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Umweltindikatoren NRW

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 43 - Laub-/Nadelbaumanteil

Einheit: [%]
Stand: 16.04.2019

Hintergrund / Bedeutung

Ursprünglich war Nordrhein-Westfalen fast vollständig mit Laubwäldern bedeckt. Durch Waldrodung und Übernutzung der verbleibenden Flächen wurde das Land aber zum Ende des 18. Jahrhunderts bis auf wenige Reste waldarm. Im 19. Jahrhundert begann eine planmäßige Wiederaufforstung, im Wesentlichen mit leicht vermehrbaren und auf der Freifläche verwendbaren Fichten und Kiefern, die auch heute noch vielerorts das Waldbild prägen.

Heutzutage bedecken Wälder mit etwa 935.000 Hektar mehr als ein Viertel der Landesfläche in NRW. Jeder Einwohnerin und jedem Einwohner Nordrhein-Westfalens stehen somit etwa 532 Quadratmeter Wald zur Verfügung. Bundesweit liegt dieser Wert mit ungefähr 1.400 Quadratmetern knapp dreimal höher. Somit ist Wald im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands ein knappes Gut, das zahlreichen Ansprüchen Rechnung tragen muss.

Entsprechend dem forstlichen Leitbild vielfältiger laubholzreicher Mischwälder sowie dem naturschutzfachlichen Ziel zur Schaffung strukturreicher Wald-Lebensraumtypen werden die Wälder seit etwa zwanzig Jahren umgebaut.

Ziele

Ziel dieser waldbaulichen Maßnahmen ist die weitere Schaffung standortgerechter Mischbestände aus überwiegend heimischen Baumarten, um die Stabilität und die Anpassungsfähigkeit der heimischen Wälder auch gegenüber Klimaveränderungen weiter zu erhöhen.

Definition

Der Indikator gibt den prozentualen Flächenanteil der Laubbäume an der Gesamtwaldfläche Nordrhein-Westfalens auf Grundlage der Bundes- bzw. Landeswaldinventur an.

Grafische Darstellung


Abb.:
Laub-/Nadelbaumanteil

In den drei Erhebungen der Bundes- bzw. Landeswaldinventuren (1987, 2002 und 20142) hat sich in 25 Jahren der Laubbaumanteil an der Gesamtwaldfläche von 48 auf 55% erhöht. Der Nadelbaumanteil ist dagegen von 52 auf 41% gesunken. Angesichts der prognostizierten Auswirkungen des Klimawandels - verändertem Wärme- und Wasserhaushalt sowie häufiger zu erwartenden Witterungsextremen- werden im Rahmen der Klimaanpassungsstrategie Wald und im Waldbaukonzept für Nordrhein-Westfalen vor allem standortgerechte Mischbestände aus überwiegend heimischen Baumarten empfohlen. Auch einige wissenschaftlich besonders abgesicherte eingeführte Baumarten aus anderen Regionen Deutschlands oder der Erde werden empfohlen, überwiegend als Beimischungen. Die Entwicklung sogenannter Waldentwicklungstypen (idealtypischer standortgerechter Mischbestände) kann zum einen die verstärkte Beimischung von Laubholzarten in bisher reinen Nadelwaldbeständen beinhalten, zum anderen aber auch das Einbringen geeigneter Nadelholzbaumarten wie die Weißtanne oder die Douglasie in bisher reinen Nadelwaldbeständen oder in verschiedenen Mischwaldtypen. Für den Umweltindikator Laub- und Nadelbaumanteil könnte dies weiter eine Verlagerung der Baumartenanteile innerhalb der beiden Gruppen Laub- und Nadelbäume bedeuten.

Datenquellen, Berechnung und Einheit

Die Daten zur Berechnung des Indikators stammen aus den Bundeswaldinventuren 1 und 2 aus den Jahren 1987, 2002 (BWI) bzw. der Landeswaldinventur 2014 (LWI).

Bei der BWI und LWI werden aus systematischen Stichproben mit statistischen Methoden unter anderem die Baumartenverteilung und deren Veränderung für das gesamte Bundesgebiet und die einzelnen Bundesländer hochgerechnet. Seit der ersten bundesweit durchgeführten Waldinventur im Jahr 1987 erfolgten zwei Wiederholungsaufnahmen in den Jahren 2002 und 2012, wobei das Land Nordrhein-Westfalen erstmals das bereits eingerichtete Stichprobennetz der Bundeswaldinventur für eine eigene Landeswaldinventur genutzt und dieses Netz in 2014 auf 2x2 Kilometer verdichtet hat Damit lassen sich zusätzlich differenzierte Aussagen für die unterschiedlichen Regionen NRW´s treffen. Die Ergebnisse der BWI3 sowie der LWI 2014 sind öffentlich unter bwi.info/ in einer Ergebnisdatenbank zugänglich.

Weiterführende Informationen

Landesbetrieb Wald-und-Holz NRW: Die Wälder Nordrhein-Westfalens im Blick - Ergebnisse der landesweiten Waldinventur 2014

Bundeswaldinventur: www.bundeswaldinventur.de

MULNV 2018: Waldbaukonzept Nordrhein-Westfalen- Empfehlungen für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung

 © LANUV NRW 2017

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