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Dezentrale Niederschlagswasserbehandlung

Seit mehreren Jahren werden in NRW verstärkt dezentrale Anlagen zur Behandlung des schwach belasteten Niederschlagswassers Kat. II eingesetzt. Gem. Trennerlass ist die dezentrale Behandlung grundsätzlich zu bevorzugen. Dabei müssen die dezentralen Anlagen mit den zentralen Anlagen jedoch vergleichbar sein. Diesem Zweck diente bisher eine Bewertung aufgrund der Laborprüfungen und Betriebsbeobachtungen (Prüfungsvorgaben). Die Erfahrungen zeigen jedoch, dass bei einigen Anlagen der Aufwand für einen sachgerechten Betrieb deutlich größer ist als im Testgebiet bzw. die Reinigungsleistung in situ deutlich schlechter ist als das Ergebnis der Laborprüfung.

Nach der Veröffentlichung des Entwurfs des DWA-A 102 ist es sinnvoll, nicht nur die Laborergebnisse der Prüfung mit dem Prüfmedium Millisil W4 (AFS200) sondern insbesondere den Rückhalt von AFS63 zu berücksichtigen. Hierzu muss zunächst eine zuverlässige Bestimmungsmethode festgelegt werden. Entsprechende Untersuchungen wurden durch das Land veranlasst.

Die zukünftigen Nachweise der vergleichbaren Behandlung der Niederschlagswasserabflüsse in dezentralen und zentralen Anlagen sollen daher ergänzend zur Betriebsbeobachtung die Ermittlung der Reinigungsleistung der Anlagen in situ beinhalten. Eine entsprechende Methodik wird zurzeit in einem Pilotvorhaben getestet.

Bei anstehenden Planungen und Genehmigungen sollen die unten aufgelisteten Ergebnisse der Prüfungen und die Hinweise des LANUV beachtet werden.

Liste der dezentralen Anlagen, die im Labor und Betrieb geprüft wurden:

 

In der Landesliste ist ein breites Spektrum von Anlagen vertreten:

  • leistungsstarke Filteranlagen mit geringer Filterbelastung (Rinnenfilter)
  • stark belastete und dadurch wartungsintensive Filteranlagen im Schacht bzw. Straßenablauf
  • Sedimentationsanlagen, die variabel ausgelegt werden und entsprechend der Oberflächenbeschickung variablen Stoffrückhalt haben können
  • Sedimentationsanlagen im Gully, die entsprechend der Nassschlammsenke nur sehr geringe Wirksamkeit in situ haben.

Sedimentationsanlagen mit Dauerstau stellen einen Großteil der einfachen Anlagen dar. Deren Leistungsfähigkeit in situ, insbesondere im Hinblick auf den Rückhalt von AFSfein sowie Zn und Cu, erweist sich als eingeschränkt. Vor den Sedimentationsanlagen ist eine Zuflussbegrenzung auf den Bemessungswert notwendig, um den Austrag des abgesetzten Schlammes zu vermeiden.

Weitergehende Untersuchungen zeigen, dass Schachteinsätze durch extreme Belastungen der kleinen Volumina bzw. Filterflächen eine sehr eingeschränkte Leistungsfähigkeit haben bzw. sehr aufwendig im Betrieb sind. Daher sind sie nur für den Übergang bzw. nur für wenige für den Betrieb zuverlässig zugängliche HotSpots geeignet.

In Einzugsgebieten mit viel Vegetation kann alternativ durch Nachrüstung der Straßeneinläufe bzw. Nassschlammsenken mit Laubeimern eine kleine Minderung des Schadstoffeintrags erreicht werden.

Aufgrund der saisonalen und standortspezifischen Variabilität der Flächenbelastung sollen im 1. Betriebsjahr standortspezifische Wartungsintervalle festgelegt werden. Die Notüberläufe der Filteranlagen sind zumindest in den ersten Betriebsjahren messtechnisch zu überwachen.  Analog zu SüwVOAbw ist auch eine Inaugenscheinnahme nach betrieblich bedeutsamer Beaufschlagung, sonst monatlich durchzuführen.

