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Potenzialstudie des Landes NRW: Ein Viertel der Wärmeversorgung in NRW kann aus klimaneutraler Fernwärme gedeckt werden

Minister Pinkwart: Fernwärme bietet gute Voraussetzungen, um Transformation hin zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2045 zu schaffen

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Düsseldorf. Das Heizen von Gebäuden und die Erzeugung von Prozesswärme in der Industrie machen mehr als die Hälfte des Endenergieverbrauchs aus. Die Landesregierung treibt deshalb die Versorgung von Gebäuden und Industrieanlagen mit klimafreundlicher Fernwärme voran, um ihre ehrgeizigen Ziele beim Klimaschutz zu erreichen. Das große Potenzial für klimaneutral erzeugte Fernwärme in Nordrhein-Westfalen zeigt nun eine Studie, die Wirtschafts- und Energieminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart heute in Duisburg vorgestellt hat. Demnach kann 2050 jede vierte Kilowattstunde Heizenergie aus Fernwärme stammen. Derzeit ist es etwa jede zehnte Kilowattstunde.

Die Studie hatte das Wirtschafts- und Energieministerium beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) in Auftrag gegeben.

Minister Pinkwart: „Eine klimafreundliche und sichere Versorgung mit Wärme ist ein zentraler Baustein für die Erreichung unserer ambitionierten Klimaschutzziele. Die Potenzialstudie zeigt, dass die vorhandene Infrastruktur für Fernwärme in Nordrhein-Westfalen gute Voraussetzungen bietet, um die Transformation hin zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2045 zu schaffen. Jetzt gilt es, Fernwärme aus Erneuerbaren Energien zu stärken und Wärmenetze weiter auszubauen. Dann können wir die über 5,5 Millionen Gebäude und die Industrie in unserem Land auch in Zukunft zuverlässig und klimagerecht mit Heizenergie versorgen.“

Um das nachhaltige Potenzial der Fernwärme optimal zu nutzen, muss der Anteil der Erneuerbaren Energien an den gegenwärtig noch mehrheitlich mit fossiler Energie betriebenen Wärmenetzen erheblich gesteigert werden. Besonders industrielle Abwärme sollte laut der Studie dafür deutlich stärker als bislang genutzt werden. Aber auch Solarthermie, Biomasse, Klärgas, Abfall, warmes Grubenwasser, Wärmepumpen und Wasserstoff sind als Wärmequelle geeignet. Für die Versorgung über Wärmenetze kommen vor allem dicht besiedelte Regionen wie das Ruhrgebiet oder das Rheinland infrage, da dort das Platzangebot für individuelle Heizlösungen wie beispielsweise oberflächennahe Geothermie stark begrenzt ist.

Auch die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) genannte gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme wird in Zukunft eine bedeutende Rolle für die Wärmeversorgung in Nordrhein-Westfalen spielen. Von einem in der Studie angenommenen jährlichen Wärmeenergiebedarf von 136 Terawattstunden im Jahr 2050 wird fast ein Fünftel aus KWK-Anlagen benötigt. Dabei sollte die Heizenergie vor allem aus Wasserstoff und Biomasse statt von fossilen Energieträgern stammen.

Die Potenzialstudie können Sie hier herunterladen:

https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuvpubl/3_fachberichte/30116.pdf

Im Rahmen der Studie wurden zudem wichtige Datengrundlagen für kommunale Wärme- und Energieplanungen vor Ort erhoben, die das LANUV im Wärmekataster des Energieatlas NRW veröffentlicht: https://www.energieatlas.nrw.de/site/planungskarte_waerme

Pressekontakt MWIDE: Matthias.Kietzmann@mwide.nrw.de, 0211/61772-204 Pressekontakt LANUV: Wilhelm.Deitermann@lanuv.nrw.de, 02361/305-1337

Downloads:

Pressemitteilung des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie NRW

 

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