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 D3 - Abfallaufkommen

1) Aufkommen ausgewählter Siedlungsabfälle (Haus- und Sperrmüll), einwohnerbezogen
(Machbarkeit:1, DPSIR-Einstufung: D, Einheit: [kg/(E*a)]

2) Aufkommen ausgewählter Siedlungsabfälle (Haus- und Sperrmüll sowie getrennt erfasste Wertstoffe aus Haushalten und Bioabfälle), einwohnerbezogen
(Machbarkeit:1, DPSIR-Einstufung: D, Einheit: [kg/(E*a)]


Stand: 25.06.2019

Grafische Darstellung, Trend und Status :

Wählen Sie die darzustellenden Bundesländer aus:

Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen
Deutschland




Abb.: Aufkommen ausgewählter Siedlungsabfälle (Haus- und Sperrmüll)


Abb.: Aufkommen ausgewählter Siedlungsabfälle (Haus- und Sperrmüll sowie Wertstoffe)
Link auf eine Gesamtansicht mit allen Bundesländer, Status und Trend 
Deutschlandkarte
mit Trend / Status
Legende zu den Status- / Trendsymbolen in den Grafiken

Definition und Berechnungsverfahren:

Siedlungsabfälle bestehen aus verschiedenen Fraktionen. Sie werden im öffentlichen Auftrag (öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger) vor Ort in den Kommunen von Entsorgungsunternehmen mit jeweils geeigneten Erfassungssystemen gesammelt und einer ordnungsgemäßen Entsorgung, d. h. einer Verwertung oder einer Beseitigung zugeführt.

Die Verordnung über das europäische Abfallverzeichnis - Abfallverzeichnisverordnung (AVV) vom 10.12.2001- ist Grundlage für die Zuordnung (Bezeichnung) eines Abfalls zu einer im Verzeichnis aufgeführten Abfallart (Abfallschlüssel). Auf dieser Grundlage werden die Teilindikatoren wie folgt gebildet.

zu 1) Siedlungsabfall im Sinne dieser Definition ist die Summe der Fraktionen Hausmüll (20 03 01 01) und Sperrmüll (20 03 07).

zu 2) Siedlungsabfall im Sinne dieser Definition ist die Summe der Fraktionen Hausmüll (20 03 01 01), Sperrmüll (20 03 07) sowie folgender Abfallarten:

  • Abfälle aus der Biotonne (20030104).
  • Glas (150107, 200102).
  • Gemischte Verpackungen (inkl. Leichtverpackungen), Verbunde (150105, 150106).
  • Papier, Pappe, Karton (PPK) (150101, 200101).
  • Metalle (150104, 200140).
  • Holz (150103, 200138).
  • Kunststoffe (150102, 200139).
  • Textilien (150109, 200110, 200111).

Die statistischen Ämter des Bundes und der Länder führen auf der Grundlage des Umweltstatistikgesetzes (§ 3 Abs. 2 UStatG) jährlich eine Erhebung über Art, Menge und Verbleib der Haushaltsabfälle durch, die der öffentlich-rechtlichen Entsorgung angedient wurden, einschließlich der Verpackungen, die von Rücknahmesystemen gemäß § 6 Abs. 3 der Verpackungsverordnung eingesammelt wurden. Diese Erhebung ist Datengrundlage für den Indikator. Die Einwohnerzahl wird zum 31.12. des jeweiligen Jahres festgestellt. Eine Rückberechnung der Bevölkerung auf Grundlage des Zensus 2011 wurde vorgenommen und bei den Indikatorwerten berücksichtigt. Die Indikatordaten werden vom Arbeitskreis Umweltökonomische Gesamtrechnung der Länder (AK UGR dL) der LIKI zur Verfügung gestellt.