 

 

 

AnlagePrüfberichtEinsatzzweckEinsatzortGenehmigende BehördeJahr

Geotextil-Filtersack
(konfektioniert nach Maß für Köln)

Abschlussbericht
Anlage 1
Anlage 2
Anlage 3

Gemeindestr.

Köln

 

2011

Separations-Straßenablauf SSA

Gemeindestr.

Köln

 

2011

Centrifoel® Einfachschacht, Höhe 1,2 m

Gemeindestr.

Köln

 

2011

INNOLET® mit Aufsatz Rechteck 300 x 500mm

Gemeindestr.

Köln

 

2011

3P Hydrosystem 1000 heavy traffic

Gemeindestr.

Köln

 

2011

REHAU Hydroclean

 

s.o.

Lamellenklärer
ViaTube 9R9
(MLK-R 20/09)

Gemeindestr.

Köln

 

2011

FiltaPex BE 2200 / FiltaPex KE 1250

Schwermetallfilter ACO HMS

Gutachten
Anlage 1
Anlage 2
Anlage 3
Anlage 4.1
Anlage 4.2
Anlage 4.3
Ergänzungen

Netto-Markt

Dahlem

 

Kreis Euskirchen

 

2012 und

2016

AquaFOEL L und LS

Abschlussbericht
Anlagen
Bericht Betriebsprüfung

Gemeindesstrasse

Neuss

Kreis Neuss

2014

Stoppol 10 C

Bericht
Anhang

Bundesstrasse

Meschede

Hochsauerlandkreis

2014

Innolet® 500 x 500 mm

s. Bericht zu Innolet® 300 x 500 mm

2014

DRAINFIX® CLEAN 400 und 300

Betriebsprüfung
Erläuterungsbericht

Parkplatz

Bochum

Stadt Bochum

2015

FiltaPex® Modular Plus 1400, 1800, 2000Bericht
Anlage
   2015
BIRCOsedBericht   2015
ROVALIQUA-NachrüsteinsatzBerichtGemeindestrasseGummersbach2015
Budavinci N und E

Abschlussbericht
Bericht Budavinci N
Bericht Budavinci E

Gemeindestrasse Bad OeynhausenKreis Minden-Lübbecke2015

SediPipe basic 400/6, 500/6-12, 600/6-12
SediPipe level 400/6, 500/6-12, 600/6-12
SediPipe L 600/6-24
SediPipe XL 600/6-24
SediPipe XL Plus 600/6-24
SediPipe L plus 600/6-24

Anlage 1 Untersuchungsbericht
Anlage 1 Anhang Untersuchungsbericht
Anlage 2
Anlage 3
Anlage 4
Anlage 5
Gutachten
Erläuterungsbericht

Parkplatz Köln, Gemeindestr.  DürenStadt KölnKreis Düren2012 u. 2015
Innolet G

Bericht

Gemeindestr.Stadt Remscheid2016
Enregis VIVO PipeBerichtGemeindestr.Stadt IserlohnMärkischer Kreis2016
Wavin SediStream
Plus 6

Bericht

Prüfbericht

Gemeindestr.Stadt Twist2016
AgilEX DN 2000: Typ LFA-R-18/1.200 und LFA-R-18/2.300

Bericht Laborprüfung
Bericht Betriebsprüfung

ParkplatzWittenEnneppe-Ruhr-Kreis2016
RAUSIKKO Sedi Clean
M3/R3, M6/R6, M9/R9

Prüfbericht
Bericht
Ergänzungsbericht

Hafen BetriebsgeländeDuisburg2017

ViaPlus 3000

Bericht

Fahrbahn / Betriebsgelände

Oberhausen

UWB Stadt Oberhausen

2017

FiltaPex modular pur 1400

Betriebsbericht
Laborbericht

Gemeindestr.DürenStadt Düren2017

Stand: 11.10.2018