01.03.2017

Gute Luft am Rhein- Das EU-Projekt „Clean Inland Shipping (CLINSH)“ sucht Binnenschiffe, um Technologien zur Abgasreinigung zu erproben


Im Rahmen des Projektes  „Clean Inland Shipping“ (CLINSH) wird die Provinz Zuid Holland(Rotterdam) die Nachrüstung von 15 Binnenschiffen mit moderner Abgastechnologie fördern.  An den „fit“ gemachten Schiffen wird die Wirkung der Abgasminderung unter realen Fahrtbedingungen für längere Zeit untersucht.

Die Förderung beträgt bis zu 50 % der Nachrüstungskosten, zusätzlich wird eine Unkostenpauschale für die Teilnahme am Monitoringprogramm gewährt. Zusätzlich werden 15 weitere, bereits nachgerüstete Schiffe gesucht, die ebenfalls am Monitoringprogramm teilnehmen möchten. Auch deutsche Binnenschiffer können sich auf die Ausschreibung bewerben. 

Auch das LANUV beteiligt sich mit seinem Laborschiff „Max Prüss“ am Monitoringprogramm und wird zusätzlich Luftuntersuchungsprogramme in großen Binnenhäfen durchführen.

Binnenschiffer gesucht für Test nachhaltiger Techniken in der Binnenschifffahrt

Die europäische Ausschreibung für Unternehmer, die in die nachhaltige Umgestaltung ihres Schiffsund des Binnenschifffahrtssektors investieren möchten, hat begonnen. Vom 28. Februar bis zum 24. April 2017, 12.00 Uhr, können sich Binnenschiffer für die Teilnahme an dem Projekt CLeanINland SHipping (CLINSH) anmelden. CLINSH ist ein europäisches Projekt, das in nachhaltigen Transport über Wasser investiert.

Die Binnenschifffahrt ist ein wichtiges Glied der Logistikkette. Sie befördert große Volumen über lange Entfernungen. Damit die Binnenschifffahrt auch in Zukunft ihre Position in der Logistikkette behalten kann, muss sie in saubere Schiffe investieren. Dabei kann es sich um Aufwendungen für sauberere Motoren, aber auch um die Anpassung der vorhandenen Motoren oder Techniken handeln. Als Ziel gilt es, den Ausstoß von Stickstoffoxiden und Feinstaub zu senken und damit die Luftqualität zu verbessern. Die internationalen Anforderungen auf dem Gebiet der Energieeinsparung und sauberen Luft werden schließlich strenger. Und beim Kauf von Dienstleistungen machen die Auftraggeber immer häufiger überzeugende Umweltleistungen zur Bedingung. Auch von manchen Häfen werden Anforderungen an die Schiffe gestellt.

Testbeginn

Das Projekt beginnt mit 30 Schiffen, die mittels einer europäischen Ausschreibung ausgewählt werden. Dabei finden zwei Auswahlverfahren statt:

  • a) Es werden 15 Schiffe ausgewählt, die von den Eignern mit emissionsreduzierender Technologie oder alternativem Brennstoff ausgestattet wurden. Beispiele hierfür sind das Nachbehandlungssystem SCR-DPF, Kraftstoff-Wasser-Emulsion, Hybridanlage, Flüssigerdgas oder Gas-to-Liquid-Treibstoff.
  • b) Es werden 15 Schiffe ausgewählt, die bereits mit emissionsreduzierender Technologie oder alternativem Treibstoff fahren.


Planung
Mitte Juni 2017 steht fest, auf welchen Schiffen Geräte angebracht werden. Dann wird 1 bis 2 Jahre lang kontinuierlich der Ausstoß an Bord gemessen. Daraus ergeben sich wertvolle Informationen über die Umweltleistungen und Betriebskosten bei Anwendung der einzelnen Techniken. Der Test startet Anfang September 2017.


Warum mitmachen?
Im Rahmen der Ausschreibung des Projekts CLINSH erhalten die ausgewählten Binnenschiffer eine Vergütung für ihre Teilnahme. Für den Kauf und die Installation der Technologie können die Schiffer bis zu 50 % der Ist-Kosten einschließlich einer Unkostenvergütung von maximal € 10.000,- pro Schiff bekommen. Die Schiffer, die bereits mit emissionsreduzierender Technologie oder alternativem Treibstoff fahren, können pro Schiff maximal € 10.000,- Unkostenerstattung erhalten. Wer an CLINSH teilnimmt, kann somit einen finanziellen Ausgleich für das Liefern von Informationen erhalten, die die nachhaltige Umrüstung der Binnenschifffahrt beschleunigen.


Teilnehmer CLINSH: https://www.clinsh.eu/partners.html

Darüber hinaus erbringt eine Teilnahme am Projekt Kenntnisse zu unterschiedlichen Techniken und erreichten Umweltvorteilen sowie eine Pionierstellung innerhalb des Sektors. Gute Umweltleistungen können sich vorteilhaft auf das Akquirieren von Ladung und die Zulassung zu Häfen auswirken. Des Weiteren können die Binnenschiffer jetzt eine Vergütung für Anpassungen bekommen, die in Zukunft vorgeschrieben werden.


Über CLINSH
CLINSH ist ein Demonstrationsprojekt, das die Effektivität und Kosten emissionsreduzierender Techniken und alternativer Treibstoffe unter Praxisbedingungen erfasst. CLINSH startete am 1. September 2016 offiziell und wird vom europäischen LIFE-Fonds unterstützt. Die gesamten Projektkosten betragen mehr als 8,5 Millionen Euro, sodass 17 Partner gemeinsam mit dem europäischen Life-Fonds in diverse Projekte investieren, die zu einer nachhaltigen Binnenschifffahrt beitragen.

Haben Sie Interesse an einer Teilnahme am CLINSH-Praxistest? Weitere Informationen finden Sie unter www.clinsh.eu.

 

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