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Abfallanalysendatenbank ABANDA

Die Abfallanalysendatenbank (ABANDA) des Landes Nordrhein-Westfalen ist ein Instrument zur Abfallbewertung für die Abfallwirtschaftsbehörden des Landes. Die Datenbank wurde 1993 beim Landesumweltamt aufgebaut und seit dem gepflegt und beinhaltet neben Abfallanalytik auch Informationen zu Herkunft, Entstehung und Verbleib von Abfällen. Darüber hinaus enthält die Datenbank Regelwerke aus den Umweltbereichen Wasser, Boden und Abfall, die eine erste schnelle Abfallbeurteilung ermöglichen. Eine weitere Auswahlmöglichkeit ist der HAZARD-Check, zu dem Sie hier mehr Informationen finden können. Es wurde eine browserfähige Datenbankversion von ABANDA entwickelt, die über das Landesverwaltungsnetz NRW, sowie das Internet zugänglich ist. Den Umfang der Programmfunktionen zeigt Abbildung 1.

Abbildung 1: Die Struktur der Abfallanalysendatenbank ABANDA

Es folgt eine grafische Darstellung der ABANDA-Struktur - weiter nach Grafik

Die Abfallanalysendatenbank ABANDA ermöglicht eine zeitnahe und faktengestützte Bearbeitung abfallwirtschaftlicher Fragestellungen. Daher wird die Datenbank in NRW nicht nur beim LANUV eingesetzt, sondern auch bei Vollzugsbehörden in der Abfallwirtschaft. Darüber hinaus wurde im Rahmen eines Forschungsvorhabens des BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) ABANDA so weit ausgebaut, dass inzwischen auch Behörden anderer Bundesländer online auf die Datenbank-Anwendung zugreifen können. Dies sind Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen. Die Zusammenarbeit mit den anderen Bundesländern verfolgt das Ziel, den vorhandenen Datenbestand zu aktualisieren und auszubauen sowie die fachbezogene Kommunikation zwischen den Ländern zu verstärken.

Dateninhalte

Die Daten aus Abfalluntersuchungen werden als sog. Abfallberichte in der Datenbank abgelegt. Geordnet nach den Abfallarten des Europäischen Abfallartenkatalogs enthalten sie die Angaben zur chemisch-physikalischen Beschaffenheit des Abfalls gemeinsam mit den "Stammdaten" zu Herkunft und Verbleib, die den Datensatz zusätzlich kennzeichnen. Die wesentlichen Informationen einer Abfallprobe bestehen aus den Stammdaten Abfallart, Herkunft, Verbleib und Informationsquelle.

Die Abfallart wird gemäß Abfallverzeichnisverordnung (AVV) beschrieben, für frühere Jahre werden die jeweils geltenden Kataloge (Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA), der Europäische Abfallartenkatalog - EAK) verwendet.
Im Bereich Herkunft/Verbleib werden Informationen zur stofflichen und verfahrenstechnischen Herkunft des Abfalls, zum Abfallerzeuger und zur Entsorgungsanlage gespeichert. Der Erzeuger kann durch die Erzeugernummer und durch die Branchenzuordnung beschrieben werden. Informationen zur Entsorgungsanlage enthalten die Entsorgernummer, die Anlagenart, sowie eine regionale Zuordnung der Entsorgungsanlage. Für die Abfallbeurteilung kann es durchaus relevant sein, Angaben zur Informationsquelle auszuwerten. Für ungefähr die Hälfte der in ABANDA abgespeicherten Abfallproben sind die Entsorgungsnachweise aus dem Nachweisverfahren für besonders überwachungsbedürftige Abfälle die Informationsquelle.

Neben den oben genannten Stammdaten können zu jeder Abfallprobe noch weitere Angaben in ABANDA abgelegt werden. Dies sind Angaben zum Untersuchungslabor, zu Organoleptik und zur Probenahme, zur Probenkennzeichnung, zur Beschreibung der Analytik und die Analysenwerte. Die Eingabemaske für Abfalluntersuchungen zeigt Abbildung 2.

