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Umweltindikatoren NRW

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 42 - Naturschutzflächen

Einheit: Anteil der Landesfläche in [%]
Stand: 20.02.2019

Hintergrund / Bedeutung

Die Vielfalt von Natur und Landschaft in Nordrhein-Westfalen macht differenzierte Schutzziele und Schutzmaßnahmen erforderlich. Dem Schutzgebietssystem kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Es hat zum Ziel, neben dem Schutz der naturraumtypischen Eigenart der Landschaft auch den europäischen Verpflichtungen zum Schutz derjenigen europaweit bedeutsamen Arten und Lebensräume nachzukommen, die innerhalb Nordrhein-Westfalens vorkommen und für die das Land besondere Verantwortung trägt.

Die strengsten Schutzregelungen gelten in Deutschland in Naturschutzgebieten und Nationalparken*. Mit Hilfe dieser Schutzgebietskategorien werden Flächen langfristig für den Arten- und Biotopschutz gesichert. Zudem dienen sie als Kernflächen des landesweiten Biotopverbunds. Dieser hat zum Ziel, Populationen wild lebender Tiere und Pflanzen dauerhaft zu sichern sowie funktionsfähige ökologische Wechselbeziehungen zu bewahren, wiederherzustellen und zu entwickeln. Bundesrechtlich sind die Länder gemäß § 20 Abs. 1 BNatSchG zur Schaffung eines Biotopverbunds, der mindestens 10 % der Landesfläche umfassen soll, verpflichtet. In der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt ist das Ziel formuliert, dass Deutschland bis 2010 auf 10 % der Landesfläche ein repräsentatives und funktionsfähiges System vernetzter Biotope besitzt. In Nordrhein-Westfalen ist das Ziel des Landesnaturschutzgesetzes und der Biodiversitätsstrategie NRW, den Biotopverbund auf mindestens 15 % der Landesfläche auszuweiten.

Einen deutlichen Schub erhielt das Schutzgebietssystem in Nordrhein-Westfalen durch die Umsetzung der europäischen Vogelschutzrichtlinie aus dem Jahr 1979 und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) von 1992. Die nach europäischem Recht ausgewiesenen Vogelschutzgebiete sowie FFH-Gebiete werden im Schutzgebietssystem „Natura 2000“ zusammengefasst. Sie haben zum Ziel, die in den Richtlinien aufgeführten Arten und Lebensräume in einem günstigen Erhaltungszustand zu bewahren bzw. die Bestände von Arten und Lebensräumen langfristig zu sichern. Die Natura2000-Flächen sind in Nordrhein-Westfalen zum weitaus größten Teil als Naturschutzgebiete und nur in sehr geringem Maße als Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen.

* Strenger Schutz gilt auch für gesetzlich geschützte Biotope (§ 30 BNatSchG, § 42 LNatScgG), die in NRW nach gesetzlicher Vorschrift systematisch in einem Kataster erfasst werden. Außerhalb bestehender Naturschutzgebiete umfassen sie gut 1 % der Landesfläche. Aufgrund der fehlenden Vergleichbarkeit mit anderen Bundesländern wurden sie für diesen Indikator nicht verwendet.

Ziele

Die Umsetzung des Biotopverbunds erfolgt insbesondere durch die naturschutzrechtliche Sicherung der bereits gesicherten Bereiche für den Schutz der Natur (sogenannte BSN-Flächen in den Regionalplänen, rund 15 % der Landesfläche inklusive bisheriger Schutzgebiete), was weitere Naturschutzflächen erwarten lässt.

Definition

Der Indikator zeigt den prozentualen Flächenanteil der bundeseinheitlich naturschutzrechtlich streng geschützten Gebiete an der Landesfläche. Hierzu zählen in Nordrhein-Westfalen Naturschutzgebiete und Nationalparke, die vorrangig dem „Arten- und Biotopschutz“ dienen.

Grafische Darstellung


Abb.:
Naturschutzflächen 2008-2017


Abb.:
Naturschutzflächen

2017 nahmen die Naturschutzgebiete und der Nationalpark Eifel 8,4% der Landesfläche in Nordrhein-Westfalen ein. Insgesamt sind über 3.281 Naturschutzgebiete, 517 FFH-Gebiete, 28 Vogelschutzgebiete und ein Nationalpark ausgewiesen. Bei diesen Zahlen ist jedoch zu beachten, dass ein Großteil der FFH-Gebiete und der Vogelschutzgebiete als Naturschutzgebiete rechtlich gesichert werden, so dass es hier eine deutliche Überlappung der Schutzgebietskategorien gibt.

