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Gefährdungsabschätzung

"Gefährdungsabschätzung" ist der zusammenfassende Begriff für die Gesamtheit der Untersuchungen und Beurteilungen, die notwendig sind, um die Gefahrenlage bei einer einzelnen altlastverdächtigen Fläche abschließend zu klären.

Als Arbeitsschritte bei der Gefährdungsabschätzung lassen sich eine erste Beurteilung der Sachlage auf der Datenbasis der Erfassung (Erstbewertung) sowie gestufte örtliche Untersuchungen und darauf basierende Beurteilungen (Orientierungsphase, Detailphase) unterscheiden.

Diese Aufeinanderfolge von Arbeitsschritten bei einer Gefährdungsabschätzung ist besonders zweckmäßig, weil dadurch personelle, sächliche und finanzielle Mittel auf der Basis sich verdichtender Erkenntnisse und Zwischenbeurteilungen zielgerichtet und mit größtem Nutzen eingesetzt werden können.

Ein fachlicher und rechtlicher Beurteilungsschritt im Rahmen der Erstbewertung und nach orientierenden Untersuchungen ist auch deshalb erforderlich, um entscheiden zu können, ob zusätzlich gewonnene Erkenntnisse Sofortmaßnahmen zur Gefahrenabwehr gebieten.

Erstbewertung

Die Erstbewertung beinhaltet die Auswertung aller im Rahmen der Erfassung erhobenen standort- und raumbezogenen Informationen, die darauf basierende fachliche Beurteilung mit dem Ziel einer ersten Risikoeinschätzung und die rechtliche Bewertung durch die zuständige Behörde.

Die Erstbewertung schließt im wesentlichen mit der Entscheidung der zuständigen Behörden darüber ab,

  • ob Schadstoffe in relevantem Umfang vermutlich oder tatsächlich vorliegen,
  • ob Sofortmaßnahmen erforderlich sind,
  • auf welchen Wegen die Schadstoffe zu einem rechtlich relevanten Risiko für Schutzgüter werden können (maßgebende Wirkungspfade) und
  • ob weitere Untersuchungen erforderlich sind.

Orientierungsphase

In der Orientierungsphase innerhalb einer Gefährdungsabschätzung soll untersucht und festgestellt werden, ob eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit dem Grunde nach besteht oder ob der aus der Erstbewertung hergeleitete Gefahrenverdacht als ausgeräumt gelten kann.

Im Rahmen der Untersuchung und Bewertung sind insbesondere Art und Konzentration der Schadstoffe, die Möglichkeit ihrer Ausbreitung in die Umwelt und ihrer Aufnahme durch Menschen, Tiere oder Pflanzen sowie die Nutzung des Grundstückes zu berücksichtigen.

Ist der Gefahrenverdacht ausgeräumt, kann die zuständige Behörde auf weitere Untersuchungen verzichten. Ist hingegen das Bestehen einer Gefahr dem Grunde nach zu bejahen, kann die Behörde in der Regel die weiteren Maßnahmen zur Ermittlung des Gefahrenumfanges dem Ordnungspflichtigen auferlegen.

Detailphase

Die Detailphase dient der abschließenden Ermittlung und Feststellung des Sachverhaltes. Die auf diesen Untersuchungen beruhende Sachverhaltsermittlung und Risikoabschätzung ist der erste Schritt der abschließenden Gefahrenbeurteilung und zugleich Voraussetzung für die rechtliche Beurteilung durch die zuständige Behörde zum Abschluß der Gefährdungsabschätzung.