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Therapiehäufigkeit und Kennzahlen

Bedeutung der betrieblichen halbjährlichen Therapiehäufigkeit (TH)

Die für Ihren Betrieb ermittelte und Ihnen von der zuständigen Behörde mitgeteilte betriebliche halbjährliche Therapiehäufigkeit gibt an, an wie vielen Tagen im abgelaufenen Halbjahr ein Tier im Durchschnitt in Ihrem Bestand mit Antibiotika behandelt wurde. Sie erlaubt den Vergleich des Antibiotikaeinsatzes in Ihrem Betrieb mit dem Antibiotikaeinsatz anderer Betriebe für diesen Zeitraum - unabhängig von der Zahl der gehaltenen Tiere. Sie wird für jede Nutzungsart getrennt ermittelt. Als Vergleichswerte werden bundesweit die Kennzahlen 1 und 2 ermittelt.

Bedeutung der Kennzahlen 1 und 2

Die bundesweit errechneten Kennzahlen 1 und 2 werden aus den Therapiehäufigkeiten (TH) aller Betriebe für das jeweilige Halbjahr berechnet. Sie werden nach Ablauf des Halbjahres bis Ende März bzw. Ende September im Bundesanzeiger, in der zentralen Datenbank des HI-Tier Bereichs TAM und in der Fachpresse veröffentlicht.

Die Kennzahlen 1 und 2 werden getrennt für jede Nutzungsart berechnet.

Die Kennzahl 1 ist der Median, d. h. genau der Wert, der in der Mitte der nach Größe sortierten Therapiehäufigkeit steht.

Die Kennzahl 2 ist das 3. Quartil, d. h. werden die Werte wieder nach Größe sortiert, so liegen 75% der Werte unter diesem Wert, aber 25 % oberhalb des Wertes.

Anwendung der Kennzahlen durch den Tierhalter

Jeder Tierhalter ist verpflichtet (gem. § 58d AMG), die für seinen Betrieb ermittelte betriebliche halbjährliche Therapiehäufigkeit mit den bundesweiten Kennzahlen 1 und 2 zu vergleichen und das Ergebnis in seinen Betriebsunterlagen zu dokumentieren. Am einfachsten geschieht dies auf dem Mitteilungsschreiben zur betrieblichen Therapiehäufigkeit je Nutzungsart, welches Ihnen durch Ihre zuständige Kreisordnungsbehörde zugesandt wurde. Die dort abgedruckte Tabelle bietet in der Spalte „Bewertung durch den Tierhalter am….“ die Möglichkeit der individuellen Bewertung.

Hierzu nachstehend ein Beispiel:

 

Muster

Ergänzung ab 31.3. (bzw. 30.9.) durch den Tierhalter

Mitteilungspflichtige Nutzungsart

Betriebl. Therapiehäufigkeit (TH)

Kennzahl 1

Kennzahl 2

Bewertung durch den Tierhalter am ………………….

Mastrinder bis 8 Mon.

1

2

4

Ok, kein Handlungsbedarf

Mastputen

6

4

8

Prüfung notwendig

Masthühner

10

4

8

Maßnahmenplan notwendig

Notwendige Maßnahmen (gem. § 58d Arzneimittelgesetz)

  1. Die Therapiehäufigkeit Ihres Betriebes liegt unter der Kennzahl 1
    Sie brauchen nichts zu unternehmen. Alles ist im „grünen“ Bereich.
  2. Die Therapiehäufigkeit Ihres Betriebes liegt zwischen der Kennzahl 1 und 2
    Sie müssen mit Ihrem Tierarzt prüfen, ob Sie den Antibiotikaeinsatz in Ihrem Betrieb verringern können. Ihr Antibiotikaverbrauch liegt im „gelben“ (Warn-)Bereich.
  3. Die Therapiehäufigkeit Ihres Betriebes liegt über der Kennzahl 2, also im „roten“ Bereich
    Sie müssen sich von Ihrem Tierarzt beraten lassen und einen schriftlichen Maßnahmenplan erstellen. Der Maßnahmenplan soll aufzeigen, wie der Antibiotikaeinsatz in Ihren Betrieb verringert werden kann. Den Maßnahmenplan müssen Sie spätestens 4 Monate nach Bekanntgabe der bundesweiten durchschnittlichen Therapiehäufigkeiten, bzw. der Kennzahlen 1 und 2, Ihrer zuständigen Kreisordnungsbehörde vorlegen. Sind Maßnahmen notwendig, die länger als sechs Monate dauern, z. B. Umbauten, müssen Sie den Maßnahmenplan mit einem Zeitplan ergänzen.

Umfang des Maßnahmenplans

Der Maßnahmenplan ist auf Basis einer tierärztlichen Beratung zu erstellen und sollte folgende Punkte enthalten:

  1. Angaben zum Betrieb
  2. Gründe, die zur Überschreitung der Kennzahl 2 geführt haben
  3. Ergebnis der tierärztlichen Beratung
  4. Konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Tiergesundheit, um den Antibiotikaeinsatz zu minimieren
  5. ggf. einen Zeitplan

Weitere Informationen und ein Muster-Formular für einen Maßnahmeplan finden Sie unter

Was bedeuten die angezeigten Plausibilitätsmeldungen in HI-Tier?

Sie stellen Plausibilitätsprüfungen der Datenbank dar und weisen auf widersprüchliche Eingaben hin. In diesem Fall sind alle Eingaben noch einmal genau zu prüfen und ggf. zu korrigieren.

Für die Ermittlung einer korrekten betrieblichen Therapiehäufigkeit ist es wichtig, dass Sie die Plausibilitätsmeldungen so schnell wie möglich korrigieren. Fehler, die nicht korrigiert werden, spiegeln sich in einer fehlerhaften TH wieder.