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FAQ zur Afrikanischen Schweinepest (ASP)


Was ist die Afrikanische Schweinepest?

  • Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine virusbedingte Infektionskrankheit. Es handelt sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche. Erreger dieser hochansteckenden und tödlichen Schweinekrankheit ist das African Swine Fever Virus (ASFV), welches ursprünglich nur in den afrikanischen Ländern verbreitet war.

Welche Tiere sind betroffen und ist ASP für den Menschen gefährlich?

  • Die ASP betrifft ausschließlich Schweine (Haus- und Wildschweine). Eine Übertragung auf andere Tiere, wie zum Beispiel Jagdhunde, findet nicht statt
  • Eine Ansteckungsgefahr für den Menschen besteht nicht

Wo ist die ASP schon ausgebrochen?

  • Die Afrikanische Schweinepest ist bisher in Deutschland noch nie aufgetreten. Ursprünglich traten Infektionen in Afrika südlich der Sahara und in Ländern der kaukasischen Region gehäuft auf. Im Jahr 2007 sind erste Fälle der ASP in Russland und Georgien aufgetreten. Von dort aus hat sich die Tierseuche in den darauffolgenden Jahren in Osteuropa ausgebreitet. 2014 waren bereits die Länder Ukraine, Weißrussland sowie die EU-Mitgliedsstaaten Litauen, Polen, Lettland und Estland betroffen. Diese Länder meldeten mehrere ASP-Fälle von Wild- und Hausschweinen. Am 27. Juni 2017 meldete die Tschechische Republik den ersten Fall von ASP in der Wildschweinpopulation. Die ASP ist somit nur noch ca. 300 km von der deutschen Grenze entfernt. Es ist davon auszugehen, dass der Ausbruch der ASP in Tschechien auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen ist.

Wie wird die Erkrankung übertragen?

  • In ihrem Hauptverbreitungsgebiet, den afrikanischen Ländern südlich der Sahara und einigen Mittelmeerländern kann die Erkrankung über Lederzecken übertragen werden. Dieser Übertragungsweg spielt jedoch in unseren Breiten keine Rolle. Die Erkrankung kann hier direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände übertragen werden. In Fleisch- und Wurstwaren ist das Virus über einen langen Zeitraum haltbar. Besonders kritisch sind dabei Reste von Lebensmitteln einzustufen, die aus ASP-Ausbruchsgebieten stammen. Unter ungünstigen Bedingungen kann ein unachtsam entsorgtes Wurstbrötchen ausreichen, um die Seuche einzuschleppen. Besonders effizient ist die Übertragung über Schweiß (Blut). Kleinste Tropfen reichen für eine Infektion! Daher ist die Hygiene bei der Jagd besonders wichtig.

Wie sieht die Erkrankung bei Wildschweinen aus?

  • Bei europäischen Wildschweinen führt die Infektion zu sehr schweren, aber unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemproblemen. Durchfall und Blutungsneigung (Nasenbluten, blutiger Durchfall, Hautblutungen) können ebenfalls auftreten. Erkrankte Tiere zeigen manchmal eine verringerte Fluchtbereitschaft oder andere Auffälligkeiten wie Bewegungsunlust und Desorientiertheit. Die Erkrankung betrifft alle Altersklassen und Geschlechter gleichermaßen und führt in nahezu allen Fällen zum Tod des Tieres innerhalb  weniger Tage.

Was passiert beim Auftreten der Schweinepest?

  • Die Afrikanische Schweinepest ist anzeigepflichtig. Es wird nach den Vorgaben des Tierseuchenrechts vorgegangen. Beim Auftreten der Erkrankung in einem Hausschweinbestand ist die Tötung aller Tiere des Bestandes unumgänglich.

Stellt die ASP ein Risiko für Deutschland dar?

  • Das Risiko des Eintrags von ASP nach Deutschland durch illegale Verbringung und Entsorgung von kontaminiertem Material wird vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) als hoch eingeschätzt. Das Risiko des Eintrags durch kontaminiertes Schweinefleisch oder daraus hergestellte Erzeugnisse entlang des Fernstraßennetzes durch Fahrzeuge oder Personen wird im Sinne eines „worst case scenario“ als hoch bewertet. Das Risiko des Ersteintrags der ASP in die Wildschweinpopulation als größer eingeschätzt als ein Eintrag in Hausschweinebestände. Sollte es zu Ausbrüchen in der heimischen Wildschweinpopulation kommen, so hätte dies verheerende wirtschaftliche Konsequenzen für den Schweinefleischmarkt. Außerdem stellen infizierte Wildschweine eine ständige Infektionsgefahr für Hausschweine dar. Nähere Informationen unter: https://www.fli.de/de/publikationen/risikobewertungen/#c18951

Wie wird die Erkrankung behandelt?

