27.01.2017

Internationaler Diskurs über Wasseranalytik


© LANUV/S. Brüggen.

Untersuchung von Gewässern mit neuer Perspektive

Am 31. Januar treffen sich beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Experten aus Deutschland und den Niederlanden, um über neuartige Methoden zum Aufspüren von Schadstoffen in Gewässern zu sprechen.

In den Laboren werden Wasserproben meist wie durch ein Schlüsselloch gezielt auf den Gehalt einzelner Substanzen untersucht. Pflanzenschutzmittel, Medikamentenrückstände oder Lösungsmittel – für alle gibt es spezielle Analyseverfahren. Im Alltag gehen wir mit tausenden von Chemikalien um. Sie werden industriell hergestellt, weiter verarbeitet kommen in weiteren Industriezweigen, in der Landwirtschaft oder auch im Haushalt zum Einsatz. Viele davon gelangen über Abwasser, Regenwasser oder direkt in Flüsse, Bäche, das Grundwasser und manchmal sogar in unser Trinkwasser.

Die neue Non-Target-Analytik verlässt die Schlüsselloch-Perspektive, bei der es immer um die gezielte Suche nach einem Schadstoff oder einer Schadstoffgruppe geht. Stattdessen –um bei diesem Bild zu bleiben – wollen die Laborexperten die Tür öffnen und zunächst ohne definiertes Ziel einen Blick auf die Beschaffenheit des Wassers wagen. Durch die offene Tür strömt eine Flut von Informationen herein, die anschließend zu fassen und auszuwerten ist. Auf die Fachleute werden Antworten zukommen, nach denen bislang noch gar nicht gefragt wurde, Erkenntnisse über Chemikalien in Gewässern, nach denen noch niemand gesucht hat.

Die Wasserchemische Gesellschaft hat Chemikerinnen und Chemiker deutscher und niederländischer Institutionen zum LANUV eigeladen, die bereits Erfahrungen mit der neuen Non-Target-Methode sammeln konnten. Sie wollen voneinander lernen, damit sie in Zukunft bei der Untersuchung von Flüssen, Grundwasser und Trinkwasser die bestmöglichen Wege beschreiten können. Sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden haben bereits Aktivitäten zur Vereinheitlichung der Messtechnik stattgefunden. Dazu wurde eine identische Wasserprobe in mehreren nationalen Laboren untersucht und die Werte verglichen. Beim Expertentreffen im LANUV werden die Ergebnisse zum ersten Mal international bewertet.

Der gemeinsame Blick über Ländergrenzen hinaus ist wichtig, denn Wasser kennt keine Grenzen. Durch die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins gibt es bereits einen regen fachlichen Austausch, der nun um die Non-Target Analytik erweitert wird.

Weitere Informationen des LANUV zu diesem Thema unter https://www.lanuv.nrw.de/umwelt/umweltanalytik/non-target-news/

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