Bedeutung:

Der Verbrauch natürlicher Ressourcen ist ein globales Problem mit regionalen Ursachen und Folgen. Ein beständig zu hoher Verbrauch an Ressourcen (z. B. Rohstoffe, Energie), deren zu wenig effiziente Nutzung bei wirtschaftlichen Aktivitäten und nicht optimierte Stoffkreisläufe können bei gleichzeitig zu geringer Substitutions- oder Regenerationsrate zu Ressourcenmangel führen. Mit der Herstellung und der Verteilung von Produkten werden insbesondere Rohstoffe wie Erdöl und Metalle sowie Energie verbraucht. Nach dem Gebrauch der Produkte sind diese als Abfall zu entsorgen (Sammlung, Verwertung, Beseitigung). Das Aufkommen an Siedlungsabfällen beschreibt den Bereich des Konsums und den daraus resultierenden Entsorgungsbedarf, der von jedem Einzelnen unmittelbar beeinflusst werden kann. Teilindikator 1) berücksichtigt keine Wertstoffe, 2) schließt dagegen noch wichtige Wertstofffraktionen ein und hat damit einen Bezug zum wichtigen Handlungsfeld „Abfallvermeidung“.

Hinweise zur Interpretation

Beide Indikatoren sind auf Einwohner normiert. Bei einer länderübergreifenden Interpretation sind Unterschiede in der Bevölkerungs- und Konsumstruktur (z. B. Lebensstil) und ggf. der Abfallentsorgungsstruktur, insbesondere für Bioabfälle und getrennt gesammelte Wertstoffe zu berücksichtigen.

Landesspezifika / Stand:

 

Datenlage 1)

Datenlage 2)

Zielstellungen

Baden-Württemberg

Zeitreihe 1990 - 2017

Zeitreihe 2004 - 2017

Abfallwirtschaftsplan (2015):
zu 1) Verringerung des durchschnittlichen einwohnerbezogenen Hausmüllaufkommens (ohne die verstärkt zu erfassenden Wertstoffe, Bio- und Grünabfälle) auf maximal 104 kg pro Einwohner und Jahr.
zu 2) Erhöhung der Erfassungsmenge von Bioabfall auf durchschnittlich 60 kg und von Wertstoffen auf 160 kg pro Einwohner und Jahr bis 2020.

Bayern

Zeitreihe 1990 - 2017

Zeitreihe 2004 - 2017

Bayerisches Abfallgesetz (1996):
zu 2) Oberster Grundsatz ist es, den Anfall von Abfällen so gering wie möglich zu halten (Abfallvermeidung).

Berlin

Zeitreihe 1990 - 2017

Zeitreihe 2004 - 2017

keine Angabe

Brandenburg

Zeitreihe 1990 - 2017

Zeitreihe 2004 - 2017

kein Ziel

Bremen

Zeitreihe 1990 - 2017

Zeitreihe 2004 - 2017

Abfallwirtschaftsplan (2017) - Entwurf:
In beiden Städten (Bremen und Bremerhaven) wird nur noch eine geringe Reduzierung des Abfallaufkommens prognostiziert. Die getrennte Wertstofferfassung kann noch etwas verbessert werden,

Hamburg

Zeitreihe 1990 - 2017

Zeitreihe 2004 - 2017

Umweltprogramm (Jahr):
zu 1) bis 2030 sollen die Recyclingquoten im Bereich der Siedlungsabfälle (Altpapier, Altglas, Metalle, Kunststoffe, Bio- und Grünabfälle) auf 65 % erhöht sowie im Bereich Bauabfälle auf gutem Niveau weit über den rechtlich gebotenen 70 % gehalten werden.

Hessen

Zeitreihe 1990 - 2017

Zeitreihe 2004 - 2017

Abfallwirtschaftsplan Hessen - Siedlungsabfälle und industrielle Abfälle (2015):
zu 1) Zielgrößen 2025: Hausmüll: 150 kg/Ew*a; Sperrmüll: 25 kg/Ew*a
zu 2) Zielgrößen 2025: Abfälle aus der Biotonne: 110 kg/Ew*a; Garten- und Parkabfälle: 65 kg/Ew*a; Verpackungsabfälle/SGNV: 75 kg/Ew*a; grafische Papiere: 70 kg/Ew*a; sonstige Wertstoffe (u.a. Kunststoffe): 20 kg/Ew*a.

Mecklenburg-Vorpommern

Zeitreihe 1990 - 2017

Zeitreihe 2004 - 2017

kein Ziel

Niedersachsen

Zeitreihe 1990 - 2017

Zeitreihe 2004 - 2017

kein Ziel

Nordrhein-Westfalen

Zeitreihe 1990 - 2017

Zeitreihe 2004 - 2017

Nachhaltigkeitsstrategie NRW (2016):
Bis 2020 Erreichung einer Recyclingquote von 65 % (Anteil der stofflich verwerteten Bioabfälle und werthaltigen Abfälle an der Gesamtmenge der Haushaltsabfälle.

