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 D6 - Rohstoffproduktivität

Verhältnis des Bruttoinlandsprodukts zum Rohstoffverbrauch (Index)
(Machbarkeit:1, DPSIR-Einstufung: R, Einheit: Index [1994=100]


Stand: 21.06.2019

Grafische Darstellung, Trend und Status :

Wählen Sie die darzustellenden Bundesländer aus:

Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen
Deutschland




Abb.: Verhältnis des Bruttoinlandsprodukts (preisbereinigt, verkettet) zum Rohstoffverbrauch mit Bezugsjahr 1994
Link auf eine Gesamtansicht mit allen Bundesländer, Status und Trend 
Deutschlandkarte
mit Trend / Status
Legende zu den Status- / Trendsymbolen in den Grafiken

Definition und Berechnungsverfahren:

Zur Berechnung des Indikators "Rohstoffproduktivität" wird das Bruttoinlandsprodukt (preisbereinigt, verkettete Indizes) ins Verhältnis zur Inanspruchnahme an nicht erneuerbaren Rohstoffen gesetzt, gemessen als Direkter Materialeinsatz (abiotisch). Diese Größe wird als Index mit Bezugsjahr 1994 dargestellt. Als Bezugsjahr wurde das Jahr 1994 ausgewählt, weil die Verdoppelung der Rohstoffproduktivität des Jahres 1994 bis 2020 bis zum Jahr 2016 eines der Nachhaltigkeitsziele für Deutschland war. In der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie wurde inzwischen die Gesamtrohstoffproduktivität aufgenommen, die eine erweiterte Perspektive beinhaltet, da für die Importe auch die dafür im Ausland bei der Produktion eingesetzten Rohstoffe eingerechnet werden (Rohstoffäquivalente). Ein solcher erweiterter Indikator ist jedoch auf Länderebene nicht verfügbar.

Die materialseitige Bezugszahl der Rohstoffproduktivität (abiotischer Direkter Materialeinsatz) wird auch als „Rohstoffverbrauch“ oder „abiotic Direct Material Input“ (DMIabiot) bezeichnet. Sie setzt sich aus folgenden Teilgrößen zusammen:

  • verwertete abiotische Rohstoffe aus der inländischen Natur;
  • importierte abiotische Güter;
  • Saldo aus Empfang und Versand abiotischer Güter aus dem Handel zwischen den Bundesländern.
Zu den abiotischen Rohstoffen gehören Energieträger (Kohle, Erdöl, Erdgas, etc.) sowie Mineralien (Erze, Steine und Erden) und deren Erzeugnisse.

Der Direkte Materialeinsatz wird von den Statistischen Ämtern im Rahmen der Umweltökonomischen Gesamtrechnung berechnet. Die Werte werden aus den Tabellen des AK UGRdL direkt übernommen. Eine Methodenbeschreibung auf Ebene der Bundesländer findet sich in den Methodenhinweisen der UGRdL (Link).

Bedeutung:

Die Rohstoffproduktivität drückt aus, wie viel wirtschaftliche Leistung (dargestellt als BIP) durch den Einsatz einer Einheit Rohstoffe erzeugt wird. Die Gewinnung und Nutzung eines Rohstoffs geht stets mit Flächen-, Material- und Energieinanspruchnahme, Stoffverlagerung sowie Schadstoffemissionen einher. Im Ressourceneffizienzprogramm der Bundesregierung (ProgRess II) ist das Ziel einer Verdopplung der Rohstoffproduktivität bis zum Jahr 2020 verankert. Des Weiteren gibt es in einigen Bundesländern Ziele der Erhöhung der Rohstoffproduktivität.

Die Rohstoffproduktivität nimmt zu, wenn eine wirtschaftliche Leistung (gemessen in Geldeinheiten) mit einem geringeren Materialaufwand erbracht wird. Eine solche Verbesserung der Materialeffizienz kann in allen Wirtschaftsbereichen erzielt werden. In den Bereichen, in denen - wie etwa im Baubereich - große Stoffmengen bewegt werden, sind Materialeffizienzsteigerungen besonders wirksam. Beispielsweise trägt eine Verlagerung von Investitionen vom Neubau in die Sanierung von bestehenden Gebäuden erheblich zur Rohstoffproduktivität bei, da hier vergleichbare Geldströme mit sehr viel geringeren Materialströmen verbunden sind.

