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Trinkwasser- und Heilquellenschutzgebiete

Trinkwasserschutzgebiete

Zur langfristigen Sicherung der öffentlichen Wasserversorgung werden Wasserschutzgebiete festgesetzt. Für die in NRW meist unterirdisch gewonnenen Wässer werden Grundwasserschutzgebiete, ansonsten Trinkwassertalsperrenschutzgebiete abgegrenzt.

Eine interaktive Kartendarstellung der Trinkwasserschutzgebiete finden Sie im Geo-Informationssystem Umweltdaten vor Ort.

Status.Anzahl.Gesamt-
fläche (km²)
% der Landesfläche.
Festgesetzte
Trinkwasserschutzgebiete
416 406811,9
davon Oberflächenwasserschutzgebiete (Trinkwassertalsperren)205351,6
davon Grundwasserschutzgebiete396353310,3
Geplante Trinkwasserschutzgebiete34116394,8
davon Oberflächenwasserschutzgebiete (Trinkwassertalsperren)81810,5
davon Grundwasserschutzgebiete33314584,3
Summe Trinkwasserschutzgebiete757570716,7

Desweiteren werden Gebiete für die zukünftige Wasserversorgung in der Landesraumplanung ausgewiesen (Vorrang- und Reservegebiete).

Schutzzonen

Das Wasserschutzgebiet umfasst grundsätzlich das gesamte Einzugsgebiet einer Trinkwassergewinnungsanlage. Der unterschiedlichen Auswirkung der Gefahrenherde auf die Wassergewinnung wird durch Gliederung des Wasserschutzgebietes in Schutzzonen entsprochen. Da die Gefahr schädigender Einflüsse mit der Annäherung an die Gewinnungsanlage zunimmt, werden entsprechend dem steigenden Schutzbedarf die Schutzanforderungen in Richtung Fassungsanlage immer höher. Von innen nach außen ergibt sich folgende generelle Einteilung des Schutzgebietes:

Zone I

Der Fassungsbereich, Zone I, dient dem Schutz der unmittelbaren Umgebung der Fassungsanlage vor jeglicher Verunreinigung. Er ist, außer bei Talsperren, sehr klein und nur dem Betreiber der Gewinnungsanlage zugänglich. Außer der Aufrechterhaltung der Gewinnung ist praktisch jede Nutzung verboten. Bei Trinkwassertalsperren umfasst die Zone I i.A. den gesamten Wasserkörper mit einem Uferrandstreifen.

Zone II

Die Engere Schutzzone, Zone II, soll den Schutz vor Verunreinigungen durch pathogene Mikroorganismen sowie sonstige Beeinträchtigungen gewährleisten, die bei geringer Fließdauer und -strecke zur Gewinungsanlage gefährlich sind, so ist z.B. Intensivbeweidung verboten. Bei Grundwasserschutzgebieten entspricht die Grenze der Zone II der so genannten 50-Tage-Linie. Von dieser Linie benötigt das Grundwasser 50 Tage bis zum Eintreffen in der Fassungsanlage. Diese Mindestverweildauer gewährleistet, dass pathogene Keime weitgehend eliminiert werden. Bei Talsperren wird die Zone II entlang der oberirdischen Zuflüsse ausgewiesen.

Zone III

Die weitere Schutzzone, Zone III, soll den Schutz vor weitreichenden Beeinträchtigungen besonders durch nicht oder nur schwer abbaubare chemische oder radioaktive Verunreinigungen gewährleisten. So sind z.B. Anlagen zum Lagern von Autowracks und Schrott verboten. Ebenso gelten differenzierte Vorschriften für unbehandeltes oder behandeltes Niederschlagswasser. Die Zone III umfasst nach Möglichkeit das gesamte Wassereinzugsgebiet. Sie kann in die Teilzonen III A und III B unterteilt werden.

Abb.:Wasserschutzgebiete Borken-Im Trier

Die Festsetzung der Schutzgebiete erfolgt durch die Bezirksregierungen und Kreise. Die Verordnungen mit den schutzgebietsspezifischen Verbots- und Genehmigungstatbeständen werden in den jeweiligen Amtsblättern veröffentlicht und sind unbefristet gültig. Allerdings kann die zuständige Behörde die Verordnung befristen. Für die Einhaltung der Vorschriften der Wasserschutzgebietverordnung sind die unteren Wasserbehörden zuständig.

 

Heilquellenschutzgebiete

Heilwasser zählt zu den klassischen Naturheilmitteln. Es entstammt unterirdischen Wasservorkommen und weist je nach Herkunft einen natürlichen Gehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen auf. Durch Festsetzungen von Heilquellenschutzgebieten sollen staatlich anerkannte Heilquellen vor Beeinträchtigungen geschützt werden.

Status .Anzahl .Gesamt-
fläche (km²)
% der Landesfläche .
Festgesetzte
Heilquellenschutzgebiete
1510192,99
geplante Heilquellenschutzgebiete4220,06
Summe Heilquellenschutzgebiete19223,05

Zum Schutz vor Beeinträchtigungen durch Stoffeinträge werden qualitative Schutzzonen ausgewiesen. Üblicherweise erfolgt eine Untergliederung in die Zonen I-III, wie bei Trinkwasserschutzgebieten. Bei älteren Schutzgebieten finden sich auch Zonen IV und V.

Abb.: Heilquellenschutzgebiet Bad Lippspringe

Zusätzlich werden oft quantitative Schutzzonen festgesetzt. Sie sollen gewährleisten, dass das Fließsystem und die Ergiebigkeit nicht beeinträchtigt und die natürlichen Konzentrationen nicht verändert werden. Die Zonen werden mit A-D gekennzeichnet. Quantitative und qualitative Zonen von Heilquellenschutzgebieten überschneiden sich in der Regel.

Heilquellenschutzgebiete befinden sich in Nordrhein-Westfalen hauptsächlich im Weserbergland und in der Westfälischen Bucht. Eine interaktive Kartendarstellung der Heilquellenschutzgebiete finden Sie im Geo-Informationssystem Umweltdaten vor Ort