05.07.2017

Hunderte junge Lachse in der Sieg ausgesetzt


(c) LANUV

Jungtiere schwimmen nun die Sieg hinab dem Meer entgegen

Siegen:  Schülerinnen und Schüler der Lachs-AG des Gymnasiums auf der Morgenröthe ließen heute mehrere hundert Junglachse in die Sieg frei. Im Herbst 2016 konnten sie bereits den Aufstieg der laichbereiten Lachse an einer Lachs-Kontrollstation an der Sieg bei Siegburg-Buisdorf beobachten.

Die Schüler aus Siegen und Siegburg nehmen an symbolischen „Lachspatenschaften“ der Stiftung Wasserlauf teil. Dabei werden sie mit der Biologie wandernder Fischarten, insbesondere dem Lachs vertraut gemacht. Aber nicht nur die faszinierende Biologie einer der wichtigsten Speisefische steht im Vordergrund, sondern auch das komplexe Wissen rund um die Gewässerreinhaltung wird vermittelt. 

 

Hintergrund:

Ehemals ausgestorben oder sehr selten gewordene „Wander“- Fische sollen langfristig wieder in die Europäischen Flusssysteme zurückkehren. Das ist erklärtes Ziel des Wanderfischprogramms NRW. EU-Richtlinien, wie die „EU-Wasserrahmenrichtlinie“ arbeiten darauf hin, dass die Gewässersysteme einen entsprechend guten ökologischen Zustand erreichen. Als Wanderfische bezeichnet man Fischarten, die zwischen Meer und Fluss, d.h. Salz- und Süßwasser wechseln, umgangssprachlich: „wandern“. Dabei spielen der Rhein und seine Nebenflüsse eine wichtige Rolle. Hier im Rhein geht es um die Wanderfische Lachs, Maifisch, Aal, Nordseeschnäpel, Fluss- und Meerneunaugen. Im vorletzten Jahrhundert waren die Speisefische Aal, Maifisch und Lachs wichtige Eiweißlieferanten der Bevölkerung entlang des Rheins und seiner Zuflüsse.

Lachse vermehren sich im Süßwasser, in den Oberläufen der Bäche, in denen klares, sauerstoffhaltiges Wasser fließt. Deswegen hat sich im Zuge zunehmender Maßnahmen zur Gewässerreinhaltung und der Beseitigung von Wanderhindernissen das Sieg-System incl. seiner Seitenbäche zu einem der wichtigsten Lachsgewässer in NRW entwickelt.

Ab 1986 wurde die Wiederansiedlung des Lachs im Rhein vorbereitet, ab 1998 wurde das Artenschutzprojekt intensiviert, seitdem sind mehrere Tausend aus dem Meer zurückgekehrte Lachse in den Laichgewässern Nordrhein-Westfalens registriert worden. Bis auf weiteres werden noch jährlich Junglachse, die künstlich von den zurückkehrenden  Lachsen gewonnen werden, angezogen und freigesetzt um den Bestand an wilden Lachsen im Siegsystem zu stabilisieren. Wenn sich die Lachsbestände an Sieg und Agger weiter positiv entwickeln wird auch das irgendwann  das nicht mehr notwendig sein. 

 

Beteiligte und Unterstützer

Die diesjährige Aussetzung der Junglachse unterstützen die Marinekameradschaft Siegen. Die symbolischen Lachspatenschaften werden gefördert von der F. Victor Rolff-Stiftung, vom Wahnbachtalsperrenverband und von Siegwerk Druckfarben, die fachliche Betreuung gewährleistet die Stiftung-Wasserlauf NRW und das Land NRW über die Fischereiökologie des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) in Kirchhundem-Albaum.

 

 

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