Die deutliche Zunahme der streng geschützten Gebiete in den zurückliegenden Jahren lässt sich vor allem auf die Umsetzung der europäischen FFH-Richtlinie und die hiermit verbundene Ausweisung von FFH-Gebieten mit dem Status eines Naturschutzgebiets zurückführen. Mit dem weitgehenden Abschluss der Meldung und Ausweisung von FFH-Gebieten wird sich der Trend der vergangenen Jahre sukzessive abflachen.

In den nächsten Jahren sind die bestehenden Schutzgebiete qualitativ zu verbessern, so dass sie gemäß den Schutzzielen mit ihren naturraumtypischen Lebensräumen und Arten zur Erhaltung der biologischen Vielfalt beitragen können.

Datenquellen, Berechnung und Einheit

In die Berechnung des Indikators werden folgende Schutzgebietsflächen einbezogen:

  • Naturschutzgebiete gemäß § 23 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG..
  • Nationalparke gemäß § 24 BNatSchG (nur Kern- und Pflegezonen, die wie NSG geschützt sind) in Verbindung mit § 36 Landesnaturschutzgesetz (LNatSchG NRW).
  • Biosphärenreservate (in NRW zurzeit nicht ausgewiesen)..

Wenn sich mehrere Schutzkategorien überschneiden, wird der mehrfach geschützte Flächenanteil nur einmal gezählt. Die Abgrenzungen der Naturschutzgebiete werden auf der Grundlage von topographischen Karten im Maßstab 1:5000 digital erfasst. Die Aktualisierung der Daten erfolgt kontinuierlich, die Auswertung für den Indikator jährlich.

Weiterführende Informationen

Länderinitiative Kernindikatoren: Werte anderer Bundesländer

Landesregierung NRW: Informationen zu Naturschutzgebieten

LANUV NRW: Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW

OpenData Stellung

Der Datensatz steht als OpenData unter der "Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0", zur Verfügung.

 Datentabelle:

  1920 1921 1922 1923 1924 1925 1926 1927
Naturschutzflächen 0,00 0,01 0,15 0,15 0,15 0,15 0,15 0,15
Trend --- --- --- --- --- --- --- ---

  1928 1929 1930 1931 1932 1933 1934 1935
Naturschutzflächen 0,15 0,15 0,23 0,23 0,24 0,24 0,24 0,24
Trend --- --- --- --- --- --- --- ---

  1936 1937 1938 1939 1940 1941 1942 1943
Naturschutzflächen 0,31 0,33 0,36 0,38 0,43 0,48 0,51 0,52
Trend --- --- --- --- --- --- --- ---

  1944 1945 1946 1947 1948 1949 1950 1951
Naturschutzflächen 0,52 0,52 0,52 0,52 0,52 0,54 0,55 0,56
Trend --- --- --- --- --- --- --- ---

  1952 1953 1954 1955 1956 1957 1958 1959
Naturschutzflächen 0,57 0,61 0,62 0,64 0,67 0,69 0,69 0,70
Trend --- --- --- --- --- --- --- ---

  1960 1961 1962 1963 1964 1965 1966 1967
Naturschutzflächen 0,71 0,73 0,74 0,75 0,76 0,77 0,77 0,78
Trend --- --- --- --- --- --- --- ---

  1968 1969 1970 1971 1972 1973 1974 1975
Naturschutzflächen 0,84 0,86 0,89 0,90 0,90 0,90 0,92 0,93
Trend --- --- --- --- --- --- --- ---

  1976 1977 1978 1979 1980 1981 1982 1983
Naturschutzflächen 0,94 0,94 0,96 1,04 1,07 1,41 1,53 1,69
Trend --- --- --- --- --- --- --- ---

  1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991
Naturschutzflächen 1,74 1,86 2,02 2,17 2,45 2,71 2,88 3,22
Trend --- --- --- --- --- --- --- ---

  1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999
Naturschutzflächen 3,47 3,70 3,87 4,03 4,16 4,44 4,56 4,71
Trend --- --- --- --- --- --- --- ---

  2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007
Naturschutzflächen 4,88 5,10 5,44 5,70 6,51 7,03 7,34 7,54
Trend --- --- --- --- --- --- --- ---

  2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Naturschutzflächen 7,56 7,73 7,85 7,90 7,90 8,00 8,04 8,10
Trend 7,61 7,69 7,77 7,85 7,93 8,02 8,10 8,18

  2016 2017
Naturschutzflächen 8,30 8,40
Trend 8,26 8,34

 © LANUV NRW 2017

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