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 D6 - Rohstoffproduktivität

Verhältnis des Bruttoinlandsprodukts zum Rohstoffverbrauch (Index)
(Machbarkeit:1, DPSIR-Einstufung: R, Einheit: Index [1994=100]


Stand: 13.12.2021

Grafische Darstellung, Trend und Status :

Wählen Sie die darzustellenden Bundesländer aus:

Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen
Deutschland




Abb.: Verhältnis des Bruttoinlandsprodukts (preisbereinigt, verkettet) zum Rohstoffverbrauch mit Bezugsjahr 1994
Link auf eine Gesamtansicht mit allen Bundesländer, Status und Trend 
Deutschlandkarte
mit Trend / Status
Legende zu den Status- / Trendsymbolen in den Grafiken

Definition und Berechnungsverfahren:

Zur Berechnung des Indikators "Rohstoffproduktivität" wird das Bruttoinlandsprodukt (preisbereinigt, verkettete Indizes) ins Verhältnis zur Inanspruchnahme an nicht erneuerbaren Rohstoffen gesetzt, gemessen als Direkter Materialeinsatz (abiotisch). Diese Größe wird als Index mit Bezugsjahr 1994 dargestellt. Als Bezugsjahr wurde das Jahr 1994 ausgewählt, weil die Verdoppelung der Rohstoffproduktivität des Jahres 1994 bis 2020 bis zum Jahr 2016 eines der Nachhaltigkeitsziele für Deutschland war. In der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie wurde inzwischen die Gesamtrohstoffproduktivität aufgenommen, die eine erweiterte Perspektive beinhaltet, da für die Importe auch die dafür im Ausland bei der Produktion eingesetzten Rohstoffe eingerechnet werden (Rohstoffäquivalente). Ein solcher erweiterter Indikator ist jedoch auf Länderebene nicht verfügbar.

Die materialseitige Bezugszahl der Rohstoffproduktivität (abiotischer Direkter Materialeinsatz) wird auch als „Rohstoffverbrauch“ oder „abiotic Direct Material Input“ (DMIabiot) bezeichnet. Sie setzt sich aus folgenden Teilgrößen zusammen:

  • verwertete abiotische Rohstoffe aus der inländischen Natur;
  • importierte abiotische Güter;
  • Saldo aus Empfang und Versand abiotischer Güter aus dem Handel zwischen den Bundesländern.
Zu den abiotischen Rohstoffen gehören Energieträger (Kohle, Erdöl, Erdgas, etc.) sowie Mineralien (Erze, Steine und Erden) und deren Erzeugnisse.

Der Direkte Materialeinsatz wird von den Statistischen Ämtern im Rahmen der Umweltökonomischen Gesamtrechnung berechnet. Die Werte werden aus den Tabellen des AK UGRdL direkt übernommen. Eine Methodenbeschreibung auf Ebene der Bundesländer findet sich in den Methodenhinweisen der UGRdL (Link).

Bedeutung:

Die Rohstoffproduktivität drückt aus, wie viel wirtschaftliche Leistung (dargestellt als BIP) durch den Einsatz einer Einheit Rohstoffe erzeugt wird. Die Gewinnung und Nutzung eines Rohstoffs geht stets mit Flächen-, Material- und Energieinanspruchnahme, Stoffverlagerung sowie Schadstoffemissionen einher. Im Ressourceneffizienzprogramm der Bundesregierung (ProgRess II) und in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist das Ziel einer Steigerung der Gesamtrohstoffproduktivität bis zum Jahr 2030 verankert. Des Weiteren gibt es in einigen Bundesländern Ziele der Erhöhung der Rohstoffproduktivität.

Die Rohstoffproduktivität nimmt zu, wenn eine wirtschaftliche Leistung (gemessen in Geldeinheiten) mit einem geringeren Materialaufwand erbracht wird. Eine solche Verbesserung der Materialeffizienz kann in allen Wirtschaftsbereichen erzielt werden. In den Bereichen, in denen - wie etwa im Baubereich - große Stoffmengen bewegt werden, sind Materialeffizienzsteigerungen besonders wirksam. Beispielsweise trägt eine Verlagerung von Investitionen vom Neubau in die Sanierung von bestehenden Gebäuden erheblich zur Rohstoffproduktivität bei, da hier vergleichbare Geldströme mit sehr viel geringeren Materialströmen verbunden sind.

