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Trinkwasser

Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel und kann durch nichts ersetzt werden.

Im Körper dient es u.a. als Lösungs- und Transportmittel, Reaktionspartner, Baustein der Zellen und reguliert den Wärmehaushalt. Der Wasserbedarf eines Erwachsenen liegt je nach Körpergewicht zwischen 2 und 3,5 Liter pro Tag.

Trinkwasser wird nicht nur zum Trinken verwendet, es dient auch der Zubereitung von Speisen und Getränken, der Körperpflege und -reinigung, dem Reinigen von Gegenständen, die mit Lebensmitteln oder mit dem menschlichen Körper in Kontakt kommen.

Auf Grund seiner Verwendung werden an Trinkwasser hohe Qualitätsanforderungen hinsichtlich der chemischen und mikrobiologischen Beschaffenheit gestellt.

Rechtliche Grundlagen

Infektionsschutzgesetz - IfSG

Grundlage zur Sicherung und Überwachung des Trinkwassers ist das „Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz - IfSG)“. Die Qualität des Trinkwassers wird in Hinblick auf die menschliche Gesundheit in § 37 IfSG definiert: „Wasser für den menschlichen Gebrauch muss so beschaffen sein, dass durch seinen Genuss oder Gebrauch eine Schädigung der menschlichen Gesundheit, insbesondere durch Krankheitserreger, nicht zu besorgen ist."

Trinkwasserverordnung

Auf Grundlage des § 38 Abs. 1 IfSG hat das Bundesministerium für Gesundheit mit Zustimmung des Bundesrates die „Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung)“ erlassen.

Mit der Trinkwasserverordnung vom 21. Mai 2001 (TrinkwV 2001) wurde die Richtlinie 98/83/EG des Rates vom 3. November 1998 über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch in nationales Recht umgesetzt. Im Jahr 2011 folgte mit der 1. Verordnung zur Änderung der Trinkwasserverordnung eine umfangreiche Umarbeitung. Mit der 2. Verordnung zur Änderung der Trinkwasserverordnung vom 5. Dezember  2012 wurde die Trinkwasserverordnung erneut geändert.

Mit der 3. Verordnung zur Änderung der Trinkwasserverordnung vom 18. November 2015 wird die Richtlinie 2013/51/EURATOM des Rates vom 22. Oktober 2013 zur Festlegung von Anforderungen an den Schutz der Gesundheit der Bevölkerung hinsichtlich radioaktiver Stoffe in Wasser für den menschlichen Gebrauch in nationales Recht umgesetzt. Die seit dem 26.11.2015 geltende konsolidierte Fassung der Trinkwasserverordnung wurde im März 2016 im Bundesgesetzblatt (BGBl. I. S. 459) bekanntgemacht.

Die Trinkwasserverordnung formuliert Anforderungen für

  • die Beschaffenheit des Trinkwasser,
  • die Aufbereitung und Desinfektion des Trinkwassers
  • die Pflichten des Unternehmers und sonstigen Inhabers einer Wasserversorgungsanlage
  • die Überwachung


Anforderung an die Beschaffenheit des Trinkwassers

Trinkwasser muss so beschaffen sein, dass durch seinen Genuss und Gebrauch die menschliche Gesundheit nicht geschädigt werden kann. Es darf keine Krankheitserreger oder chemischen Stoffe in Konzentrationen enthalten, die gesundheitsschädigend sein könnten. Für 54 mikrobiologische, chemische und physikalische Parameter konkretisiert die TrinkwV 2001 diese allgemein formulierten Güteeigenschaften in Form von Grenz- oder Parameterwerten, deren Überschreitung Maßnahmen erforderlich machen.

Aufbereitung und Desinfektion

Während Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung des Trinkwassers dürfen nur Aufbereitungsstoffe verwendet werden, die in einer Liste des Bundesministeriums für Gesundheit enthalten sind. Ausnahmen hiervon gelten lediglich bei Vorliegen einer Genehmigung des Umweltbundesamtes unter den Voraussetzungen.

