Tag des Bodens am 5. Dezember

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Bodenschutz und der richtige Umgang mit Böden für eine unserer wichtigsten Ressourcen -

Das Prinzip „Vorsorgen ist besser als Heilen“ gilt in besonderem Maße für den Boden. Der Boden hat ein langes Gedächtnis; oft führt erst die Summe von Bodenbelastungen über eine längere Zeit zu sichtbaren Beeinträchtigungen. Eine Wiederherstellung der Funktionalität des Bodens ist dann sehr schwierig, oftmals sogar unmöglich.

„Nicht nur im wörtlichen Sinn treten wir unsere Böden oft mit Füßen“, erklärte LANUV-Präsident Dr. Thomas Delschen, der selbst über viele Jahre den Bereich Bodenschutz im LANUV geleitet hat. „Wir schenken unserem Boden häufig kaum Beachtung, nehmen ihn als einen selbstverständlichen Teil unseres Lebens wahr.“ Dabei sei der Boden die Grundlage für die Produktion von Nahrungsmitteln, er speichere Wasser und könne Schadstoffe filtern. „Auch für das Klima ist der Boden wichtig. Er speichert CO2 und trägt an heißen Tagen zur Kühlung bei“, erklärte Präsident Dr. Delschen. Der Schutz von Böden sei daher eine zentrale Aufgabe des Umwelt- und Naturschutzes: „Böden sind sehr vielen Belastungen ausgesetzt. Dazu gehören Einträge von Schadstoffen, Bodenerosion oder die Verdichtung und Versiegelung. All diese Belastungen führen zu Veränderungen der Bodeneigenschaften und können so die eigentlichen Bodenfunktionen gefährden.“

Der Boden ist vielfältigen Belastungen ausgesetzt, die seine Multifunktionalität gefährden. Zahlreiche nicht abbaubare Schadstoffe, wie  z. B. Schwermetalle, können in den Boden gelangen. Sie werden dort gebunden und reichern sich mit der Zeit an. Werden dem Boden mehr Schadstoffe zugeführt, als er verkraften kann, können sie in Nahrungspflanzen übergehen oder in das Grundwasser gelangen. Durch den direkten Kontakt mit belastetem Boden sind insbesondere spielende Kinder gefährdet.

Durch schwere Maschinen in der Landwirtschaft oder beim Bauen können bei zu nassen Böden Schadverdichtungen auftreten. Dabei wird der für die Luftzufuhr notwendige Porenraum zusammengedrückt. Dadurch nehmen Bodenorganismen Schaden, und Regenwasser kann nicht mehr ungehindert versickern. Bei der Einrichtung von Baustellen gerät der Boden nicht selten buchstäblich unter die Räder. Dabei kann auch beim Bauen eine frühzeitige Planung helfen, den Boden zu schonen. Bereits beim Freimachen von Flächen und der Geländenivellierung eines neuen Baugrundstücks können erhebliche Bodenverdichtungen durch Baufahrzeuge entstehen. Schon in diesem frühen Stadium sollten Bauträger zusammen mit den Architektur- und Bauunternehmen dafür Sorge tragen, dass die zukünftige Gartenfläche vor schädlichen Bodenveränderungen geschützt wird.

Ungeschützte landwirtschaftlich genutzte Böden können insbesondere in Hanglagen durch Bodenerosion geschädigt werden. Bei starken Regenfällen geht einerseits wertvoller Boden verloren, andererseits kommt es durch die Ablagerung des abgeschwemmten Bodens oftmals zu weiteren Schäden, z. B. in Gewässern, schützenswerten Biotopen oder auf Verkehrswegen. Aber auch der Wind kann an ungeschützten Stellen erhebliche Mengen an Boden abwehen.

Die Entstehung unserer Böden hat nach der letzten Eiszeit begonnen. Viele Faktoren sind an der Bodenbildung beteiligt. Unter dem Einfluss von Klima und Lebewesen verwittert das Ausgangsgestein und gemeinsam mit abgestorbener organischer Substanz entsteht der sogenannte Auflagehorizont. Mit dem Regenwasser werden verschiedene Stoffe tiefer verlagert. Es dauert etwa 500 Jahre, bis sich eine Handbreit Boden bildet. Böden entwickeln typische Abfolgen von Schichten. Die unterschiedliche Entwicklung führt zur Entstehung von vielen verschiedenen Bodentypen. Die Bodenkunde benennt anhand ihres Aussehens und ihrer typischen Merkmale etwa 50 verschiedene Bodentypen, die sich in ihren Eigenschaften unterscheiden.

Seit 15 Jahren wird am Tag des Bodens auch immer der „Boden des Jahres“ für das folgende Jahr präsentiert. Im Jahr 2021 ist der Lössboden der Boden des Jahres. Boden aus Löss erfüllt viele Funktionen. Er schützt das Grundwasser, bietet Tieren Lebensraum und trägt durch die hohe Ertragsfähigkeit zu unserer Ernährung bei.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz erarbeitet für Nordrhein-Westfalen die fachlichen Grundlagen für einen zielgerichteten Bodenschutz, von der Vorsorge bis zur Entwicklung von Maßnahmenkonzepten für eine wirksame Gefahrenabwehr. Dazu betreibt das LANUV NRW Informationssysteme, in denen eine Vielzahl von Daten zu unseren Böden bereit gehalten werden.

Informationen und Daten zum Bodenschutz:

https://www.lanuv.nrw.de/umwelt/bodenschutz-und-altlasten

Infoblatt: Boden - wir stehen drauf! Von der Bodenkunde zum Bodenschutz

https://www.lanuv.nrw.de/publikationen/details?tx_cartproducts_products%5Bproduct%5D=192&cHash=8dbdcf56e56621b8854c9b7963c58fc0

 

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