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Oberflächenabdichtung

Bild: Herstellen des Planums für eine Oberflächenabdichtung bei einer Altlablagerung
Bild: Herstellen des Planums für eine Oberflächenabdichtung bei einer Altlablagerung

Bild: Altablagerung mit Kunststoffdichtungsbahn und Geotextil vor Aufbringen der Flächendränage und Rekultivierungsschicht
Bild: Altablagerung mit Kunststoff-dichtungsbahn und Geotextil vor Aufbringen der Flächendränage und Rekultivierungsschicht

Bild: Altablagerung nach Aufbringen einer Oberflächenabdichtung mit Rekultivierungsschicht
Bild: Altablagerung nach Aufbringen einer Oberflächenabdichtung mit Rekultivierungsschicht

Unter Oberflächenabdichtung versteht man die Sicherung der Oberfläche von Altablagerungen, Altstandorten oder Deponien, um nachteilige Wirkungen auf Schutzgüter zu verhindern. Ziel ist eine Minimierung des Schadstoffaustrages sowie des Niederschlagswassereintrages. Dazu wird der Wirkungspfad "Versickerung von verunreinigtem Grundwasser" mittels einer technischen Barriere unterbrochen.

Die Oberflächenabdichtung besteht i.d.R. aus einem System mit folgendem Aufbau:

  • Überdeckung als Schutz vor Witterungseinflüssen, Erosion, mechanischer Beschädigung und ggf. zur Bepflanzung
  • Dränage zur Ableitung von Niederschlagswasser
  • Dichtungsschicht als Wasser- und/oder Gassperre
  • Gasdränage

Die Wasser- und/oder Gassperre muß über ein definiertes und beständiges Dichtelement verfügen. Das Dichtelement kann aus

  • bindigem Erdmaterial,
  • Kunststoffdichtungsbahnen,
  • Asphalt,
  • Bentonit

oder ähnlichen Materialien sowie aus Kombinationen daraus bestehen

In der TA Abfall / TA Siedlungsabfall werden Oberflächenabdichtungssysteme mit vorsorgendem Charakter für die Sicherung von Deponien vorgeschrieben. Diese Vorgaben gelten nicht für Altlasten, da insbesondere bei Gefahrenabwehrmaßnahmen die Dichtungssysteme einzelfallspezifisch abgeleitet und begründet werden müssen. Die Anforderungen aus dem Abfallrecht können aber als Orientierung bei der Festlegung der Anforderungen mit herangezogen werden.

Oberflächenabdeckung

Die Oberflächenabdeckung hat das Ziel, Staub- und Abfallverwehungen und den Direktkontakt zur Kontamination zu unterbinden. Zusätzlich kann sie den Eintrag von Niederschlagswasser vermindern. Sie verfügt jedoch, im Gegensatz zur Oberflächenabdichtung, über keine definierte Dichtfunktion gegenüber einem Niederschlagswassereintritt oder Gasaustritt.

Die Oberflächenabdeckung weist in der Regel nur eine Schicht auf, die z.B. aus Erdmaterial, Reststoffen oder Recyclingmaterialien besteht. Im Einzelfall werden, insbesondere bei temporären Maßnahmen, auch Folien eingesetzt. Je nach Art der Bepflanzung ist zusätzlich kulturfähiger Boden vorzusehen.

Dichtwände

Bild: Einbringen der Kunststoffdichtungsbahn in die Suspension für den Bau einer Kombinationsdichtwand
Bild: Einbringen der Kunststoffdichtungsbahn in die Suspension für den Bau einer Kombinationsdichtwand

Dichtwände sollen verhindern, daß in der gesättigten Bodenzone liegende Bodenverunreinigungen von Grundwasser durchströmt werden und das Grundwasser verunreinigen.

Für den Spezialtiefbau wurden eine Reihe von Dichtwänden entwickelt, die zum Teil auch bei der Einschließung von Altlasten eingesetzt werden.

Die in der Tabelle beschriebenen Verfahren zur Herstellung von Dichtwänden wurden bisher am häufigsten eingesetzt:

Schlitzwand, EinphasenverfahrenBodenaushub im Schutz einer erhärtenden Bentonit-Zementsuspension, die im Schlitz verbleibt und langsam abbindet.
Schlitzwand, ZweiphasenverfahrenBodenaushub im Schutz einer Bentonitsuspension, Einbau der Dichtwandmasse im Kontraktor-Verfahren bei gleichzeitigem Verdrängen der Bentonitsuspension.
Schlitzwand, KombinationswandEinbau von Stahlspundwänden, Kunststoffdichtungsbahnen oder sonstigen Abdichtungselementen in die Dichtwandmassen
SpundwandEinrammen oder Einrütteln einer Stahlbohle. Die Bohlen können Kunststoffbeschichtungen mit zusätzlichen Schloßdichtungen aufweisen.