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Grundwasserschutz

Zum Erhalt der natürlichen Grund- und Quellwasserbeschaffenheit, ihrer Bedeutung für schutzwürdige grundwasserabhängige Feuchtgebiete, Quellökosysteme und Flüsse, sowie insbesondere zum generationsübergreifenden Erhalt der Nutzbarkeit der Grundwasserleiter als wichtige Trinkwasser-, Mineralwasser- und Heilwasservorkommen sind umfassende und vorausschauende Maßnahmen des vorsorgenden Grundwasserschutzes erforderlich. Hier greifen verschiedene, bislang getrennte, Rechtsbereiche ineinander:

  • Bodenschutz und Altlasten (Bundes-Bodenschutzverordnung)
  • Deponien (Deponieverordnung), Bergversatz (Versatzverordnung)
  • Kreislaufwirtschaft, Regelungen zur Ausbringung von Bioabfällen und Klärschlämmen (AbfKlärV);
  • Verwertererlasse der Länder; geplante Ersatzbaustoffverordnung des Bundes
  • Bauprodukteverordnung des Bundes
  • Düngeverordnung und Düngemittelgesetz
  • Grundwasserverordnung des Bundes (GrwV 2010)


 

Abbildung: Grundwasserschutz – Rechtsbereiche  (Quelle: Böhme M.; Das Geringfügigkeitskonzept als Grundlage für das Zusammenspiel von Grundwasser- und Bodenschutz sowie Abfallwirtschaft. BMU, 2012)

Für alle Grundwassernutzungen und menschlichen Tätigkeiten, von denen räumlich und mengenmäßig relevante Stoffeinträge in das Grundwasser gelangen können, sollen möglichst einheitliche Anforderungen des Grundwasserschutzes erfüllt werden. Dazu wurde von der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser im Jahr 2004 ein Beurteilungskonzept entwickelt (Ableitung von Geringfügigkeitsschwellenwerten für das Grundwasser). Das Konzept wurde Zeitraum 2013-2015 überarbeitet und weiterentwickelt. Insbesondere wurden weitere Geringfügigkeitsschwellenwerte (GFS-Werte) ergänzt und bisherige GFS-Werte auf den neuen Stand der Wissenschaft gebracht bzw. auf aktuelle Umweltqualitätsnormen für Oberflächengewässer abgestimmt.

Zur flächendeckenden Beurteilung der natürlichen Grundwasserbeschaffenheit stehen so genannte geochemische Hintergrundwerte in einem web-map-Dienst der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Ressourcen (BGR) zur Verfügung:

Weitere Informationen zu den räumlich in 186 Hydrogeochemischen Einheiten (HGC-Einheiten) Deutschlands differenzierten und für zahlreiche anorganische Stoffe ermittelten geochemischen Hintergrundwerten und ihrer Bedeutung für die Wasserwirtschaft wurden im Jahr 2015 durch die Ad-hoc-Kleingruppe   “Hydrogeochemische Hintergrundwerte der Grundwässer” des Ständigen  Ausschusses  „Grundwasser  und  Wasserversorgung“  der  LAWA  und  der  Ad-hoc-AG  Hydrogeologie des BLA-GEO im Jahr 2015 in einem gemeinsamen Bericht veröffentlicht:

BLA-GEO & LAWA, 2015: Hydrogeochemische Hintergrundwerte im Grundwasser und ihre Bedeutung für die Wasserwirtschaft

Die Hintergrundwerte der hydrogeochemischen Einheiten in Nordrhein-Westfalen sind in der Landesgrundwasserdatenbank NRW’s verfügbar und können zukünftig bei der Beurteilung der Grundwasserqualität gemäß EG-Grundwasserrichtlinie und GrwV berücksichtigt werden.

 

Vorsorgender Grundwasserschutz

Im Bereich des vorsorgenden Grundwasserschutzes gewinnen mit der Nutzung erneuerbarer Energien neue Fragestellungen an Bedeutung. Dazu zählen der intensivierte Anbau nachwachsender Rohstoffe (u.a. Grünlandumbrüche, Maisanbau), die Lagerung und Ausbringung von Gärsubstraten aus Biogasanlagen, aber auch der umweltschonende Bau von Anlagen zur Gewinnung oberflächennaher Erdwärme.

 Um den aus Umweltgesichtspunkten nachhaltigen, grundwasserschonenden und sicheren Einbau, Betrieb und Rückbau von Erdwärmesonden, Erdwärmekollektoren und Brunnendublettenanlagen zu gewährleisten, wurde im Jahr 2013 unter Federführung des LANUV, Fachbereich 52, ein landesweiter Arbeitskreis aus Vertretern von Behörden, Verbänden und Industrie zur Aktualisierung des LUA-Merkblattes 48 „Wasserwirtschaftliche Anforderungen an die Gewinnung oberflächennaher Erdwärme“ einberufen. Dabei wurden die Empfehlungen der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA, 2004 und Folgende), des Umweltbundesamtes, der Staatlichen Geologischen Dienste, die Fortschreibung der VDI 4640 Blätter 1-4, des DVGW und aktuelle Gerichtsurteile berücksichtigt sowie aktuelle Informationen aus verschiedenen einschlägigen Merkblättern und Leitfäden aus Bund und Ländern zusammengetragen.

Der zwischenzeitlich vollständig vorliegende Merkblatt-Entwurf (Stand: Januar 2016) kann auf Anfrage beim LANUV, Fachbereich 52, bezogen werden.

Ansprechpartner:

  • Dr. Michael Eisele (Tel.: 0211-1590-2150)