Vogelgrippe

Die Landesvorgaben für die Aufstallung von Geflügel wurden am 16.03 2017 aufgehoben. Die Entscheidung, ob in einzelnen Regionen Geflügel weiterhin eingesperrt bleibt, liegt nun bei den Kreisen und kreisfreien Städten im Land. Es wird aber nach wie vor zur größten Sorgfalt bei der Hygiene aufgerufen, da das Geflügelpest-Virus H5N8 immer noch vorhanden ist und auch jederzeit wieder aktiv werden kann.

Am 3. Februar 2017 wurde die Pflicht zur Aufstallung von Geflügel per Erlass des NRW-Verbraucherschutzministeriums in Teilen von NRW aufgehoben. Die Kreis-Veterinärbehörden entscheiden risikoorientiert, ob in Gemeinden mit einer Geflügeldichte von weniger als 300 Tieren pro Quadratkilometer das Aufstallungsgebot aufgehoben werden kann. In bestehenden Restriktionsgebieten, in Risikogebieten und in allen Gebieten mit mehr als 300 Tieren pro Quadratkilometer bleibt die Aufstallpflicht bestehen.

 In Ausnahmefällen können die Kreis-Veterinärbehörden auf Antrag des Tierhalters nach Prüfung seuchenrechtlicher Belange und Fragen des Tierschutzes von dieser Regel abweichen. Als Vorsorgemaßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus H5N8 war die landesweite Pflicht zur Aufstallung von Geflügel am 20. Dezember 2016 angeordnet worden.

Seit dem 16. November 2016 gelten für alle Betriebe unabhängig von der Bestandsgröße sowie auch für Zoos, Vogelparks und ähnliche Einrichtungen Maßnahmen zum Schutz vor Ansteckung. Dazu gehören erhöhte Anforderungen an Hygiene und Desinfektion sowie das Verbot von Geflügelbörsen und Märkten sowie ähnlichen Veranstaltungen. Da auf diesen Veranstaltungen Geflügel aus verschiedenen Betrieben und Gebieten aufeinander trifft und dort ein Publikum verkehrt, das häufig in engem Kontakt zur Geflügelhaltung steht,  ist dort von einem hohen potentiellen Risiko der Erregerverschleppung im Rahmen solcher Veranstaltungen auszugehen.

Zu Fragen der Jagdausübung in den Sperr- und Beobachtungsgebieten geben die Veterinärämter der Kreise und kreisfreien Städte Auskunft.

Zur Früherkennung eines möglichen Erreger-Eintrags in der Wildvogelpopulation  werden erkrankte bzw. verendete Wildvögel amtlich untersucht. In den Risikogebieten wird das Monitoring auf Hausgeflügel ausgedehnt.

Was ist beim Auffinden eines verendeten Vogels zu tun?

Nicht jeder tote Vogel muss an der Geflügelpest verendet sein. Falls der gefundene Vogel doch infiziert ist, können Menschen und Säugetiere (z. B. Hunde oder Katzen) nicht angesteckt werden. Trotzdem: Fassen Sie den Vogel nicht an und nehmen Sie ihn nicht mit! Bitte informieren Sie das Veterinäramt Ihrer Stadt/ Ihres Landkreises oder die Polizei!  

Auswirkung auf die Kennzeichnung von Geflügelerzeugnissen und Kennzeichnung der Verpackungen

Die Erzeugnisse in Aufstallungsgebieten können im Fall einer veterinärrechtlich angeordneten Aufstallung weiterhin als Produkte aus Freilandhaltung bzw. Ökolandbau vermarket werden. Bei Eiern und Geflügel aus konventioneller Freilandhaltung ist dies allerdings auf 12 Wochen beschränkt, bei Fortdauer der Stallpflicht muss die Auslobung auf Bodenhaltung geändert werden. D. h. die in den betreffenden Legehennenbetrieben erzeugten Eier sind verpflichtend mit der Kennzeichnung 2-DE-05… als Bodenhaltung zu kennzeichnen. Ebenso sind die die Verpackungen deutlich mit der Haltungsform Bodenhaltung zu etikettieren. Um unnötige Kosten durch Neubeschaffung von Verpackungsmaterial zu vermeiden, kann das Verpackungsmaterial weitergenutzt werden, wenn alle Hinweise auf die Freilandhaltung geschwärzt oder überklebt werden. Gegen zusätzliche Informationen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, solange sie der Wahrheit und Klarheit dienen und zutreffend sind und für eine/einen normale Verbraucherin/normalen Verbraucher erkennbar ist, dass es sich bei dieser Packung und deren Inhalt um Eier aus Bodenhaltung handelt. Z.B. wird der seitens KAT konkret vorgeschlagene Text akzeptiert: „Vorübergehend zum Schutz unserer Legehennen – Eier aus Bodenhaltung [(mit Wintergartenauslauf)] oder [- aufgrund der gesetzlichen Stallpflicht –] Infos unter: www.was-steht-auf-dem-ei.de

Aufgrund der Vorschriften des Anhangs II der VO 589/08 ist eine Verlängerung der 12 Wochenfrist auch bei Neueinstallungen nicht zulässig.

Im Ökolandbau gibt es keine zeitliche Beschränkung; hier werden die Tiere weiterhin ökologisch gefüttert und haben einen 50 % höheres Platzangebot im Stall; die Eier können daher auch länger als 12 Wochen nach der Aufstallung als ökologisch gekennzeichnet werden.

Für Betriebe außerhalb der Aufstallungsgebiete gilt die Verpflichtung zur Auslaufgewährung im Hinblick auf die Vermarktungsmöglichkeiten „Freiland“ und „Öko-Landbau“ unverändert. Wenn ein Betriebsleiter sich entschließt, seinen Bestand vorsorglich aufzustallen, können die Erzeugnisse nur als Bodenhaltungserzeugnisse vermarktet werden, denn in diesen Fällen liegt keine zwingende Voraussetzung einer veterinärrechtlichen Beschränkung zum Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier vor. Öko-Betriebe müssen diesen Wechsel vorher ihrer Öko-Kontrollstelle anzeigen, Legehennenbetriebe zusätzlich dem LANUV im Hinblick auf die Verwendung der Printnummer nach dem Legehennenbetriebsregistergesetz.