Pflichten des Wasserversorgers

Der Unternehmer und der sonstige Inhaber einer Wasserversorgungsanlage müssen sicherstellen, dass das abgegebene Trinkwasser den Anforderungen der Trinkwasserverordnung entspricht. Daher muss er das Wasser untersuchen bzw. untersuchen lassen. Untersuchungsumfang und Häufigkeit sind abhängig von der jeweiligen Wasserversorgungsanlage spezifisch geregelt.
Mit der Änderung der Trinkwasserverordnung 2011 wurde für Trinkwasserinstallationen mit zentralen Trinkwassererwärmungsanlagen, die bestimmte Kriterien erfüllen, die Untersuchungspflicht auf Legionellen eingeführt.

Im Fall der öffentlichen Wasserversorgung ist der Wasserversorger bis zur Übergabestelle in die Trinkwasserinstallation (Wasseruhr) für die einwandfreie Qualität des zur Verfügung gestellten Trinkwassers verantwortlich. Nach Übergabe in die Trinkwasserinstallation ist der jeweilige Inhaber der Trinkwasserinstallation - das ist i.d.R. der Hauseigentümer - für die Qualität des Trinkwassers verantwortlich. Kleinanlagenbetreiber sind für ihre gesamte Anlage und die zugehörige Trinkwasserinstallation verantwortlich.

Untersuchung des Trinkwassers und Probennahme

Die Untersuchung des Trinkwassers einschließlich der Probennahme darf nur von Laboratorien durchgeführt werden, die die Anforderungen der Trinkwasserverordnung gemäß §15 Abs. 4 einhalten und in einer aktuell bekanntgemachten Landesliste gelistet sind. Die Untersuchungsstellen in NRW, die die Anforderungen erfüllen, werden vom LANUV gelistet und im Internet veröffentlicht. Ist eine Untersuchungsstelle in einem Bundesland gelistet, so kann sie bundesweit Untersuchungen im Rahmen der Trinkwasserverordnung durchführen.

Überwachung

Die Gesundheitsämter sind zuständig für die Überwachung der Wasserversorgungsanlagen hinsichtlich der Einhaltung der Anforderungen der Verordnung durch entsprechende Prüfungen. Die Prüfungen umfassen u.a. die Besichtigung der Wasserversorgungsanlagen einschließlich der dazugehörigen Schutzzonen oder wenn solche nicht vorhanden sind, der Umgebung der Wasserfassungsanlage sowie die Entnahme und Untersuchung von Wasserproben.

Erfassung der Trinkwasserdaten

Die Gesundheitsämter erfassen die Trinkwasseruntersuchungsergebnisse einschließlich der erforderlichen Angaben zum Probenahmeort, Zeitpunkt der Probenahme etc. in ihren lokalen Systemen. Einmal jährlich werden die meldepflichtigen Daten durch die Gesundheitsämter in einheitlichem, TEIS-kompatiblen Format an das LANUV übermittelt, wo sie in die zentrale Trinkwasserdatenbank (ZTEIS= Zentrales TrinkwasserErfassungs-und -InformationsSystem) eingespielt werden.

Berichte und Informationen zum Trinkwasser

Die übermittelten Trinkwasserdaten werden im LANUV nach den Vorgaben der EU-Kommission für die Trinkwasserberichterstattung zusammengestellt und an das Umweltbundesamt  gemeldet. Das Umweltbundesamt erstellt aus den Meldungen der 16 Länder den Gesamtbericht zur Trinkwasserqualität in Deutschland. Weiterhin sind die an das Land (LANUV) gemeldeten Daten Grundlage für landesweite Auswertungen und Beurteilungen der Trinkwasserqualität und -versorgung.

Die Ergebnisse aus der Trinkwasserüberwachung (Wasserwerke) gemäß TrinkwV 2001 werden für Nordrhein-Westfalen über das ELWAS-Portal (Expertensystem) im Internet veröffentlicht und sind dort abrufbar.

Ergänzende PFT-Messwerte der Trinkwasserwerke an Ruhr und Möhne werden gesondert veröffentlicht:

Weitere Informationen

Informationen zu Ihrem Trinkwasser erhalten Sie auch bei Ihrem Wasserversorgungsunternehmen oder dem zuständigen Gesundheitsamt!

Weitere Links