Abbildung 2: ABANDA-Eingabemaske für Daten aus Abfalluntersuchungen, Registerkarte "Proben"

Es folgt die grafische Darstellugn einer ABANDA-Eingabemaske - weiter nach der Grafik

Derzeit (Stand Mai 2005) liegen Daten zu ca. 40.000 Proben mit einem Umfang von ca. 650.000 Meßwerten vor. Aus 84 verschiedenen Regelwerken sind 267 Grenz-/Richtwertlisten in der Abfalldatenbank enthalten.

Die Daten beschreiben 509 der insgesamt 839 in der A VV aufgeführten Abfallarten. Der Schwerpunkt in ABANDA liegt bei den besonders überwachungsbedürftigen Abfällen, da die Hauptdatenquelle die Deklarationsanalysen aus Entsorgungsnachweisen sind (63% der enthaltenen Abfalldaten).

Als weitere Datenquellen dienen Aktenmaterial der Behörden in NRW, Gutachten aus dem Abfallbereich zu speziellen Fragestellungen, Labordaten aus der Umweltverwaltung NRW, Zulassungs- und Genehmigungsverfahren, Literaturrecherchen, Erhebungen zu Entsorgungsanlagen und sonstige Quellen.

Tabelle 1 gibt eine Übersicht über den derzeitigen Erfassungsstand, differenziert nach AVV-Kapiteln. Den Umfang der erfassten Regelwerke mit den zugehörigen Beurteilungslisten beschreibt Tabelle 2.

 

Tabelle 1: Stand der Datenerfassung im Bereich der Abfalldaten

Es folgt eine grafische Tabelle - weiter nach der Grafik b ü b = besonders überwachungsbedürftig

 

Tabelle 2: Stand der Datenerfassung im Bereich Regelwerke

Es folgt die grafische Darstellung der Tabelle - weiter nach der Grafik

Auswertemöglichkeiten

Die Abfallanalysendatenbank stellt eine Vielzahl an Auswertemöglichkeiten zur Verfügung (Abbildung 3). Dabei kann zwischen Standardauswertungen und den benutzergesteuerten Auswertungen unterschieden werden. Standardauswertungen liefern nach Auswahl maximal eines Kriteriums, z. B. der Abfallart, einen druckbaren Bericht während die benutzergesteuerte Auswertung erst nach mehreren Bearbeitungsschritten zur individuellen Datenauswahl zum Ziel führt.

Abbildung 3: ABANDA-Auswertungsmenü

Es folgt die grafische Darstellung mit Auswertungsmöglichkeiten - weiter nach der Grafik

Eine häufig genutzte Auswerteoption ist der benutzergesteuerte so genannte Grenzwerteabgleich (Abbildung 4). Eine Grenzwertliste wird als sog. "Referenz" festgelegt und anschließend der erzeugten Statistikauswertung einer ausgewählten Abfallart vergleichend gegenübergestellt. Die anzuwendenden statistischen Funktionen (z. B. 50-Perzentil) sind dabei durch den Nutzer einstellbar. Grenzwertüberschreitungen werden als grau hinterlegte Felder hervorgehoben.

Eine häufig genutzte Auswerteoption ist der benutzergesteuerte sogenannte Grenzwerteabgleich (Abbildung 4). Eine Grenzwertliste wird als sogenannte "Referenz" festgelegt und anschließend der erzeugten Statistikauswertung einer ausgewählten Abfallart vergleichend gegenübergestellt. Die anzuwendenden statistischen Funktionen (z.B. 50-Perzentil) sind dabei durch den Nutzer einstellbar. Grenzwertüberschreitungen werden als grau hinterlegte Felder hervorgehoben.

Abbildung 4: Benutzerdefinierte Auswertung "Grenzwertevergleich"

Alle Auswertungsergebnisse können in EXCEL exportiert werden So können weitere Bearbeitungsschritte, z. B. die grafische Ergebnispräsentation, durchgeführt werden.