Hinweise zur Interpretation

Indikator D6 ist als Index auf das Referenzjahr 1994 bezogen und normiert. Ländervergleiche in zeitlicher Entwicklung sind möglich. Grund dafür ist, dass bei dem Bruttoinlandsprodukt eine Preisbereinigung durchgeführt wurde und daher die zeitliche Entwicklung der Wirtschaftsleistung korrekt wiedergegeben wird. Das Bruttoinlandsprodukt- und konsequenterweise auch die Rohstoffproduktivität- wird aufgrund des Preisbereinigungsverfahrens nur als Index veröffentlicht. Bei einer Interpretation der jährlichen Schwankungen sind Spezifika in der Wirtschaftsstruktur (z.B. rohstoffintensive Produktion, stark dienstleistungsbasierte Wertschöpfung oder Import-Export-Schwankungen) zu beachten. So ist für Hamburg und Bremen die Aussagefähigkeit des Indikators aufgrund der besonderen Berücksichtigung des Im- und Exports derzeit sehr eingeschränkt (s.u. „Vergleichbarkeit“).

Landesspezifika / Stand:

 

Datenlage

Zielstellungen

Zeitreihe 1994 - 2016

Nachhaltigkeitsbericht 2014 des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft (2014)
Verdoppelung der Rohstoffproduktivität bis 2020 (gegenüber 1994)

Zeitreihe 1994 - 2016

Bayerische Nachhaltigkeitsstrategie (2017)
Kontinuierliche Steigerung der Gesamtrohstoffproduktivität bis 2030 in Anlehnung an die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie

Zeitreihe 1994 - 2016

Keine Angaben

Zeitreihe 1994 - 2016

Kein Ziel

Zeitreihe 1994 - 2016

Kein Ziel

Zeitreihe 1994 - 2016

Keine Angaben

Zeitreihe 1994 - 2016

Kein Ziel

Zeitreihe 1994 - 2016

Keine Angaben

Zeitreihe 1994 - 2016

Keine Angaben

Zeitreihe 1994 - 2016

Nachhaltigkeitsstrategie für NRW (2016)
Substanzielle Steigerung

Zeitreihe 1994 - 2016

Nachhaltigkeitsstrategie des Landes: Fortschreibung 2015
Die Ressourceneffizienz steigern

Zeitreihe 1994 - 2016

Kein Ziel

Zeitreihe 1994 - 2016

Keine Angaben

Zeitreihe 1994 - 2016

Keine Angaben

Zeitreihe 1994 - 2016

Keine Angaben

Zeitreihe 1994 - 2016

Die Thüringer Nachhaltigkeitsstrategie - Indikatorenbericht 2016
Steigerung bis 2020 um 60 % im Vergleich zu 2010

Zeitreihe 1994 - 2016

Deutsches Ressourceneffizienzprogramm II (2016)
Verdoppelung der Rohstoffproduktivität bis 2020 (gegenüber 1994)


Klärungsbedarf, Weiterentwicklung, weitere Schritte:

Die Rohstoffproduktivität bildet das Verhältnis zwischen dem wirtschaftlichen Ergebnis (hier gemessen als Bruttoinlandsprodukt - BIP) und dem Rohstoffverbrauch bzw. der Materialverwendung (hier gemessen als abiotischer Direkter Materialeinsatz). Mit Hilfe dieser Relativgröße wird verfolgt, wie effizient Rohstoffe eingesetzt werden. Sowohl Zähler als auch Nenner des derzeit verwendeten Indikators weisen jedoch hinsichtlich ihrer Aussagekraft Schwachstellen auf.

Stoffflüsse beispielsweise, die durch die Produktion von Importgütern im Ausland verursacht werden, werden nicht berücksichtigt; lediglich das reale Gewicht beim Import geht in den DMI ein. Ein weiterer Kritikpunkt am derzeitigen Indikator besteht darin, dass er nur eine relative Entkopplung darstellen kann. Er ist nicht in der Lage, Fortschritte bei der absoluten Senkung des Rohstoffverbrauchs abzubilden.

