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Schweinepest bei Wildschweinen in NRW

In Nordrhein-Westfalen ist seit Januar 2009 bei insgesamt 28 Wildschweinen das Schweinepest-Virus nachgewiesen worden. Das Seuchengeschehen konzentriert sich dabei in 27 der festgestellten Funde auf den Rhein-Sieg-Kreis. Insgesamt wurden 12 Fälle in Hennef, 5 Fälle in Much, 4 Fälle in Lohmar, 2 Fälle in Königswinter, und je ein Fall in Neunkirchen Seelscheid, Eitorf und Ruppichteroth festgestellt. Der letzte Fall wurde am 21.07.2009 nachgewiesen.

Für den Menschen ist die Tierseuche nicht gefährlich.

Gefährdeter Bezirk


Gefährdeter Bezirk und Surveillance-Zone

Um eine Ausbreitung der Tierseuche zu vermeiden, wurden Schutzmaßregeln angeordnet. Es wurde um die Fundorte der infizierten Wildschweine im Radius von ca. 10 km ein so genannter gefährdeter Bezirk eingerichtet. Der derzeitige gefährdete Bezirk umfasst das rechtsrheinische Gebiet der Städte Köln und Bonn sowie des Rhein-Sieg-Kreises, das gesamte Gebiet der Stadt Leverkusen, des Oberbergischen Kreises und des Rheinisch-Bergischen- Kreises sowie Teile der Kreise Siegen-Wittgenstein, Olpe, Märkischer Kreis und der Stadt Remscheid.

Die Größe des Gefährdeten Bezirkes umfasst eine Fläche von 3.194 km², davon sind 1.258 km² Waldfläche.

In diesem Gebiet dürfen Hausschweine nicht ohne vorherige Untersuchung aus den Betrieben verbracht werden. Solange die Schweine nur innerhalb des Gebietes transportiert werden, genügt eine klinische Untersuchung. Wenn sie außerhalb des Gebietes transportiert werden sollen, muss vorher eine Blutprobe auf Schweinepest untersucht worden sein.

Die Maßnahmen nach § 14 a und § 14 c der Schweinepest-Verordnung wurden angeordnet.

Dies sind insbesondere:

  • Hausschweine werden risikoorientiert klinisch untersucht .
  • Aufstallungspflicht für Hausschweine .
  • Vermarktungsbeschränkungen für Hausschweine (Untersuchung, Transportgenehmigung) .
  • Einrichtung von Wildsammelstellen.
  • Virologische und serologische Untersuchung aller erlegten und tot aufgefundenen Wildschweine .

Merkblatt zur Verbringung von Hausschweinen aus und in den gefährdeten Bezirk

Im Gefährdeten Bezirk werden seit dem Frühjahr 2009 umfangreiche Impfungen durchgeführt. Die Impfung der Wildschweine geschieht durch Auslage von Impfködern in den Waldgebieten.

Surveillance-Zone

Um den gefährdeten Bezirk herum ist ein Beobachtungsgebiet, die sogenannte Surveillance-Zone eingerichtet worden. Hier müssen alle erlegten und tot aufgefundenen Wildschweine untersucht werden. In diesem Gebiet gibt es allerdings keine Handels- und Vermarktungsbeschränkungen für Hausschweine und Wildschweine. Die Surveillance- Zone umfasst Gebiete der Kreise Mettmann, Märkischer Kreis, Olpe, Siegen-Wittgenstein und Ennepe-Ruhr-Kreis, der Städte Hagen, Remscheid und Wuppertal sowie das gesamte Stadtgebiet Solingen.

Wildsammelstellen

Die Wildsammelstellen dienen als stationäre Einrichtung zur gekühlten Aufbewahrung von erlegten Wildschweinen bis zum Abschluss der Untersuchung von Proben auf das Virus der Klassischen Schweinepest.

In den Wildsammelstellen finden die Dokumentationen der eingelieferten Wildschweine sowie das Sammeln der Proben für die Untersuchungen auf Schweinepest und Trichinen statt. Für die Aufbrüche stehen Kadavertonnen bereit.

Die Wildsammelstellen wurden im Abstand von 20 km eingerichtet. Jäger sollen erlegte Wildschweine möglichst in der nächst gelegenen Wildsammelstelle abgeben.

 

Situation in Nordrhein-Westfalen

Das landesweite Monitoring wurde in den vergangenen Jahren intensiv durchgeführt.
Mit 1.032 Wildschweinen im Jagdjahr 2009/2010 wurden deutlich mehr Wildschweine untersucht als aufgrund der Sollvorgabe (291) erforderlich. Es hatten sich jedoch keine Hinweise auf eine Klassische Schweinepest bei Wildschweinen ergeben.

Stand 17.05.2010