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Erläuterungen zu den PM10-Messergebnissen

Messtechnische Herausforderung

Die Messung von Feinstaub PM10 ist eine messtechnische Herausforderung. Das Problem besteht darin, dass Feinstaub PM10 chemisch nicht einheitlich zusammengestzt ist wie andere Luftverunreinigungen (z.B. Ozon, Stickstoffdioxid und Schwefeldioxid). Er setzt sich vielmehr aus vielen chemischen Stoffen zusammen wie z. B. Kohlenstoffverbindungen, Nitraten, Sulfaten, Ammoniumverbindungen, Seesalzkomponenten, Siliziumverbindungen, Wasser u.v.m. Diese Stoffe haben sehr unterschiedliche chemische und physikalische Eigenschaften, was die Messung von Feinstaubso schwierig macht.

Das Referenzverfahren

Die genaueste Methode (Referenzverfahren) besteht darin, den Feinstaub auf einem Filter zu sammeln und anschließend im Labor zu wiegen. Das Verfahren ist sehr aufwändig und in einer europäischen Norm genau beschrieben. Es liefert „nur“ Tageswerte, die zudem nicht zeitnah zur Verfügung stehen.

Vorteil: genauere Werte
Nachteil: nur Tageswerte; keine zeitnahe Berichterstattung möglich

Kontinuierliche Messverfahren

Es gibt verschiedene Methoden den Feinstaub PM10 auch kontinuierlich zu erfassen und damit Messwerte stündlich aktualisiert zur Verfügung zu stellen. Diese Verfahren sind jedoch weniger genau und müssen mit dem Referenzverfahren kalibriert werden.

Vorteil: stündlich aktualisierte Werte, zeitnahe Berichterstattung möglich, wichtig für Ursachenanalyse
Nachteil: weniger genau!

Praxis im LUQS-Messnetz des LANUV NRW

Im LUQS-Messnetz kommen seit Beginn der PM10-Messungen sowohl das Referenzverfahren als auch kontinuierliche Messmethoden zum Einsatz.

Es gibt Messorte, an denen sowohl mit dem Referenzverfahren als auch mit den kontinuierlichen Verfahren gemessen wird. Diese Vergleichsmessungen werden dazu benutzt, die Messergebnisse der kontinuierlichen Messungen zu kalibrieren. Diese Kalibrierung erfolgt jeweils nach Ablauf eines Kalenderjahres. Häufigere Kalibrierungen sind nicht zweckmäßig, da sie zum einen sehr aufwändig sind, zum anderen aber auch eine möglichst große Anzahl an Vergleichsdaten voraussetzen.

Es wird für jedes kontinuierliche Messverfahren ein eigener Kalibrier-Faktor ermittelt. Dieser wird dann zur Neuberechnung aller PM10-Daten verwendet, die mit diesem Messverfahren ermittelt wurden.

Überschreitungstage und Überschreitungslisten

Diese nachträgliche Faktorenermittlung hatte in der Vergangenheit vor allem Auswirkungen auf die Anzahl der Überschreitungstage. Dies wird nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass viele Messergebnisse im Bereich des Grenzwertes liegen. Geringe Änderungen des Faktors können damit gravierende Auswirkungen auf die Anzahl der Überschreitungstage haben.

Änderungen zum Jahreswechsel 2009/2010

Zum Jahreswechsel 2009/2010 wird sich die Berichterstattung insbesondere für die PM10-Überschreitungstage ändern. Für alle Messorte, an denen sowohl kontinuierlich als auch mit dem Referenzverfahren gemessen wird, werden für die Überschreitungstage Feinstaub PM10 nur noch die Ergebnisse des genaueren Referenzverfahrens ausgewertet. Diese werden regelmäßig aktualisiert und etwa 6 Wochen nach Ablauf eines Messmonats ins Internetangebot eingestellt. Dies bietet den großen Vorteil, dass nun von Anfang an die Messergebnisse im Internetangebot erscheinen, die später auch für die jährliche Beurteilung der Luftqualität nach den EU-Richtlinien herangezogen werden.

Kleiner Wermutstropfen: Dabei ist allerdings zu beachten, dass auch die Daten des Referenzverfahrens noch nicht abschließend validiert sind. Kleinere Veränderungen bei den Überschreitungstagen kann es daher auch weiterhin geben: Bei den kontinuierlichen Messergebnisse durch die jährliche Ermittlung der neuen Kalibrierfaktoren, beim Referenzverfahren durch die Validierung.

Aktuelle Berichterstattung

Die aktuelle Berichterstattung der PM10-Daten wird von diesen Veränderungen unberührt bleiben. Es wird auch weiterhin möglich sein zur Einschätzung der aktuellen Luftqualität, für alle Stationen, an denen kontinuierlich PM10 gemessen wird, die Daten im Internetangebot abzurufen.

Das LANUV NRW weist hiermit nochmals ausdrücklich auf die Vorläufigkeit dieser Daten hin. Zur Angabe von Überschreitungstagen verwenden Sie bitte die vom LANUV NRW bereit gestellten Tabellen.