Der bisherige Rohstoffindikator ist um den bisher vernachlässigten Anteil der im Ausland anfallenden abiotischen Materialflüsse und den Anteil der im In- und Ausland genutzten biotischen Rohstoffe zu erweitern. Da hierbei mit einer Hilfsgröße („Rohstoffäquivalente“, RÄ) gearbeitet wird, wird dieser Indikator teilweise als „DMI-RÄ“ bezeichnet, verbreiteter ist die englischsprachige Bezeichnung „Raw Material Input“ (RMI). Mit dieser Einbeziehung soll der tatsächlich anfallende Gesamtverbrauch an Rohstoffen für die Wirtschaft im In- und Ausland erfasst werden.

Das Statistische Bundesamt hat in einem gemeinsamen Vorhaben mit dem Umweltbundesamt eine Methode entwickelt, die im Ausland verursachten Rohstoffaufwendungen in den Indikator einzurechnen (Berechnung der Rohstoffäquivalente [RÄ] für einen DMI-RÄ). Das Vorhaben wurde 2009 abgeschlossen (Abschlussbericht). Diese Methode wird durch ein Nachfolgeprojekt zwischen StBA und UBA derzeit weiterentwickelt und verfeinert (Rohstoffe für Deutschland: Bedarfsanalyse für Konsum, Investitionen und Exporte auf Makro- und Mesoebene). Seitens des AK UGRdL wird an einer Anpassung der Methode auf Länderebene gearbeitet mit dem Ziel, zukünftig ebenfalls einen RMI für die Bundesländer berechnen zu können.

Die Entwicklung des Indikators für die Stadtstaaten Bremen und Hamburg ist mit den übrigen Bundesländern nur bedingt vergleichbar. Für die Zukunft ist zu prüfen, ob der Indikator auf Basis einer anderen Größe (z.B. „Inländischer Materialverbrauch“) berechnet werden kann, bei dem ggf. eine größere Vergleichbarkeit zwischen den Ländern gegeben ist.

"Verwandte" Indikatoren im Set:

LIKI-Vertreter

Umweltbundesamt

Wörlitzer Platz 1
06844 Dessau-Roßlau
Tel.: 0340-2103-2161
 

Fachansprechpartnerin

Statistikamt Nord

Fröbelstraße 15 – 17
25113 Kiel
Tel.: 0431-6895-9361

 Datentabelle: Rohstoffproduktivität als Index [1994=100%]

  1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001
Baden-Württemberg 100,0 103,2 109,2 111,1 113,9 111,4 110,0 124,9
Bayern 100,0 102,2 110,2 117,3 121,1 118,2 123,6 130,6
Berlin 100,0 131,5 105,7 102,4 105,2 116,3 123,9 159,3
Brandenburg 100,0 113,7 114,7 117,4 125,3 132,7 141,3 142,0
Bremen 100,0 112,9 111,2 119,4 117,1 113,6 100,8 100,9
Hamburg 100,0 148,2 107,5 96,8 114,4 148,2 107,3 113,8
Hessen 100,0 101,0 113,0 113,5 114,2 114,9 112,3 124,8
Mecklenburg-Vorpommern 100,0 121,5 112,7 135,4 158,5 146,7 172,4 175,2
Niedersachsen 100,0 95,4 92,0 91,9 89,5 90,4 95,1 99,5
Nordrhein-Westfalen 100,0 105,1 106,3 109,4 109,0 110,2 114,2 119,4
Rheinland-Pfalz 100,0 101,5 105,6 106,4 98,2 100,7 101,0 106,4
Saarland 100,0 104,8 114,3 83,0 87,2 97,4 98,1 99,6
Sachsen 100,0 117,1 132,5 142,3 180,2 186,4 191,4 201,5
Sachsen-Anhalt 100,0 113,0 113,9 113,5 113,3 104,9 126,2 143,2
Schleswig-Holstein 100,0 92,7 103,9 113,4 111,3 106,6 104,9 111,9
Thüringen 100,0 106,6 102,4 105,3 130,8 122,9 132,0 154,5
Deutschland 100,0 105,0 107,9 110,8 114,7 115,0 119,2 127,5