Hinweise zur Interpretation

Indikator D6 ist als Index auf das Referenzjahr 1994 bezogen und normiert. Ländervergleiche in zeitlicher Entwicklung sind möglich. Grund dafür ist, dass bei dem Bruttoinlandsprodukt eine Preisbereinigung durchgeführt wurde und daher die zeitliche Entwicklung der Wirtschaftsleistung korrekt wiedergegeben wird. Das Bruttoinlandsprodukt- und konsequenterweise auch die Rohstoffproduktivität- wird aufgrund des Preisbereinigungsverfahrens nur als Index veröffentlicht. Bei einer Interpretation der jährlichen Schwankungen sind Spezifika in der Wirtschaftsstruktur (z.B. rohstoffintensive Produktion, stark dienstleistungsbasierte Wertschöpfung oder Import-Export-Schwankungen) zu beachten. So ist für Hamburg und Bremen die Aussagefähigkeit des Indikators aufgrund der besonderen Berücksichtigung des Im- und Exports derzeit sehr eingeschränkt (s.u. „Vergleichbarkeit“).

Landesspezifika / Stand:

 

Datenlage

Zielstellungen

Zeitreihe 1994 - 2019

kein Ziel

Zeitreihe 1994 - 2019

Bayerische Nachhaltigkeitsstrategie (2017)
Kontinuierliche Steigerung der Gesamtrohstoffproduktivität bis 2030 in Anlehnung an die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie

Zeitreihe 1994 - 2019

Keine Angaben

Zeitreihe 1994 - 2019

Steigerung der Rohstoffproduktivität im Trend (Nachhaltigkeitsstrategie für das Land Brandenburg, Fortschreibung 2019).

Zeitreihe 1994 - 2019

Kein Ziel

Zeitreihe 1994 - 2019

Keine Angaben

Zeitreihe 1994 - 2019

Kein Ziel

Zeitreihe 1994 - 2019

Keine Angaben

Zeitreihe 1994 - 2019

Keine Angaben

Zeitreihe 1994 - 2019

Nachhaltigkeitsstrategie für NRW (2020)
Übernahme des Bundestrends der Jahre 2000 - 2010 für NRW bis 2030. Dieses lässt sich mit einer Steigerung um 1, 5% pro Jahr beziehungsweise 30 Indexpunkte bis 2030 auf einen Wert von rund 165 übersetzen.

Zeitreihe 1994 - 2019

Nachhaltigkeitsstrategie des Landes: Indikatorenbericht 2021
Steigerung der Ressourcenproduktivität bis 2030 gegenüber 2000 um 70 Prozent

Zeitreihe 1994 - 2019

Kein Ziel

Zeitreihe 1994 - 2019

Keine Angaben

Zeitreihe 1994 - 2019

Keine Angaben

Zeitreihe 1994 - 2019

Keine Angaben

Zeitreihe 1994 - 2019

Die Thüringer Nachhaltigkeitsstrategie - Indikatorenbericht 2016
Steigerung bis 2020 um 60 % im Vergleich zu 2010

Zeitreihe 1994 - 2019

Deutsches Ressourceneffizienzprogramm III (2020) und Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (DNS), 2021
von 2010 bis 2030 Steigerung der Gesamtrohstoffproduktivität (BIP+Importe/RMI) um jährlich 1,6%


Klärungsbedarf, Weiterentwicklung, weitere Schritte:

Das Statistische Bundesamt hat in einem gemeinsamen Vorhaben mit dem Umweltbundesamt eine Methode entwickelt, die im Ausland verursachten Rohstoffaufwendungen (Rucksäcke) in den nationalen Indikator einzurechnen (Berechnung der Rohstoffäquivalente [RÄ] für einen DMI-RÄ). Das Vorhaben wurde 2009 abgeschlossen (Abschlussbericht). Diese Methode wurde seitdem weiterentwickelt und verfeinert (Rohstoffe für Deutschland: Bedarfsanalyse für Konsum, Investitionen und Exporte auf Makro- und Mesoebene). Seitens des AK UGRdL wird an einer Anpassung der Methode auf Länderebene gearbeitet mit dem Ziel, zukünftig ebenfalls einen RMI für die Bundesländer berechnen zu können.

