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Grundwasserschutz

Zum Erhalt der natürlichen Grund- und Quellwasserbeschaffenheit, ihrer Bedeutung für schutzwürdige grundwasserabhängige Feuchtgebiete, Quellökosysteme und Flüsse, sowie insbesondere zum generationsübergreifenden Erhalt der Nutzbarkeit der Grundwasserleiter als wichtige Trinkwasser-, Mineralwasser- und Heilwasservorkommen sind umfassende und vorausschauende Maßnahmen des vorsorgenden Grundwasserschutzes erforderlich. Hier greifen verschiedene, bislang getrennte, Rechtsbereiche ineinander:


 

Abbildung: Grundwasserschutz – Rechtsbereiche  (Quelle: Böhme M.; Das Geringfügigkeitskonzept als Grundlage für das Zusammenspiel von Grundwasser- und Bodenschutz sowie Abfallwirtschaft. BMU, 2012)

Die Anforderungen zum Schutz des Grundwassers vor schädlichen Veränderungen sind teilweise eng mit den Anforderungen und Beurteilungsmethoden im Bereich Bodenschutz verbunden.

Für alle Grundwassernutzungen und menschlichen Tätigkeiten, von denen räumlich und mengenmäßig relevante Stoffeinträge in das Grundwasser gelangen können, sollen möglichst einheitliche Anforderungen des Grundwasserschutzes erfüllt werden. Dazu wurde von der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser im Jahr 2004 ein Beurteilungskonzept (Ableitung von Geringfügigkeitsschwellenwerten für das Grundwasser) entwickelt. Dieses wurde im Zeitraum 2013-2015 überarbeitet und 2016 veröffentlicht. In der aktualisierten und weiterentwickelten Fassung wurden weitere Geringfügigkeitsschwellenwerte (GFS-Werte) ergänzt und bisherige GFS-Werte auf den neuen Stand der Wissenschaft gebracht bzw. auf aktuelle Umweltqualitätsnormen für Oberflächengewässer abgestimmt.

Zur flächendeckenden Beurteilung der natürlichen Grundwasserbeschaffenheit stehen so genannte geochemische Hintergrundwerte in einem web-map-Dienst der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Ressourcen (BGR) zur Verfügung.

Weitere Informationen zu den räumlich in 186 Hydrogeochemischen Einheiten (HGC-Einheiten) Deutschlands differenzierten und für zahlreiche anorganische Stoffe ermittelten geochemischen Hintergrundwerten und ihrer Bedeutung für die Wasserwirtschaft wurden im Jahr 2015 durch die Ad-hoc-Kleingruppe   “Hydrogeochemische Hintergrundwerte der Grundwässer” des Ständigen  Ausschusses  „Grundwasser  und  Wasserversorgung“  der  LAWA  und  der  Ad-hoc-AG  Hydrogeologie des BLA-GEO im Jahr 2015 in einem gemeinsamen Bericht veröffentlicht.

Die Hintergrundwerte der hydrogeochemischen Einheiten in Nordrhein-Westfalen sind in der Landesgrundwasserdatenbank NRWs verfügbar und können zukünftig bei der Beurteilung der Grundwasserqualität gemäß EG-Grundwasserrichtlinie und GrwV berücksichtigt werden.

 

Vorsorgender Grundwasserschutz

Im Bereich des vorsorgenden Grundwasserschutzes gewinnen mit der Nutzung erneuerbarer Energien neue Fragestellungen an Bedeutung. Dazu zählen der intensivierte Anbau nachwachsender Rohstoffe (u.a. Grünlandumbrüche, Maisanbau), die Lagerung und Ausbringung von Gärsubstraten aus Biogasanlagen, aber auch der umweltschonende Bau von Anlagen zur Gewinnung oberflächennaher Erdwärme. Zu den Potentialen für den Ausbau erneuerbarer Energien wurden im Auftrag des LANUV verschiedene Studien erstellt: 

Um den aus Umweltgesichtspunkten nachhaltigen, grundwasserschonenden und sicheren Einbau, Betrieb und Rückbau von Erdwärmesonden, Erdwärmekollektoren und Grundwasserwärmepumpen zu gewährleisten, wurde im Jahr 2013 unter Federführung des LANUV, Fachbereich 52, ein landesweiter Arbeitskreis aus Vertretern von Behörden, Verbänden und Industrie zur Aktualisierung des LUA-Merkblattes 48 „Wasserwirtschaftliche Anforderungen an die Gewinnung oberflächennaher Erdwärme“ einberufen. Dabei wurden die Empfehlungen der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA, ), des Umweltbundesamtes, der Staatlichen Geologischen Dienste, die Fortschreibung der VDI 4640 Blätter 1-4, des DVGW und aktuelle Gerichtsurteile berücksichtigt sowie aktuelle Informationen aus verschiedenen einschlägigen Merkblättern und Leitfäden aus Bund und Ländern zusammengetragen.

Das neue Arbeitsblatt Nr. 39 „Wasserwirtschaftliche Anforderungen an die Nutzung oberflächennaher Erdwärme in NRW“  ist als Download verfügbar:

LANUV-Arbeitsblatt 39

Parallel dazu wurden bzw. werden Empfehlungen zu den wasserwirtschaftlichen Anforderungen an oberflächennahe Geothermie auch auf Bundesebene (UBA) und seitens der Bund-/Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) fortgeschrieben und weiterentwickelt.

Ansprechpartner:

  • Dr. Michael Eisele (Tel.: 02361-305-2150)