  2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
Baden-Württemberg 132,1 142,6 142,7 136,8 135,3 142,5 146,2 148,7
Bayern 145,4 142,6 150,6 161,0 150,9 164,8 161,7 165,9
Berlin 181,4 149,3 212,3 190,3 156,5 156,0 195,7 201,8
Brandenburg 137,4 135,6 142,3 149,8 152,3 157,6 165,5 166,6
Bremen 123,3 128,3 114,2 102,1 97,8 97,5 108,5 118,1
Hamburg 150,9 131,3 83,9 79,6 81,7 79,0 77,7 68,7
Hessen 128,4 123,9 128,2 138,2 135,2 135,4 129,9 137,2
Mecklenburg-Vorpommern 166,6 165,5 177,4 165,8 152,3 168,8 174,2 179,3
Niedersachsen 101,5 97,6 99,0 101,0 104,5 109,7 108,9 104,4
Nordrhein-Westfalen 112,4 110,5 106,8 110,3 112,4 114,6 118,2 131,4
Rheinland-Pfalz 111,6 110,5 118,1 118,6 114,4 118,0 125,9 127,1
Saarland 101,2 95,7 100,3 119,1 108,5 107,1 115,7 132,9
Sachsen 200,9 182,2 202,3 206,5 197,3 225,7 233,9 238,1
Sachsen-Anhalt 151,4 139,3 161,9 171,7 183,1 187,4 196,4 176,4
Schleswig-Holstein 107,1 104,1 111,0 104,2 97,8 112,9 122,8 117,5
Thüringen 151,5 175,9 169,6 191,1 166,0 202,1 189,1 176,2
Deutschland 128,9 126,6 128,5 132,0 130,6 137,3 140,4 144,3

  2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Baden-Württemberg 157,9 153,5 162,8 156,6 161,2 167,1 165,3
Bayern 166,4 158,8 165,6 166,2 177,4 177,0 170,7
Berlin 170,4 180,2 207,6 202,3 207,8 219,7 271,8
Brandenburg 174,7 173,3 179,2 180,2 185,6 199,9 199,8
Bremen 107,7 113,8 118,4 114,9 114,4 111,8 123,6
Hamburg 67,0 89,5 89,7 92,0 85,1 99,3 77,0
Hessen 138,6 129,7 136,2 120,0 123,4 116,2 116,3
Mecklenburg-Vorpommern 193,1 173,1 200,0 204,0 175,8 199,7 210,8
Niedersachsen 112,5 109,4 117,9 126,3 123,3 119,2 124,7
Nordrhein-Westfalen 126,1 123,7 127,1 125,7 127,8 130,4 133,8
Rheinland-Pfalz 126,2 123,9 133,0 132,8 128,9 149,6 135,0
Saarland 127,0 109,7 115,6 102,9 99,8 107,7 109,1
Sachsen 241,7 215,5 235,4 242,3 239,5 241,0 271,1
Sachsen-Anhalt 178,0 158,2 170,0 166,2 177,4 175,2 174,3
Schleswig-Holstein 114,1 117,4 123,6 118,3 119,0 120,6 114,9
Thüringen 206,0 201,6 209,8 228,8 223,9 275,5 245,3
Deutschland 145,9 141,8 149,2 148,7 150,0 154,0 154,6

 Datentabelle: Rohstoffproduktivität, letzte Absolutwerte in 1000 EUR/t

  2016
Baden-Württemberg 3,5
Bayern 3,2
Berlin 18,3
Brandenburg 0,9
Bremen 1,7
Hamburg 4,6
Hessen 3,9
Mecklenburg-Vorpommern 2,0
Niedersachsen 1,9
Nordrhein-Westfalen 1,9
Rheinland-Pfalz 2,2
Saarland 1,7
Sachsen 1,4
Sachsen-Anhalt 1,2
Schleswig-Holstein 2,7
Thüringen 2,1
Deutschland 2,4

 © Länderinitiative Kernindikatoren 2019

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