Die Entwicklung des Indikators für die Stadtstaaten Bremen und Hamburg ist mit den übrigen Bundesländern nur bedingt vergleichbar. Für die Zukunft ist zu prüfen, ob der Indikator auf Basis einer anderen Größe (z.B. „Inländischer Materialverbrauch“) berechnet werden kann, bei dem ggf. eine größere Vergleichbarkeit zwischen den Ländern gegeben ist.

"Verwandte" Indikatoren im Set:

Literatur:

Umweltbundesamt, Statistisches Bundesamt (Hrsg. 2009) Weiterentwicklung des direkten Materialinputindikators: Verbesserung von Rohstoffproduktivität und Ressourcenschonung.

Kaumanns, Sven; Lauber, Ursula; (2016) Rohstoffe für Deutschland Bedarfsanalyse für Konsum, Investition und Export auf Makro- und Mesoebene. UBA Texte 62/2016, Statistisches Bundesamt im Auftrag des Umweltbundesamtes.

Gemeinsames Statistikportal des Bundes und der Länder (o.J., abgerufen am 27.7.2021) https://www.statistikportal.de/de/ugrdl/ergebnisse/rohstoffe#methoden.

LIKI-Vertreter

Umweltbundesamt

Wörlitzer Platz 1
06844 Dessau-Roßlau
Tel.: 0340-2103-2161
 

 Datentabelle: Rohstoffproduktivität als Index [1994=100%]

  1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001
Baden-Württemberg 100,0 103,0 109,0 110,7 113,6 111,1 109,7 124,6
Bayern 100,0 102,0 109,9 117,0 120,8 117,9 123,4 130,4
Berlin 100,0 131,1 105,3 102,1 105,0 116,0 123,6 158,9
Brandenburg 100,0 113,5 114,4 117,1 125,1 132,4 140,8 141,4
Bremen 100,0 112,8 111,1 119,3 117,1 113,5 100,5 100,5
Hamburg 100,0 148,0 107,4 96,8 114,5 148,0 106,8 113,4
Hessen 100,0 100,8 112,7 113,1 113,9 114,4 111,7 124,1
Mecklenburg-Vorpommern 100,0 121,3 112,3 134,8 157,7 145,7 170,9 173,3
Niedersachsen 100,0 95,3 91,9 91,7 89,3 90,3 95,0 99,5
Nordrhein-Westfalen 100,0 104,9 106,1 109,2 108,9 109,9 113,6 118,7
Rheinland-Pfalz 100,0 101,3 105,4 106,3 97,9 100,2 100,4 105,6
Saarland 100,0 104,5 113,9 82,7 87,0 97,1 97,7 99,2
Sachsen 100,0 116,8 132,2 141,8 179,6 185,5 190,5 200,5
Sachsen-Anhalt 100,0 112,8 113,5 113,0 112,9 104,4 125,6 142,4
Schleswig-Holstein 100,0 92,5 103,8 113,3 111,2 106,3 104,4 111,4
Thüringen 100,0 106,3 102,0 104,8 130,1 122,2 131,0 153,4
Deutschland 100,0 104,8 107,6 110,5 114,5 114,7 118,8 127,1