Rheinland-Pfalz

Zeitreihe 1990 - 2017

Zeitreihe 2004 - 2017

Abfallwirtschaftsplan (2013):
zu 1) 140 kg/E*a bis 2025
zu 2) 500 kg/E*a bis 2025

Saarland

Zeitreihe 1990 - 2017

Zeitreihe 2004 - 2017

Abfallwirtschaftsplan für das Saarland (2010):
zu 1) Abfälle aus privaten Haushaltungen und Kleingewerbe (Hausmüll, Sperrmüll, Problemabfälle) 194,5 kg/E*a bis 2014 sowie 148 kg/E*a bis 2019

Sachsen

Zeitreihe 1990 - 2017

Zeitreihe 2004 - 2017

kein Ziel

Sachsen-Anhalt

Zeitreihe 1990 - 2017

Zeitreihe 2004 - 2017

Abfallwirtschaftsplan(2017):
zu 1) Reduktion Hausmüll von 155 kg/E*a (2014) auf 147 kg/E*a bis 2025. Unterstützend hierzu: konkrete Erhöhungsziele für Wertstoffe, Bio- und Grünabfälle festgelegt.

Schleswig-Holstein

Zeitreihe 1990 - 2017

Zeitreihe 2004 - 2017

kein Ziel

Thüringen

Zeitreihe 1990 - 2017

Zeitreihe 2004 - 2017

kein Ziel

Bund

Zeitreihe 1990 - 2017

Zeitreihe 1990 - 2017

Abfallvermeidungsprogramm (2013):
zu 2) Abfallvermeidung ist die erste Stufe der Abfallhierarchie und umfasst auch die Verringerung der Abfallmenge. Diesem Ziel dient das Abfallvermeidungsprogramm.

Klärungsbedarf, Weiterentwicklung, weitere Schritte:

Im Hinblick auf die Handlungsfelder Abfallvermeidung und nachhaltigen Konsum ist der Teilindikator 2 deutlich aussagekräftiger als 1. Geprüft wird daher, inwieweit künftig letzterer ersetzt werden kann durch einen aussagekräftigen neuen Rohstoffindikator. Geprüft wurde bereits die Datenverfügbarkeit zum Elektroschrott über das Elektroaltgeräteregister (EAR). Demnach werden auf der Ebene der Einlieferer keine Daten erfasst, sondern lediglich auf der Ebene der Erstverwerter, so dass eine Zuordnung zu den einzelnen Ländern nicht möglich ist. Daten für Deutschland werden vom UBA hier publiziert: www.umweltbundesamt.de/themen/abfall-ressourcen/produktverantwortung-in-der-abfallwirtschaft/elektroaltgeraete

"Verwandte" Indikatoren im Set:

D6 Rohstoffproduktivität

LIKI-Kennblattverantwortlicher

Bayerisches Landesamt für Umwelt

Bürgermeister-Ulrich-Str. 160
86179 Augsburg
Tel.: 0821-9071-5208
 

Weitere Ansprechpartner:

Fachsprechpartnerin AK UGR dL

Statistisches Landesamt Baden Württemberg

Böblinger Straße 68
70199 Stuttgart
Tel.: 0711-641-2418
 
 
 

 Datentabelle: Aufkommen ausgewählter Siedlungsabfälle [kg/(E*a)] (Haus- und Sperrmüll)

  1990 1993 1996 2000 2003 2004 2005 2006
Baden-Württemberg 266 201 167 162 150 153 149 151
Bayern 264 204 181 172 165 165 165 167
Berlin 337 383 347 327 288 299 300 290
Brandenburg 479 353 335 255 231 220 223 226
Bremen 385 380 287 272 254 254 250 253
Hamburg 399 403 386 409 377 381 374 363
Hessen 335 281 238 219 210 212 210 215
Mecklenburg-Vorpommern 478 399 302 257 241 239 237 234
Niedersachsen 349 277 260 208 207 210 202 202
Nordrhein-Westfalen 353 285 258 260 228 232 230 230
Rheinland-Pfalz 347 229 226 201 195 198 200 198
Saarland 367 346 337 258 253 257 258 250
Sachsen 348 364 282 195 166 164 162 158
Sachsen-Anhalt 334 380 339 253 247 253 239 222
Schleswig-Holstein 359 334 266 245 242 246 234 233
Thüringen 285 366 293 221 212 214 205 208
Deutschland 333 284 249 224 207 209 206 206

