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Bodenschadverdichtung

Bodenschadverdichtung
© S. Lazar

Das Befahren von Böden unter landwirtschaftlicher Nutzung mit schweren Fahrzeugen und Geräten kann zu irreversiblen Bodenschadverdichtungen und Gefügeschäden führen, wenn die mechanische Belastbarkeit des Bodens, d.h. seine Tragfähigkeit bzw. sein Druckkompensationsvermögen, gering ist und die Böden in (zu) feuchtem Zustand befahren werden. Die Verdichtungsempfindlichkeit der Böden ist dann dementsprechend hoch.

Wird der Boden über seine Tragfähigkeit hinaus mechanisch belastet, gibt das Porengefüge dem Druck nach. Bodenpartikel und -aggregate werden zusammengepresst, das Bodenporengefüge wirdnachhaltig verändert und das Porenvolumen nimmt ab. Dabei werden insbesondere die für den Luft- und schnellen Wassertransport wichtigen Leitungsbahnen geschädigt.

Bis zu einem gewissen Grad ist eine Verdichtung des Bodens tolerabel und sogar erwünscht. Werden aber die Bodenfunktionen, insbesondere unterhalb der Pflugtiefe, nachhaltig gestört, liegt eine Bodenschadverdichtung vor.

Eigenfestigkeit der Bodenstruktur

Um den Maschineneinsatz auf die mechanische Belastbarkeit abzustimmen, wird als Maß für die Eigenfestigkeit der Bodenstruktur die Vorbelastung als Obergrenze der Belastung berechnet, ab der der ungesättigte, strukturierte Boden bleibend verformt wird. Die Vornorm DIN 19688 gibt dazu eine horizontbezogene Berechnung bei der Bodenfeuchtestufe "sehr feucht", definiert als pF-Stufe 1,8 vor.

Eindringwiderstand

Durch eine Bodenschadverdichtung kann auch die Erosion verstärkt werden, da nicht versickerndes Wasser oberflächlich abfließt. Eine einfache Messgröße, die im Feld erhoben werden kann, ist der Eindringwiderstand. Mit einer einfachen Handsonde ggf. verbunden mit einer Vorrichtung zur Aufzeichnung kann über die benötigte Kraft im Tiefenverlauf z.B. eine Krumenbasisverdichtung festgestellt werden.

Arbeitshilfen

Weitere Hinweise zum Thema Bodenschadverdichtung finden sich in folgenden Arbeitshilfen: