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PFC-Aufbringungsflächen


Abb.: PFC-belasteter Acker bei
Brilon-Scharfenberg im Jahr 2007

Im Rahmen des risikoorientierten Boden- und Gewässermonitorings sind umfangreiche Bodenuntersuchungen an Flächen durchgeführt worden, die mit dem als Biodünger getarnten Abfallgemisch „Terrafarm“ beaufschlagt worden sind.

Im ersten Schritt wurde im Auftrag der Bezirksregierung Arnsberg durch die IFUA Projekt GmbH, Bielefeld, ein pilothaftes Flächenmonitoring durchgeführt (Abschlussbericht). Dazu sind zunächst sieben landwirtschaftlich bzw. für die Weihnachtsbaumkultur genutzte Flächen im Hochsauerlandkreis und im Kreis Soest ausgewählt worden.

Im Rahmen des Pilotflächenmonitorings wurde die 10 Hektar große Maisfläche in Brilon-Scharfenberg mit Konzentrationen von mehr als 6.000 Mikrogramm pro Kilogramm und (nach damaliger Schätzung) einem PFC-Depot von etwa 390 Kilogramm festgestellt, für die sofort eine Sanierung eingeleitet wurde.

Bei zwei der übrigen sechs Flächen des Pilotmonitorings lag der Gehalt in den Bodenproben unterhalb der Bestimmungsgrenzen für PFOA und PFOS (10 µg/kg TS); im Oberboden der verbleibenden vier Standorte wurden PFC-Gehalte von 13 bis 200 µg/kg (Summe PFOA+PFOS) ermittelt. In allen Boden- und Materialproben lagen die PFOS-Gehalte oberhalb derjenigen von PFOA; im Mittel beträgt das Verhältnis PFOS : PFOA etwa 6 : 1.

Auf Basis von Erkenntnissen aus der Gewässerüberwachung und infolge der Erkenntnisse aus den Versuchen zum PFC-Transfer aus dem Boden in Futterpflanzen wurde das risikoorientierte Bodenmonitoring weiter fortgesetzt.

Dazu haben die betroffenen Kreise Flächen systematisch beprobt, die mit dem Abfallgemisch der Fa. GW Umwelt beaufschlagt wurden. Die Probenaufbereitung und Analytik wurde durch das LANUV unterstützt. Aus der nachfolgenden Tabelle gehen die Anzahl der durchgeführten Bodenuntersuchungen und die Einteilung in Klassen der PFC-Gehalte hervor (Stand August 2010). Bei den beiden in der höchsten Belastungsklasse dargestellten Flächen in Scharfenberg (Hochsauerlandkreis) und Rüthen (Kreis Soest) bestand Handlungsbedarf zur Gefahrenabwehr. Daher wurden hier Sanierungsmaßnahmen ergriffen.

Mit Untersuchungen zum Transfer von per- und polyfluorierten Chemikalien PFC aus Böden und aus wässrigen Lösungen in Pflanzen wurde nachgewiesen, dass PFC in Pflanzen aufgenommen werden können.  Dazu hat das Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und angewandte Ökologie in Schmallenberg 2007 im Auftrag des damaligen Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW  systematische Versuche an verschiedenen Nahrungs- und Futterpflanzen zur Beantwortung der Frage durchgeführt (Bericht 2007).

Die Versuche an Gras, Silomais, Kartoffeln und Weizen zeigen, dass mit höheren Bodengehalten auch die PFC-Gehalte in den Pflanzen steigen. Die Ergebnisse bestätigen damit die bereits im Jahr 2007 auf der hoch belasteten Fläche in Rüthen festgestellten erhöhten PFC-Gehalte im Silomais und wurden durch ergänzende Untersuchungen abgesichert (Bericht 2008).

Sanierungsmaßnahme Brilon-Scharfenberg, Hochsauerlandkreis

https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/boden/gifs/pft_sanierung.jpg

Auf der im Rahmen des Pilotflächenmonitorings festgestellten Hochbelastungsfläche in Brilon-Scharfenberg wurde sofort eine Sanierung eingeleitet, die aus einer Fassung des belasteten Sickerwassers und anschließender Behandlung über Aktivkohle besteht. Mit Beginn der Sanierung im Januar 2007 wurde der Austrag von PFC-belastetem Sickerwasser aus dieser Fläche wirkungsvoll reduziert (Statusbericht Scharfenberg).

Seit Beginn der Sanierungsmaßnahme Brilon-Scharfenberg wird ein regelmäßiges Bodenmonitoring auf der Fläche durchgeführt. Dabei ist eine Abnahme der PFC-Belastung im Oberboden zu verzeichnen.

Sanierungsmaßnahme Rüthen, Kreis Soest

Im Rahmen der ergänzenden Bodenuntersuchungen im Anschluss an das Pilotflächenmonitoring auf der Basis von Erkenntnissen aus der Gewässerüberwachung ist in der Nähe der Ortschaft Rüthen im Kreis Soest eine weitere hoch belastete Fläche festgestellt worden. Diese etwa 2 Hektar große Fläche, bei der ein PFC-Depot von ca. 100 Kilogramm ermittelt wurde, ist mittels Entsorgung hochbelasteter Bodenpartien und anschließender Rekultivierung saniert worden.