Schnellnavigation
Diese Seite drucken Dieses Fenster schließen

Umweltindikatoren NRW

Logo des LANUV NRW
Textanfang.

 13 - Erneuerbare Energien bei Primärenergie- und Bruttostromverbrauch

Einheit: Anteil in [%]
Stand: 26.10.2017

Hintergrund / Bedeutung

Als Erneuerbare Energien werden Energien aus Quellen bezeichnet, die entweder permanent vorhanden sind, sich kurzfristig von selbst erneuern oder deren Nutzung nicht zur Erschöpfung der Quelle beiträgt. Zu den Erneuerbaren Energien zählen Wasserkraft, Windkraft, Solarenergie, Biomasse (incl. Deponie- und Klärgas) und Geothermie. Der Einsatz Erneuerbarer Energien soll den Einsatz fossiler Energieträger und somit den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase kontinuierlich reduzieren.

Im 2013 erlassenen Gesetz zur Förderung des Klimaschutzes in Nordrhein-Westfalen wird dem Ausbau der Erneuerbaren Energien eine besondere Bedeutung eingeräumt. Als Road-Map zur Umsetzung der Klimaschutzziele wurde ein Klimaschutzplan für NRW in einem breiten Beteiligungsprozess abgestimmt und im Juni 2015 vom Kabinett verabschiedet. Der Umstieg auf Erneuerbare Energien stellt ein wichtiges Handlungsfeld im Sektor Energieumwandlung des Klimaschutzplans dar.

Eine wichtige Kenngröße für den Fortschritt des Ausbaus der Erneuerbaren Energien ist der Anteil am Primärenergieverbrauch in NRW. Der Primärenergieverbrauch ist der Verbrauch an primären Energieträgern, die noch keiner Umwandlung unterworfen wurden. Dazu zählen Stein- und Braunkohle, Erdöl, Erd- und Grubengas, aber auch die Erneuerbaren Energien, Atomenergie sowie Abfälle, die zur Energiegewinnung verwertet werden. Der Verbrauch ergibt sich aus der Gewinnung dieser Energieträger im Land, den Bezügen und Lieferungen über die Landesgrenzen und aus den erfassten Lagerbestandsveränderungen.

Eine weitere geeignete Kenngröße ist der Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch. Dieser beschreibt die Strommenge, die tatsächlich von den Endverbrauchern genutzt wird, plus Netzverluste und Energieverbrauch der Kraftwerke.

Ziele

Die Bundesregierung hat 2002 das Ziel formuliert, bis 2010 einen Anteil der Erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch von 4,2 % und bis 2050 von mindestens 50 % zu erreichen (Nationale Nachhaltigkeitsstrategie).

Der Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch soll bis 2030 auf 30 % und bis 2050 auf 60 % steigen (Energiekonzept der Bundesregierung).

Für NRW sind derzeit keine Ziele hinsichtlich der Anteile der Erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch oder Bruttoendenergieverbrauch formuliert.

Auf Bundesebene wurde schon im Energiekonzept der Bundesregierung ein Ausbaupfad festgelegt. So soll beispielsweise bis 2030 die Hälfte und bis 2050 mind. 80 % des Bruttostromverbrauchs aus Erneuerbaren Energien kommen.

Mit dem Klimaschutzplan Nordrhein-Westfalen werden Strategien und Maßnahmen festgelegt, mit denen die im Klimaschutzgesetz von 2013 verankerten Klimaschutzziele erreicht werden sollen. Eine Strategie zielt darauf ab, bis 2025 einen Anteil von 30 % Erneuerbarer Energie an der Stromversorgung zu erreichen. Bis 2050 wird im Rahmen bundesweiter Ausbauziele von mehr als 80 % ein entsprechend ambitionierter Ausbaupfad verfolgt. Diese Strategie aus dem Klimaschutzplan wurde als Ziel für die Nachhaltigkeitsstrategie für NRW übernommen.

Definition

Der Indikator gibt den prozentualen Anteil der Erneuerbaren Energien am Primärenergie- und Bruttostromverbrauch in NRW an.

Grafische Darstellung


Abb.:
EE am Bruttostromverbrauch

Der Anteil der Erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch lag 2014 bei 4,1 %. Die Trendanalyse für den Anteil der Erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch belegt einen deutlichen positiven Trend. Der Einsatz der Erneuerbaren Energien ist seit 1990 auf mehr als das Zehnfache gestiegen. Im Bereich der Stromversorgung steuert die Windenergie den größten Anteil bei, im Bereich der Wärmeproduktion die Biomasse.

Zieht man für die Stromversorgung den Bruttostromverbrauch heran, zeigt die Trendanalyse auch hier einen deutlichen Anstieg der Erneuerbaren Energien. Während im Jahr 2000 nur rund 1 % des Bruttostromverbrauchs durch Erneuerbare Energien gedeckt wurde, so ist dieser Anteil bis zum Jahr 2014 auf 10,6 % gestiegen.

Der Einsatz Erneuerbarer Energien entwickelt sich insgesamt positiv. Zur Zielerreichung von mind. 30 % im Jahr 2025 müssen die Anstrengungen jedoch noch gesteigert werden, indem nicht genutzte Potenziale der Erneuerbaren Energien ausgeschöpft werden.

Datenquellen, Berechnung und Einheit

Die o.g. Größen werden auf der Basis der Energiebilanz in NRW im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr NRW jährlich vom Landesbetrieb Informatik und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) berechnet. Als Einheit wird der jeweilige Anteil in Prozent am Primärenergie- und Bruttostromverbrauch angegeben.

Weiterführende Informationen

Länderinitiative Kernindikatoren: Werte anderer Bundesländer

Landesregierung NRW: Energieatlas Nordrhein-Westfalen

LANUV NRW: Potenzialstudie Erneuerbare Energien NRW (Fachbericht 40)

 © LANUV NRW 2017

Diese Seite drucken Dieses Fenster schließen