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Umweltindikatoren NRW

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 17 - Rohstoffverbrauch und Rohstoffproduktivität

Einheit: Index [1994 = 100]
Stand: 13.03.2018

Hintergrund / Bedeutung

Nordrhein-Westfalen ist nicht nur eines der rohstoffreichsten Länder Deutschlands. Auch europaweit nimmt es bezogen auf die Fördermengen bei den abiotischen Rohstoffen, wie dem fossilen Energieträger Braunkohle, sowie bei mineralischen Rohstoffen, wie Steinsalz, Steinen und Erden, eine Spitzenstellung ein. Die Förderung von Steinkohle wird Ende 2018 eingestellt. Rohstoffe stellen eine wichtige Grundlage unseres Wirtschaftens dar. Die Gewinnung und Nutzung von Rohstoffen geht aber stets mit Flächen-, Material- und Energieverbrauch, mit Stoffverlagerungen und Schadstoffemissionen - also Umweltbelastungen - einher. Außerdem stellt sich bei einigen Wirtschaftsbereichen und Rohstoffen bereits das Problem der Rohstoffverknappung dar. Aus diesen Gründen ist ein sparsamer und effizienter Umgang mit Rohstoffen erforderlich.

Eine häufig verwendete Maßzahl für den Konsum von Rohstoffen ist der Rohstoffverbrauch. Er setzt sich zusammen aus den verwendeten, im Land entnommenen abiotischen Rohstoffen zuzüglich des Imports abiotischer Güter sowie dem Saldo aus Empfang und Versand abiotischer Güter aus dem Handel zwischen den Bundesländern.

Die Rohstoffproduktivität ist ein gängiges Maß für einen sparsamen und effizienten Umgang mit Ressourcen. Sie drückt aus, wie viel Bruttoinlandsprodukt durch den Einsatz abiotischer Rohstoffe erzeugt wird. Für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum mit einer möglichst geringen Inanspruchnahme von Natur und Umwelt sollte die Rohstoffproduktivität bei gleichzeitig geringerem Rohstoffverbrauch steigen.

Der Rohstoffverbrauch und die Rohstoffproduktivität hängen nicht nur vom effizienten Umgang mit nicht erneuerbaren Rohstoffen ab, sondern auch von der landestypischen Wirtschaftsstruktur, also dem Mix aus materialintensiven (z.B. Bergbau) und weniger materialintensiven Branchen (z.B. Dienstleistungen).

Ziele

Die Bundesregierung hat in der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel formuliert, dass die Rohstoffproduktivität bis 2020 gegenüber dem Jahr 1994 verdoppelt werden soll.

Definition

Es werden zwei Kurven zum Indikator "Rohstoffverbrauch und Rohstoffproduktivität" abgebildet:

  1. Der "Rohstoffverbrauch" gibt den jährlichen Verbrauch abiotischer Rohstoffe als Index an, bezogen auf das Basisjahr 1994 (=100)..
  2. Die "Rohstoffproduktivität" setzt als Index das reale Bruttoinlandsprodukt ins Verhältnis zur Inanspruchnahme von nicht-erneuerbaren (abiotischen) Rohstoffen, bezogen auf das Basisjahr 1994 (=100)..

Grafische Darstellung


Abb.:
Rohstoffproduktivität

1. Rohstoffverbrauch

Der Rohstoffverbrauch lag 2015 bei einem Indexwert von ca. 96. Sichtbar ist der Einbruch des Verbrauchs im Jahr 2009, verursacht durch die Finanzkrise, die die Realwirtschaft stark beeinflusste. Im Jahr 2015 lag der Rohstoffverbrauch in NRW bei rund 365 Mio. Tonnen und damit bei rd. 28 % des gesamtdeutschen Rohstoffverbrauchs. Im Vergleich dazu lag der Rohstoffverbrauch NRW´s 1994 bei 381 Mio. Tonnen. Die Trendanalyse über die letzten 10 Jahre zeigt einen konstanten Verlauf auf einem hohen Niveau.

2. Rohstoffproduktivität

Die Rohstoffproduktivität lag 2015 bei einem Indexwert von ca. 130. Die Trendanalyse über die letzten 10 Jahre zeigt einen steigenden Trend.

Die sich in den Trends abzeichnende zunehmende Schere zwischen den beiden Parametern deutet auf eine beginnende Entkopplung zwischen dem Bruttoinlandsprodukt und dem Rohstoffverbrauch hin.

Auf Bundesebene konnte bis 2015 eine Steigerung der Rohstoffproduktivität um etwa 54 % erreicht werden. NRW erzielte trotz Produktivitätsverbesserungen innerhalb einzelner Wirtschaftsbereiche und des Wandels der Wirtschaftsstruktur nur eine Steigerung der Rohstoffproduktivität von etwa 30%. Das ist u. a. auf den tradierten Abbau und die Verarbeitung von Rohstoffen zurückzuführen, die bei dem Indikator im wahrsten Sinne des Wortes ins Gewicht fallen.

Datenquellen, Berechnung und Einheit

Die Daten zum Rohstoffverbrauch (Inanspruchnahme von Rohstoffen) werden als Sekundärstatistik jährlich im Rahmen der Arbeitsgruppe Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Länder aus einer Vielzahl von Einzelstatistiken errechnet.

Die Inanspruchnahme an nicht-erneuerbaren abiotischen Rohstoffen (abiotischer Direkter Materialeinsatz) wird auch als "Rohstoffverbrauch" oder "abiotic Direct Material Input" (DMIabiot) bezeichnet. Sie setzt sich aus folgenden Teilgrößen zusammen:

  • verwertete abiotische Rohstoffe (verwertete Entnahmen) aus der inländischen Natur;.
  • importierte abiotische Güter;.
  • Saldo aus Empfang und Versand abiotischer Güter aus dem Handel zwischen den Bundesländern..
Zu den abiotischen Rohstoffen gehören Energieträger (Kohle, Erdöl, Erdgas, etc.) sowie Mineralien (Erze, Steine und Erden) und deren Erzeugnisse. Zum besseren Vergleich wird der Rohstoffverbrauch als Indexgröße bezogen auf das Basisjahr 1994 (=100) sowie als absoluter Wert in t angegeben.

Zur Berechnung des Indikators Rohstoffproduktivität wird das reale Bruttoinlandsprodukt (preisbereinigt, verkettet) gemessen in Millionen Euro, ins Verhältnis zur Inanspruchnahme an nicht-erneuerbaren (abiotischen) Rohstoffen, gemessen in physischen Einheiten (1.000 Tonnen), gesetzt. Um die beiden Größen vergleichbar zu machen und ihre Entwicklung im Zeitablauf darzustellen, werden sie als Indexgrößen, bezogen auf das Basisjahr 1994 (=100) gesetzt. Als Bezugsjahr wurde das Jahr 1994 ausgewählt, weil die Verdoppelung der Rohstoffproduktivität des Jahres 1994 bis 2020 eines der Nachhaltigkeitsziele für Deutschland ist.

Die Daten zum Bruttoinlandsprodukt werden vom Arbeitskreis Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder (AK VGR d L) nach dem Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen ermittelt.

Weiterführende Informationen

Länderinitiative Kernindikatoren: Werte anderer Bundesländer

 © LANUV NRW 2018

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