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Digitale Bodenbelastungskarten

Digitale Bodenbelastungskarten (BBK) werden in der Regel für das Gebiet eines Kreises oder einer kreisfreien Stadt erstellt. Sie unterstützen die behördliche Ermittlungspflicht nach § 9 BBodSchG.

Bodenbelastungskarten können insbesondere auch zur Erfassung von schädlichen Bodenveränderungen durch die zuständigen Behörden nach § 5 LBodSchG erstellt werden.

Kreise oder kreisfreie Städte werden bei der Erstellung digitaler Bodenbelastungskarten zu 80% durch das Förderprogramm des Landes NRW "Maßnahmen des Bodenschutzes" finanziell unterstützt.

Bearbeitung digitaler Bodenbelastungskarten

Digitale Bodenbelastungskarten für NRW, Stand 2007

Karte: Stand der Bearbeitung (2007) digitaler Bodenbelastungskarten in NRW (anklicken zum Vergrößern)

Außenbereiche

Für die Erstellung einer Bodenbelastungskarte in den Außenbereichen, d.h. für naturnahe Böden mit weitgehend ungestörtem Profilaufbau der Nutzungen Acker, Grünland und Wald, wurde vom LUA (heute LANUV NRW) eine einheitliche Methode entwickelt, die im LUA-Merkblatt Nr. 24 dokumentiert ist.

Die Ergebnisse einer digitalen Bodenbelastungskarte für den Außenbereich werden beispielhaft auf der Internetseite des Kreises Wesel präsentiert.

Siedlungsbereiche

In innerstädtischen Siedlungsbereichen sind bei der Erstellung digitaler Bodenbelastungskarten weitere Bodennutzungen (z. B. Wohngebiete, Kleingärten, Park- und Freizeitanlagen oder Gewerbegebiete) zu berücksichtigen.

Die Böden im Siedlungsbereich sind oft anthropogen überformt und weisen im Vergleich zum Außenbereich höhere Stoffgehalte auf. Für die Bearbeitung der Siedlungsbereiche wurden im Auftrag des LANUV der "Leitfaden zur Erstellung digitaler Bodenbelastungskarten - Teil II. Siedlungsbereiche" erarbeitet.

Stand der Bearbeitung für NRW

In Nordrhein-Westfalen liegen digitale Bodenbelastungskarten bereits in über 40 Kreisen oder Städten vor (Stand 2007, siehe Karte). Die Bearbeitungsgebiete decken zurzeit ca. 46% der Landesfläche ab.

Anwendungsbereiche digitaler Bodenbelastungskarten

Die Ergebnisse digitaler Bodenbelastungskarten können mit den Hintergrund-, Vorsorge-, Prüf- und Maßnahmenwerten der BBodSchV verglichen werden. Sie liefern damit insbesondere den Unteren Bodenschutzbehörden wichtige Erkenntnisse sowohl für die Gefahrenabwehr als auch für den vorsorgenden Bodenschutz. Stellungnahmen für Planungs- und Genehmigungsverfahren werden dadurch erleichtert.

Erste Erfahrungen im Umgang mit Bodenbelastungskarten zeigen, dass ein systematischer Umgang mit vorhandenen Bodenbelastungen in hohem Maße vollzugserleichternd wirken kann.

  • So liefert die Bodenbelastungskarte im Gegensatz zu einem aufwändigen Vorgehen im Einzelfall die notwendigen Grundlagen für ein gebietsbezogenes Handlungskonzept zur Gefahrenabwehr bei flächenhaften Bodenbelastungen ( vgl. Leitfaden zur Ausweisung von Bodenschutzgebieten und
  • schafft damit auch eine erhöhte Sicherheit bei planerischen Entscheidungen auf Flächen mit einem Belastungsverdacht.

Die Daten zur stofflichen Belastung der Böden aus digitalen Bodenbelastungskarten werden in das Fachinformationssystems Stoffliche Bodenbelastung (FIS StoBo) aufgenommen und stehen Nutzern für weitere Auswertungen zur Verfügung.

Karten der Schwermetallgehalte in Oberböden Nordrhein-Westfalens

Aus den landesweit verfügbaren Daten des Fachinformationssystems Stoffliche Bodenbelastung (FIS StoBo) wurden flächendeckende Karten der Schwermetallgehalte in Oberböden Nordrhein-Westfalens außerhalb der Siedlungsgebiete erstellt. Die Karten wurden im Band 21 der Materialien zur Altlastensanierung und zum Bodenschutz veröffentlicht und zuletzt durch den LANUV-Fachbericht 66 aktualisiert.