  • Eine Behandlung ist nicht möglich und überdies gesetzlich verboten. Für die Prophylaxe  steht anders als gegen die Klassische Schweinepest (KSP)  bei der ASP kein Impfstoff zur Verfügung! Daher können ausschließlich hygienische Maßnahmen und Populationsregulation zur Bekämpfung eingesetzt werden. Den rechtlichen Rahmen der Bekämpfung gibt auf Bundesebene die Schweinepestverordnung vor.

Welche Aufgaben hat die Sachverständigengruppe ASP NRW?

  • Die Kernaufgabe der Sachverständigengruppe ASP des Landes NRW besteht in der Abstimmung von präventiven Maßnahmen gegen die Verbreitung der ASP und der Vorbereitung auf einen Ausbruch in der Wildschweinpopulation. Angesichts der aktuellen Seuchenlage und der realen Bedrohung für die Einschleppung nach Deutschland fand Ende August 2017 im Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) eine Sitzung der Sachverständigengruppe ASP statt.

Welche Maßnahmen gegen ASP fordert die Sachverständigengruppe ASP NRW?

  • Als eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen fordert die Sachverständigengruppe ASP die Verringerung der Wildschweindichte.
  • Eine Bejagung und Reduzierung der Wildschweinpopulation muss effektiv und tierschutzgerecht gestaltet werden. Die Vorgehensweise zur Prävention, aber auch im Seuchenfall, wurde im engen Dialog mit der Jägerschaft erarbeitet.
  • Eine wesentliche Vorbeugemaßnahme ist die Aufklärung der Bevölkerung hinsichtlich des Risikos, das von virushaltigen Lebensmitteln ausgeht. Die leider sehr häufig zu beobachtende nicht ordnungsgemäße Entsorgung von Abfällen, insbesondere auf Autobahnraststätten und Parkplätzen, stellt die größte Eintragsquelle für ASP in die Wildschweinpopulation dar.
  • Im Tierseuchenfall werden Wildsammelstellen und entsprechende Container für die infizierten Tiere notwendig.

Welche Maßnahmen gegen ASP wurden vom Land NRW bereits ergriffen?

  • Die wichtigste Prävention gegen ASP ist die Reduktion der Wildschweinpopulation. Daher wurde als erste vorbeugende Maßnahme vom Land NRW die Schonzeit für die Bejagung von Wildschweinen aufgehoben.
  • Um den Anreiz für die Maßnahme der Populationsreduzierung in der Jägerschaft zu erhöhen, übernimmt das NRW-Verbraucherschutzministerium bis zu 10 € für die Trichinenuntersuchung bei Frischlingen. Als Frischlinge bezeichnet man bis zu einjährige Wildschweine. Sie gelten als „Motor der Populationsdynamik“. Für dieses Projekt wurde ein Betrag von insgesamt  50.000 € bereitgestellt. Bisher wurden bereits 12.000 € an die Jägerschaft ausgegeben. Der aktuelle Stand kann unter:   https://www.lanuv.nrw.de/landesamt/foerderprogramme/praemie-asp/ abgerufen werden. Damit trägt das Land der besonderen Problematik einer landesweit anzutreffenden erhöhten Schwarzwildpopulation und der sich daraus ergebenen erhöhten Gefährdungslage im Hinblick auf die ASP in einem ersten Schritt Rechnung.
  • In Fleisch- und Wurstwaren ist das Virus über einen langen Zeitraum haltbar. Besonders kritisch sind dabei Reste von Lebensmitteln einzustufen, die aus ASP-Ausbruchsgebieten stammen. Kommen Wildschweine mit diesen in Kontakt,  bspw. durch unsachgemäße Entsorgung auf Rast- und Parkplätzen entlang der Reiserouten zwischen Ost und West, ist ein Eintrag der ASP in die hiesige Wildschweinpopulation möglich. Über entsprechende Hinweisschilder und die Verteilung von Handzetteln in mehreren osteuropäischen Sprachen an LKW-Fahrer im gesamten Bundesgebiet wird der genannte Personenkreis auf die Gefahren hingewiesen. Über die Landwirtschaftlichen Verbände wurden bereits gezielt die landwirtschaftlichen Saisonarbeitskräfte, die häufig aus betroffenen Regionen stammen, über die Gefahrenlage informiert.