  2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Baden-Württemberg 147 146 149 149 148 145 143 142
Bayern 165 165 166 166 167 165 166 165
Berlin 284 275 279 272 265 255 253 250
Brandenburg 223 203 215 217 218 213 210 209
Bremen 250 246 248 243 245 229 231 226
Hamburg 363 353 345 332 321 300 290 284
Hessen 210 207 210 209 205 198 196 189
Mecklenburg-Vorpommern 237 231 235 234 237 233 231 232
Niedersachsen 201 197 196 194 195 191 189 189
Nordrhein-Westfalen 229 227 230 228 227 218 213 216
Rheinland-Pfalz 194 191 194 195 192 187 186 185
Saarland 244 243 244 245 190 188 188 189
Sachsen 158 156 157 155 156 150 150 149
Sachsen-Anhalt 221 212 213 216 211 203 206 204
Schleswig-Holstein 231 227 229 226 234 230 224 234
Thüringen 190 185 192 188 191 183 187 183
Deutschland 203 200 202 201 199 193 191 191

  2015 2016 2017
Baden-Württemberg 141 140 138
Bayern 165 166 166
Berlin 247 248 247
Brandenburg 210 210 213
Bremen 225 226 225
Hamburg 279 274 267
Hessen 180 179 177
Mecklenburg-Vorpommern 228 226 225
Niedersachsen 187 188 189
Nordrhein-Westfalen 211 212 212
Rheinland-Pfalz 181 182 181
Saarland 187 189 187
Sachsen 148 150 151
Sachsen-Anhalt 201 196 197
Schleswig-Holstein 230 229 228
Thüringen 182 184 184
Deutschland 188 188 188

 Datentabelle: Aufkommen ausgewählter Siedlungsabfälle [kg/(E*a)] (Haus- und Sperrmüll, Wertstoffe und Bioabfälle)

  2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Baden-Württemberg 350 352 358 357 355 360 358 360
Bayern 364 369 376 375 373 377 375 383
Berlin 435 441 433 429 417 420 412 408
Brandenburg 360 366 372 369 347 358 360 362
Bremen 436 420 420 418 411 408 400 404
Hamburg 499 487 477 483 475 466 455 459
Hessen 424 421 437 429 428 437 431 430
Mecklenburg-Vorpommern 407 400 401 404 391 390 390 395
Niedersachsen 420 416 421 422 415 415 414 423
Nordrhein-Westfalen 429 426 435 435 427 432 430 434
Rheinland-Pfalz 431 435 440 435 433 441 439 442
Saarland 432 432 431 433 421 416 411 379
Sachsen 332 324 320 316 307 310 306 310
Sachsen-Anhalt 435 417 408 401 393 398 403 407
Schleswig-Holstein 464 451 457 457 455 457 454 468
Thüringen 388 377 378 354 344 354 350 355
Deutschland 402 400 405 403 397 401 399 403

  2012 2013 2014 2015 2016 2017
Baden-Württemberg 357 356 354 350 353 352
Bayern 376 377 378 376 381 380
Berlin 393 385 380 376 377 379
Brandenburg 351 348 347 348 353 363
Bremen 384 385 383 381 381 382
Hamburg 444 441 437 431 426 422
Hessen 421 415 417 406 411 409
Mecklenburg-Vorpommern 386 387 392 379 387 388
Niedersachsen 418 414 422 417 421 424
Nordrhein-Westfalen 428 420 430 421 424 422
Rheinland-Pfalz 434 431 434 426 435 430
Saarland 377 404 408 400 405 405
Sachsen 299 300 300 301 306 316
Sachsen-Anhalt 392 399 403 401 402 404
Schleswig-Holstein 460 448 463 467 468 473
Thüringen 343 348 346 344 348 352
Deutschland 396 393 396 391 395 395

 © Länderinitiative Kernindikatoren 2019

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