Langjährige Datenreihen haben dabei einen hohen Stellenwert.

Vor allem in gemäßigten Klimazonen wie Deutschland ist die Temperatur ausschlaggebend für die zeitliche Abfolge der phänologischen Phasen. Vor allem die Frühlingsphasen (Vor-, Erst-, Vollfrühling, d.h. das Aufbrechen der Knospen, der Blattentfaltung und der Blüte der Pflanzen) zeichnen sich durch eine starke Korrelation mit der Temperatur aus (maßgeblich ist die Temperatur der einer Entwicklungsphase vorausgehenden 2-3 Monate.); der Eintritt der Herbstphasen dagegen wird von zahlreichen anderen Faktoren (z.B. Niederschlagsmenge im Sommer, Einstrahlung etc.) mitbestimmt.

Landesspezifika / Stand:

 

Datenlage

Zielstellungen

Werte für die Perioden 1961-1990,1971-2000 und 1981-2010

Werte für die Perioden 1961-1990,1971-2000 und 1981-2010

 

Werte für die Perioden 1961-1990,1971-2000 und 1981-2010. Für die Stadtstaaten steht kein ausreichendes Datenmaterial zur Verfügung (Auskunft DWD). Daher muss Berlin mit Brandenburg zusammengefasst werden. Um eine einheitliche Datenlage zu gewährleisten, werden die Daten ab 1961 erfasst.

 

Werte für die Perioden 1961-1990,1971-2000 und 1981-2010

 

Werte für die Perioden 1961-1990,1971-2000 und 1981-2010. Für die Stadtstaaten steht kein ausreichendes Datenmaterial zur Verfügung (Auskunft DWD). Daher muss Bremen mit Niedersachsen zusammengefasst werden.

 

Werte für die Perioden 1961-1990,1971-2000 und 1981-2010. Für die Stadtstaaten steht kein ausreichendes Datenmaterial zur Verfügung (Auskunft DWD). Daher muss Hamburg mit Schleswig-Holstein zusammengefasst werden.

 

Werte für die Perioden 1961-1990,1971-2000 und 1981-2010

 

Werte für die Perioden 1961-1990,1971-2000 und 1981-2010

 

Werte für die Perioden 1961-1990,1971-2000 und 1981-2010

 

Werte für die Perioden 1961-1990,1971-2000 und 1981-2010

 

Werte für die Perioden 1961-1990,1971-2000 und 1981-2010

 

Werte für die Perioden 1961-1990,1971-2000 und 1981-2010

 

Werte für die Perioden 1961-1990,1971-2000 und 1981-2010

 

Werte für die Perioden 1961-1990,1971-2000 und 1981-2010

 

Werte für die Perioden 1961-1990,1971-2000 und 1981-2010

 

Werte für die Perioden 1961-1990,1971-2000 und 1981-2010

 

 

Klärungsbedarf, Weiterentwicklung, weitere Schritte:

In phänologischen Gärten werden Vegetationsphasen an genetisch identischen Pflanzen beobachtet, um den Einfluss des Erbgutes auf den Eintritt der Entwicklungsstadien auszuschließen. Zudem werden bestimmte Anforderungen an Lage und Exposition der Versuchsflächen gelegt, um eine bessere Vergleichbarkeit der Beobachtungsergebnisse zu gewährleisten. Internationale Programme sind die "Internationalen Phänologischen Gärten" (IPG; gegründet 1959). Derzeit existieren 79 Gärten, davon 33 in Deutschland (Stand 2011)) und das "Global Phenological Monitoring" (GPM; erster Garten 1998 gepflanzt in Deuselbach/Hunsrück; derzeit insgesamt 30 Gärten, davon 21 in Deutschland (Stand 2011)). Die IPG dienen der Beobachtung möglicher Folgen des Klimawandels. In den Gärten werden phänologische Phasen wie z.B. Blattfall insbesondere an einheimischen Baum- und Straucharten beobachtet.

Wenn eine repräsentative Anzahl phänologischer Gärten in allen Bundesländern eingerichtet ist und Daten erfasst werden, ist eine Nutzung dieser Beobachtungsergebnisse zu prüfen.

Hinweis:
Der Arbeitskreis Bioindikation (Arbeitskreis im Auftrag der Landesämter und -anstalten für Umweltschutz), Unterarbeitskreis Monitoring von Klimaveränderungen durch Bioindikation (kurz UAK Klima-Biomonitoring), empfiehlt zur Bioindikation der Auswirkungen von Klimaveränderungen auf die Flora u.a. phänologische Erhebungen und entwickelt Standards für die Auswertung phänologischer Daten. Ziele sind neben einer methodischen Weiterentwicklung auch länderübergreifende Auswertungen und Darstellungen, zunächst primär der DWD-Phänologiedaten.

"Verwandte" Indikatoren im Set:

LIKI-Vertreterin

Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie

Rheingaustraße 186
65203 Wiesbaden
Tel.: 0611 6939 250


Datentabelle:

 Datentabelle: Veränderung des Beginns der Apfelblüte in Tagen pro 10 Jahre [d/10a]

  1961-1990 1971-2000 1981-2010
Baden-Württemberg 0,0 -4,1 -4,5
Bayern -0,2 -3,4 -4,6
Berlin -0,6 -4,7 -5,1
Brandenburg -0,6 -4,7 -5,1
Bremen -0,7 -5,1 -5,2
Hamburg -0,9 -5,0 -5,6
Hessen 0,5 -4,2 -5,4
Mecklenburg-Vorpommern -1,4 -5,2 -4,6
Niedersachsen -0,7 -5,1 -5,2
Nordrhein-Westfalen -0,3 -5,0 -4,7
Rheinland-Pfalz 0,9 -4,0 -5,0
Saarland 0,8 -1,9 -4,4
Sachsen -0,1 -4,6 -5,3
Sachsen-Anhalt -0,9 -5,1 -4,8
Schleswig-Holstein -0,9 -5,0 -5,6
Thüringen 0,3 -4,9 -5,4
Deutschland --- --- ---

 


Datentabelle:

 Datentabelle: Veränderung der Dauer der Vegetationsperiode in Tagen pro 10 Jahren [d/10a]

  1961-1990 1971-2000 1981-2010
Baden-Württemberg 1,6 2,8 3,5
Bayern 2,0 1,3 2,6
Berlin 2,2 3,1 3,5
Brandenburg 2,2 3,1 3,5
Bremen 3,6 3,5 4,7
Hamburg 3,0 5,3 5,3
Hessen 2,4 3,7 4,3
Mecklenburg-Vorpommern 3,8 6,4 5,4
Niedersachsen 3,6 3,5 4,7
Nordrhein-Westfalen 2,3 2,4 3,2
Rheinland-Pfalz 2,7 2,5 2,8
Saarland 4,2 3,5 2,6
Sachsen 3,6 3,9 3,6
Sachsen-Anhalt 3,7 4,9 3,7
Schleswig-Holstein 3,0 5,3 5,3
Thüringen 2,6 4,8 4,9
Deutschland --- --- ---

 

 Länderinitiative Kernindikatoren 2012

Diese Seite drucken Dieses Fenster schließen