© lanuv/C. Brinkmann
Sie sind hier: Startseite LANUV » Umwelt » Wasser » Wasserversorgung/
Trinkwasser
» Schutzmaßnahmen und Rohwasserüberwachung

Schutzmaßnahmen

Zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung und Aufrechterhaltung der Trinkwasserqualität ist ein System von drei sich ergänzenden Sicherheitsstufen (Multi-Barrieren-System) notwendig:

  • Schutz der Trinkwasserressource (1.Barriere) .
  • Trinkwasserversorgung nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik von der Wassergewinnung über die Aufbereitung, Speicherung, Transport, bis zur Verteilung (2. Barriere).
  • Hausinstallation mit geeigneten Materialien und fachgerechter Installation (3. Barriere).

Zum Schutz der Wasserversorgung und der von ihr genutzten Ressourcen hat der Staat gesetzliche Regelungen geschaffen, die einen vorsorgenden flächendeckenden Gewässerschutz anstreben. Grundlegende, bundeseinheitliche Regelungen zum Schutz und zur Bewirtschaftung der Ressource finden sich im Wasserhaushaltsgesetz. Ein wichtiges ordnungsrechtliches Instrument ist die Ausweisung von Trinkwasserschutzgebieten, mit denen über die allgemeingültigen wasserrechtlichen Bestimmungen hinaus besondere Anforderungen gestellt werden.

Zum Schutz des Trinkwassers insbesondere vor Nährstoff- und Pflanzenschutzmitteleinträgen in Grund- und Oberflächengewässer arbeiten Landwirtschaft und Wasserwirtschaft in Nordrhein-Westfalen in freiwilligen Kooperationen (Gewässerschutzkooperation) zusammen.

Darüber hinaus findet ein intensives Monitoring der Wasserressourcen (Grundwasser und Oberflächengewässer) sowie des Rohwassers statt. Die Daten aus der Roh-, Grund- und Oberflächenwasserüberwachung werden in den zentralen Datenbanken des Landes erfasst, alle staatlichen Untersuchungen werden auch öffentlich zur Verfügung gestellt (www.elwasweb.nrw.de). Auch die Daten der Trinkwasserüberwachung aus der öffentlichen Trinkwasserversorgung werden  in einer zentralen Trinkwasserdatenbank (ZTEIS) erfasst  undauf der genannten Website veröffentlicht. Darüber hinaus erfolgt zu diesen Untersuchen eine jährliche Berichterstattung, die gemäß TrinkwV national zu einem öffentlich verfügbaren Bericht zusammengeführt wird (www.uba.de ).

 

Rohwasserüberwachung / Überwachung der Ressourcen

Gemäß den Bestimmungen des Landeswassergesetzes (LWG) von Nordrhein-Westfalen sind die Unternehmen der öffentlichen Trinkwasserversorgung verpflichtet, die Beschaffenheit des Rohwassers zu untersuchen bzw. untersuchen zu lassen und die Untersuchungsergebnisse der zuständigen Behörde  jährlich zu übermitteln (LWG § 50 Verpflichtung zur Selbstüberwachung). Häufigkeit und Umfang der Rohwasseruntersuchungen regelt die Rohwasserüberwachungsrichtlinie des Landes NRW vom 12.März 1991. Zuständig für die Entgegennahme der Untersuchungsergebnisse sind bei Entnahmen von mehr als 600 000 m³/a die Bezirksregierungen. Bei kleineren Entnahmen liegt die Zuständigkeit in der Regel bei den unteren Wasserbehörden.

Um Veränderungen des anströmenden Grundwassers frühzeitig zu erkennen, erfolgt darüber hinaus die Überwachung der Grundwasserbeschaffenheit im Vorfeld der Trinkwassergewinnungsanlage an sog. Vorfeldmessstellen. Bei der Trinkwassergewinnung aus Oberflächengewässern bzw. von Uferfiltrat oder aus Oberflächenwasser künstlich angereichertem Grundwasser werden die Ergebnisse aus der Oberflächenwasserüberwachung zur Beurteilung einbezogen.

Die Daten aus der Rohwasserüberwachung sowie aus der Grundwasser- und Oberflächengewässerüberwachung sind wichtige Grundlagen für die Früherkennung, Planung und Überprüfung der Maßnahmen im Einzugsgebiet und sind Voraussetzung für Planung, Errichtung und Betrieb der Wasserversorgungs- und Aufbereitungsanlagen.

 

Gewässerschutzkooperationen

Auf der Grundlage des 12-Punkte-Programms von 1989 wurden zum Zweck eines flächendeckenden, vorbeugenden Gewässerschutzes Kooperationen zwischen den Wasserversorgungsunternehmen und der Landwirtschaft auf freiwilliger Basis gegründet. Ziel dieser Kooperationen ist durch standortangepasste, gewässerschonende Maßnahmen im Einzugsgebiet Einträge - vor allem von Nitrat und Pflanzenschutzmitteln - in das Grundwasser und in die Gewässer zu verringern.

In regionalen Arbeitsgemeinschaften arbeiten Vertreter der Wasserversorgungsunternehmen, Landwirtschaftsverbände, Gartenbauverbände, Landwirtschaftskammern undder zuständigen  Wasserbehörden zusammen. Die Finanzierung der Kooperationen erfolgt über die Wasserversorgungsunternehmen, die seit Einführung des Wasserentnahmeentgeltgesetzes im Jahr 2004 die Kooperationskosten mit dem Entnahmeentgelt verrechnen können.

Ca. 89% der Trinkwasserentnahme für die öffentliche Wasserversorgung erfolgt aus Gebieten, in denen eine Gewässerschutzkooperation besteht. Aus vielen Kooperationsgebieten liegen positive Erfahrungen von Kooperationsmaßnahmen aufgrund der gestiegenen Sensibilisierung der Landwirte vor Ort vor, und in vielen Gebieten konnten die landwirtschaftlich bedingten Belastungen der Rohwassergüte verringert werden. Der Erfolg hängt maßgeblich auch von dem jeweiligen Beteiligungsgrad der freiwillig mitwirkenden Landwirte vor Ort, sowie von den agrarpolitischen Gegebenheiten ab.