© lanuv/phantermedia.net/vesilvio
Sie sind hier: Startseite LANUV » Verbraucherschutz » Lebensmittelsicherheit » Futtermittel » Kontrollen der Futtermittelüberwachung

Kontrollen der Futtermittelüberwachung

Das LANUV führt in Nordrhein-Westfalen jährlich allein in der Futtermittelüberwachung mehr als 650 Betriebskontrollen durch. Bei den circa 2150 Betrieben würde jeder Betrieb also durchschnittlich nur alle 3 Jahre überprüft.

Ein solches Gießkannenprinzip ist aber nicht ziel- und risikoorientiert, da Mischfutterhersteller mit mehr als 100.000 t Mischfutterproduktion im Jahr genauso behandelt würden wie ein kleiner Landhandel, der 100 t Mischfutter in Kleinpackungen für Pferde und Heimtiere vertreibt. Aus diesem Grund wurden in der Überwachung seit jeher Schwerpunkte gesetzt: Die Intensität der Betriebskontrollen richtet sich nach dem Risiko für die Schutzziele bzw. der Bedeutung des Betriebs für den Futtermittelmarkt.

Die Überwachung auf der Basis einer Risikoanalyse ist für den gesamten Lebensmittel- und Futtermittelbereich festgeschrieben in der EG-Basis-Verordnung 178/2002 für die Lebensmittel- und Futtermittelüberwachung. In die Risikoanalyse fließen auch die Ergebnisse der Überwachung aus den Vorjahren ein, so dass ein Betrieb, der in den Vorjahren keinen Grund zur Beanstandung gegeben hat, damit rechnen kann, in den kommenden Jahren weniger intensiv überprüft zu werden als ein Betrieb, bei dem in den Vorjahren Mängel aufgedeckt wurden. Im Ergebnis liegt die Überwachungsfrequenz zwischen 4 Betriebskontrollen im Jahr und einer Überprüfung in 10 Jahren. Neben dieser Planung lässt das LANUV natürlich genügend Raum für Anlass- und Nachkontrollen.

Zu Beginn eines Jahres werden alle Aufträge als Soll in das IT-System des LANUV gebucht, um die risikobasierten Kontrollen planen zu können. Ein Ampelsystem zeigt allen Beteiligten regelmäßig an, ob der Plan eingehalten wird oder Korrekturen vorgenommen werden müssen. Neu hinzukommende Fragestellungen werden durch kurzfristig veranlasste Verdachtskontrollen bewältigt – notfalls werden dafür Plankontrollen bei Betrieben mit geringerem Risiko gestrichen.

Die Futtermittelkontrolleurinnen und Futtermittelkontrolleure des LANUV entnehmen im Jahr ca. 1600 Futtermittelproben und lassen diese bei den Staatlichen oder Chemischen Veterinäruntersuchungsämtern in Nordrhein-Westfalen auf mehr als 400 verschiedene Parameter untersuchen.

Die Auswahl der Parameter orientiert sich am "Rahmenplan der Kontrollaktivitäten  im Futtermittelsektor“, der unter Beteiligung der Länder, des BMELV, des BVL und des BfR erarbeitet wird und Bestandteil des Integrierten mehrjährigen Kontrollplans der Bundesrepublik Deutschland ist. U. a. werden folgende Parameter untersucht: 

  • Unerwünschte Stoffe, z. B. Dioxine, Mykotoxine, Mutterkorn, Schwermetalle, chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW), polychlorierte Biphenyle (PCB) usw.,
  • Pflanzenschutzmittelrückstände,
  • Unzulässige Stoffe, z. B. nicht mehr zugelassene Antibiotika, Tierarzneimittelrückstände,
  • Verbotene Stoffe, z. B. tierische Bestandteile in Wiederkäuerfutter
  • Inhaltsstoffe, z. B. Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche und Energiegehalte
  • Zusatzstoffe, z. B. Kokzidiostatika, Spurenelemente und Vitamine
  • mikrobiologische Beschaffenheit und Salmonellen
  • Zusammensetzung.