  2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
Baden-Württemberg 131,8 142,4 142,6 136,5 135,3 142,2 145,9 147,1
Bayern 145,0 142,4 150,4 160,9 151,0 164,6 161,4 166,0
Berlin 180,1 148,3 211,1 189,4 156,1 155,1 194,1 200,7
Brandenburg 136,4 134,7 141,3 148,7 151,8 156,7 164,3 165,3
Bremen 122,3 127,2 112,8 101,1 97,1 96,3 106,9 116,0
Hamburg 149,8 130,2 83,4 79,1 81,1 78,5 77,7 69,1
Hessen 127,4 122,9 127,2 137,2 134,4 134,1 128,4 136,1
Mecklenburg-Vorpommern 164,0 162,7 173,6 161,7 149,2 163,8 167,8 171,9
Niedersachsen 101,5 97,7 99,1 101,7 105,6 110,7 109,8 104,8
Nordrhein-Westfalen 111,4 109,5 105,7 109,1 111,2 112,9 116,1 129,0
Rheinland-Pfalz 110,4 109,3 116,7 117,0 113,0 116,2 123,6 124,3
Saarland 100,5 95,1 99,7 118,4 108,1 106,3 114,7 131,9
Sachsen 199,2 180,8 200,7 205,0 196,3 223,8 231,6 236,0
Sachsen-Anhalt 150,0 138,0 160,4 170,0 181,5 185,4 194,4 174,6
Schleswig-Holstein 106,4 103,2 110,0 103,3 97,0 111,7 121,2 116,1
Thüringen 149,9 174,2 167,9 189,2 164,6 199,6 186,6 173,7
Deutschland 128,1 125,8 127,8 131,3 130,0 136,4 139,3 143,0

  2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Baden-Württemberg 156,4 152,8 162,6 156,5 161,2 166,1 164,4 160,9
Bayern 166,8 159,5 166,2 167,0 178,2 177,0 170,2 177,6
Berlin 169,4 179,5 206,5 201,9 207,9 218,8 270,7 281,9
Brandenburg 173,4 172,3 179,0 179,6 184,4 197,4 196,5 200,1
Bremen 106,2 111,8 116,8 113,2 112,9 109,3 124,0 123,5
Hamburg 66,9 89,2 89,4 91,7 84,5 98,2 76,8 108,4
Hessen 137,5 129,4 135,3 119,1 122,5 114,9 114,8 104,5
Mecklenburg-Vorpommern 187,3 168,7 194,7 198,1 171,6 194,4 205,3 192,6
Niedersachsen 113,4 110,6 119,2 127,2 124,1 119,7 124,9 145,7
Nordrhein-Westfalen 123,7 121,5 124,4 122,7 125,1 128,3 132,0 129,1
Rheinland-Pfalz 123,9 121,3 130,4 130,4 126,0 145,7 132,2 130,5
Saarland 126,0 108,9 114,5 101,8 98,8 106,3 107,5 108,0
Sachsen 240,0 214,4 234,1 241,3 238,2 239,2 266,9 244,1
Sachsen-Anhalt 176,5 157,5 169,6 166,0 176,3 172,5 171,6 154,1
Schleswig-Holstein 112,8 116,7 122,3 116,6 117,2 118,8 112,8 116,9
Thüringen 203,6 199,8 208,5 227,1 221,1 270,4 240,3 249,8
Deutschland 144,7 141,0 148,2 147,6 149,4 153,0 154,0 155,0

  2018 2019
Baden-Württemberg 165,4 171,2
Bayern 174,0 167,4
Berlin 290,3 279,4
Brandenburg 201,1 229,9
Bremen 107,2 120,0
Hamburg 114,8 131,6
Hessen 111,9 123,5
Mecklenburg-Vorpommern 185,5 136,6
Niedersachsen 153,0 147,7
Nordrhein-Westfalen 129,5 133,2
Rheinland-Pfalz 133,3 143,7
Saarland 116,3 112,5
Sachsen 255,3 258,8
Sachsen-Anhalt 153,4 165,0
Schleswig-Holstein 127,1 129,2
Thüringen 239,6 251,4
Deutschland 157,4 160,9

 Datentabelle: Rohstoffproduktivität, letzte Absolutwerte in 1000 EUR/t

  2019
Baden-Württemberg 3,8
Bayern 3,3
Berlin 20,4
Brandenburg 1,1
Bremen 1,8
Hamburg 8,2
Hessen 4,4
Mecklenburg-Vorpommern 1,4
Niedersachsen 2,4
Nordrhein-Westfalen 1,9
Rheinland-Pfalz 2,5
Saarland 1,8
Sachsen 1,4
Sachsen-Anhalt 1,2
Schleswig-Holstein 3,3
Thüringen 2,2
Deutschland 2,6

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