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Umweltindikatoren NRW

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 22 - Stickstoffdioxidkonzentration im städtischen Hintergrund

Einheit: Jahresmittelwert [µg pro m3]
Stand: 11.03.2019

Hintergrund / Bedeutung

Abgesehen von geringen Anteilen aus natürlichen Quellen stammt Stickstoffdioxid (NO2) in etwa zu gleichen Anteilen aus industriellen Verbrennungsprozessen und aus dem Kfz-Verkehr. Die bodennahen Emissionen des Kfz-Verkehrs führen insbesondere in den Ballungsräumen zu hohen Luftbelastungen, während Emissionen aus hohen Industrieschornsteinen weiter verteilt werden und zur Hintergrundbelastung beitragen. Die höchsten NO2-Konzentrationen treten an Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen und geschlossener Randbebauung auf.

Erhöhte NO2-Konzentrationen können beim Menschen zur Zunahme von Atemwegserkrankungen führen. Zudem ist NO2 eine wichtige Vorläufersubstanz für die sommerliche Ozonbildung in den bodennahen Luftschichten. Ozon reizt die Schleimhäute, die Atemwege und das Lungengewebe.

Die NO2-Belastung ist somit von hoher Relevanz zur Beurteilung der Luftbelastung im städtischen Hintergrund. Durch die Messung der Hintergrundbelastung in städtischen Wohngebieten kann die durchschnittliche Exposition der Bevölkerung gut beschrieben werden. Da es keinen Schwellenwert gibt, bei dessen Unterschreitung keine gesundheitlichen Wirkungen mehr auftreten, ist jede Belastungsreduzierung mit einem Gesundheitsgewinn für die Bevölkerung verbunden. Gemäß EU-Luftqualitätsrichtlinie (2008/50/EG) muss ein Grenzwert von 40 µg/m3 als Mittelwert im Kalenderjahr eingehalten werden. Dieser Grenzwert gilt seit 2010 und wurde auch in die „39. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes“ (BImSchV) übernommen.

Ziele

Ziele sind die Minderung der NO2-Belastung und die Einhaltung des Grenzwertes zum Schutz der menschlichen Gesundheit gemäß EU-Luftqualitätsrichtlinie von 40 µg/m3 als Mittelwert im Kalenderjahr.

Definition

Der Indikator gibt den Jahresmittelwert der Stickstoffdioxidkonzentration im städtischen Hintergrund in NRW an. Über mehrere Jahre hinweg zeigt er somit die langfristige Entwicklung der städtischen Hintergrundbelastung durch Stickstoffdioxid auf.

Grafische Darstellung


Abb.:
Stickstoffdioxidkonzentration im städtischen Hintergrund

Im Jahr 2017 lag der Jahresmittelwert der Stickstoffdioxidkonzentration im städtischen Hintergrund bei 23 µg/m3. Die Trendanalyse zeigt eine fallende NO2-Konzentration über den Betrachtungszeitraum von 2008 bis 2017.

In weiten Teilen Nordrhein-Westfalens sind die Konzentrationen in den letzten Jahren zurückgegangen, sodass der EU-Grenzwert heute abseits der stark befahrenen Straßen durchweg unterschritten wird. An Belastungsschwerpunkten wie z.B. verkehrsreichen Straßen und an Innenstadtstraßen mit dichter Bebauung werden jedoch nach wie vor sehr hohe NO2-Konzentrationen und Überschreitungen des EU-Grenzwertes gemessen. Seit 2009/2010 beginnen auch an diesen Stationen die NO2-Konzentrationen zurückzugehen, die Belastungen liegen aber weiterhin auf teilweise hohem Niveau. Für die Reduktion der NO2-Belastung in Gebieten mit Grenzwertüberschreitungen sind weiterhin Maßnahmen erforderlich. Wichtige Instrumente hierfür sind die Luftreinhaltepläne und darin Maßnahmen zur Reduzierung der verkehrsbedingten Emissionen.

Datenquellen, Berechnung und Einheit

Die städtische Hintergrundbelastung durch NO2 wird in Nordrhein-Westfalen durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) an 23 Messstationen (Stand 2017) des landesweiten Luftqualitätsüberwachungsnetzes kontinuierlich überwacht. Der Indikator gibt den Mittelwert der an diesen Stationen gemessenen Jahresmittelwerte in µg/m3 wieder.

Aachen-BurtscheidDüsseldorf-LörickKöln-RodenkirchenSchwerte
Bielefeld-OstEssen-Schuir (LANUV)Leverkusen-ManfortSoest-Ost
Bonn-AuerbergEssen-VogelheimLünen-NiederadenSolingen-Wald
Borken-GemenGelsenkirchen-BismarkMülheim-StyrumUnna-Königsborn
Datteln-HagemHattingen-BlankensteinMünster-GeistWesel-Feldmark
Dortmund-EvingKöln-ChorweilerRatingen-Tiefenbroich

Weiterführende Informationen

Länderinitiative Kernindikatoren: Werte anderer Bundesländer

Landesregierung NRW: Luftschadstoffe und ihre gesundheitliche Wirkung

LANUV NRW: Informationen zur aktuellen Luftqualität

OpenData Stellung

Der Datensatz steht als OpenData unter der "Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0", zur Verfügung.

 Datentabelle:

  1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997
Stickstoffdioxidkonzentration im städtischen Hintergrund 38,0 40,0 39,0 36,0 35,0 34,0 35,0 35,0
Trend --- --- --- --- --- --- --- ---

  1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005
Stickstoffdioxidkonzentration im städtischen Hintergrund 33,0 32,0 30,0 31,0 30,0 34,0 31,0 31,0
Trend --- --- --- --- --- --- --- ---

  2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Stickstoffdioxidkonzentration im städtischen Hintergrund 29,0 27,0 28,0 29,0 28,0 26,0 25,0 25,0
Trend --- --- 28,5 27,8 27,2 26,5 25,8 25,2

  2014 2015 2016 2017
Stickstoffdioxidkonzentration im städtischen Hintergrund 24,0 23,0 24,0 23,0
Trend 24,5 23,8 23,2 22,5

 © LANUV NRW 2017

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