09.01.2017

Landesmessungen der Luftqualität


©LANUV

Änderungen im Messnetz

 

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) hat zum Jahresbeginn neue Standorte für Messungen der Luftqualität in Betrieb genommen. Im Fokus der Messungen stehen die Schadstoffe Stickstoffdioxid und Feinstaub.

In den vergangenen Jahren wurde insbesondere an stark befahrenen Straßen vielerorts der Grenzwert für Stickstoffdioxid überschritten. Auch die Feinstaubbelastung muss weiterhin sorgfältig beobachtet werden, obwohl seit drei Jahren (in 2016 nach Auswertung vorläufiger Ergebnisse) die EU-Grenzwerte in NRW eingehalten werden.

 Die neuen Messpunkte im Einzelnen:

An der Messstelle an der Konrad-Adenauer-Straße in Solingen wurde bis 2007 schon einmal gemessen. Hier stehen seit dem 4. Januar nun wieder Stickoxide und Feinstaub auf dem Messplan. Erhöhte Werte gab es in der Vergangenheit hier hauptsächlich für Stickstoffdioxid - eine häufig vorkommende Situation an dicht bebauten Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen. Deshalb soll nun durch erneute Messungen an diesem Standort geprüft werden, ob dort Grenzwerte überschritten werden.

 

In Emmerich an der Schmidtstraße hatten erhöhte Stickstoffdioxid-Werte der Jahre 2011 und 2012 die Stadt dazu veranlasst, ein Durchfahrverbot für den Schwerlastverkehr umzusetzen. Danach wurde der Grenzwert zwei Jahre in Folge eingehalten. Nachdem das LKW-Durchfahrverbot nun wieder aufgehoben wurde, prüft das LANUV mit der erneuten Messung, wie sich dies auf die Luftqualität auswirkt.

 

In Duisburg beginnen an zwei Verkehrsstandorten in der Friedrich-Wilhelm-Straße im Stadtzentrum und in der Bahnhofstraße in Meiderich Passivsammler-Messgeräte die Messung von Sickstoffdioxid.

Im Gewerbedreieck der Städte Herne, Gelsenkirchen und Recklinghausen wird Mitte Januar in Recklinghausen-Hochlarmark ein Messcontainer in Betrieb genommen. Im Umfeld von Schrott und Metall verarbeitenden Betrieben soll hier ebenfalls die Belastung der Luft mit Feinstaub und Stickoxiden überprüft werden.

Zwei Messgeräte, die Feinstaub und seine Inhaltsstoffe erfassen, kommen in Lünen-Mühlenweg im Umfeld diverser Recycling-Betriebe und in Witten in der Nähe eines Edelstahl-Werkes zum Einsatz.

 

Am 5. Januar wurde die Messstelle Elsdorf-Berrendorf in Betrieb genommen. Hier wurde im Jahr 2013 bereits Stickstoffdioxid und Feinstaub gemessen. Für beide Komponenten waren damals die Grenzwerte eingehalten, so dass der Messcontainer zunächst abgebaut und an einen anderen Messort verlegt werden konnte. Insbesondere die Nähe zum Braunkohle-Tagebau veranlasst nun das LANUV, dort erneut  nachzumessen.

 

An Standorten, an denen die Grenzwerte eingehalten werden, können Messgeräte abgebaut werden, um andere Punkte mit Verdacht auf erhöhte Konzentrationen zu überprüfen. So konnten z. B. in Essen, Hagen, Kamen, Gevelsberg und Köln einzelne Passivsammler abgebaut werden.

Die Auswertung der Jahreskenngrößen 2016 erfordert zurzeit noch aufwändige Laboranalysen und Validierungsprozesse. Nach Abschluss dieser Arbeiten werden die Daten bewertet und veröffentlicht.

Seit über 30 Jahren wird in NRW mit Erfolg Luftqualitätsüberwachung durch das LANUV und seine Vorgängerinstitutionen betrieben. Das heutige Luftqualitäts-Überwachungssystem (LUQS) des Landes Nordrhein-Westfalen erfasst und untersucht die Konzentrationen verschiedener Schadstoffe in der Luft. Ziel ist neben der allgemeinen Luftqualitätsüberwachung die unmittelbare Information über die Luftbelastung in Echtzeit mit Hinweisen auf Ursachen und Trends. Bei erhöhten Werten wird sofort alarmiert und informiert. Durch die Überwachung der Luftqualität wird die Wirkung von Maßnahmen zur Emissionsminderung messbar.

Hinter der Konzeption des Messnetzes und der Wahl der Standorte für die Messungen stecken europaweit geltende Qualitätsanforderungen. Danach geht es um die großräumige Schadstoffbelastung in den Ballungsräumen, aber auch in Waldgebieten. Daneben werden Schwerpunkte der Schadstoffbelastung untersucht, die z. B. durch ein hohes Verkehrsaufkommen oder die Nähe zu einem Industriebetrieb hohe Schadstoffkonzentrationen aufweisen.

Die Ergebnisse der Messungen zur Luftqualität in NRW werden laufend aktualisiert und sind jederzeit im Internet einsehbar.

 

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