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Asbestanalysen

Veranlassung

Obwohl die Verwendung von Asbest in Bau- und Dämmstoffen bereits seit vielen Jahren verboten ist, sind asbesthaltige Baustoffe auch heute noch weit verbreitet. Aufgrund der hohen Gefahr, die von Asbestfasern für den Menschen ausgeht (in bestimmten Abmaßen sind die Fasern lungengängig und wirken dort krebserregend), müssen asbesthaltige Materialien nach festgelegten Vorschriften entsorgt werden, ohne dass Gefahren für Mensch und Umwelt entstehen.

Im LANUV NRW werden Asbestanalysen an Baustoffproben durchgeführt, die überwiegend aus Schadensfällen, die im Rahmen des Sondereinsatzes bearbeitet werden, stammen. Dort stellt sich nach Bränden oftmals die Frage, ob Baumaterial asbesthaltig ist und entsprechend entsorgt werden muss.

Analyseverfahren

Bei dem qualitativen Analyseverfahren wird in Anlehnung an die VDI- Richtlinie 3492 vorgegangen. Dabei wird aus der vorliegenden Probe eine repräsentative Teilprobe entnommen, die zunächst lichtmikroskopisch nach sich aufspleißenden Faserbündeln, dem typischen Erscheinungsbild von Asbestfasern, untersucht wird. Die Abbildung 1 zeigt solch ein typisches Asbestbündel. Deutlich zu erkennen ist ein aufspleißendes, aus langen dünnen Einzelfasern bestehendes Faserbündel.

Photo: Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme eines Asbestfaserbündels

Abb. 1: Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme eines Asbestfaserbündels.

Anschließend wird die Probe mit Gold besputtert und im Rasterelektronenmikroskop bei höherer Vergrößerung untersucht. Zur genauen Identifikation werden einzelne Fasern mittels energiedispersiver Röntgenanalyse analysiert. Da die unterschiedlichen Asbestsorten charakteristische Röntgenspektren aufweisen, können die Fasern anhand dieser Spektren gemäß VDI- Richtlinie 3492 eindeutig als Asbestfasern identifiziert und die entsprechende Sorte klassifiziert werden.

Die Abbildung 2 zeigt das Spektrum einer Asbestfaser der Sorte Chrysotil. Charakteristisch ist das Verhältnis der Elemente Magnesium, Silizium und Eisen.

Diagramm: Röntgenspektrum von Chrysotil-Asbest

Abb. 2: Röntgenspektrum von Chrysotil-Asbest.