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Klimawandel in Stadtentwässerung und Stadtentwicklung

© panthermedia.net, Erwin Wodicka

Die seit Jahren beobachteten Veränderungen der Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse haben Auswirkungen sowohl auf die Natur wie auch auf die urban geprägten Räume (s. LANUV-Klimabericht). In dem Sinne erfordern sie auch eine Anpassung in der Planung der Stadtentwässerung und -entwicklung. Viele Maßnahmenoptionen, die in den urbanen Räumen berücksichtigt werden können, wurden im Handbuch Stadtklima aufgezeigt.

Vorliegende Untersuchungen in Rahmen des Projektes ExUS erlauben die Schlussfolgerung, dass extreme Niederschlagsereignisse in den vergangenen Jahrzehnten zwar nicht unbedingt noch intensiver, aber doch etwas häufiger geworden sind. Infolge des Klimawandels wächst somit die Wahrscheinlichkeit der Gefährdung durch urbane Überflutungen.

Starke Regenfälle in Städten können Gefahren für Bewohner und für materielle Güter bedeuten. Die Gefährdung ist dabei nicht - wie bei Hochwasser - allein an den Ufern der Gewässer, sondern in der Fläche gegeben, weil Schäden sowohl durch unkontrollierten Oberflächenabfluss als auch durch überlastete Kanalisationen oder Gewässerläufe entstehen können. Signifikante Schäden treten vor allem dort auf, wo wertvolle bzw. empfindliche Bauwerke oder Infrastruktur von Überflutungen betroffen sind.

© panthermedia.net, Jo Rabhansl

Das LANUV hat im Rahmen des Klima-Innovationsfonds das Projekt „Klimawandel in Stadtentwässerung und Stadtentwicklung“ (KISS) initiiert, mit dem Handlungsgrundlagen für die siedlungswasserwirtschaftliche Planung bereit gestellt werden sollen, um Schäden durch extreme Niederschläge in Städten mindern zu können.

Das Projekt fasst Inhalte vorliegender Projekte zusammen, die sich mit dem Thema extreme Niederschläge im Hinblick auf städtische Bereiche beschäftigen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf Gefährdungsanalysen, der dafür erforderlichen Datenbasis, den hierfür einsetzbaren Modellen und dem Regelwerk, das in diesem Zusammenhang gilt. Ein wichtiges Ergebnis ist auch der Maßnahmenkatalog zur Schadensvermeidung bzw. -minimierung.

Bei der Neubemessung bzw. Überprüfung der Kanalnetzberechnung werden Sensitivitätsanalysen empfohlen. Sie schärfen die Aussagen bezüglich der Gefährdung und ihrer Auswirkungen. Ergebnisse der Analysen und Überprüfungen können z.B. als urbane Gefahrenkarten dargestellt werden, in denen Fließwege, überflutungsgefährdete Bereiche und maximale Wasserstände sichtbar werden.

Der Bericht Klimawandel in Stadtentwässerung und Stadtentwicklung steht zum Download bereit.

Informationen für Bürger und Kommunen: Unterschätzte Risiken „Starkregen“ und „Sturzfluten“