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Das Treibhausgas-Emissionsinventar NRW

Nordrhein-Westfalen unterhält ein Treibhausgas-Emissionsinventar, das sich an den Vorgaben des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC 2006) orientiert. Die Treibhausgase (THG) Kohlenstoffdioxid, Methan, Lachgas sowie HFC, PFC und SF6 und NF3 werden darin nach den IPCC-Sektoren Energie, Industrieprozesse, Landwirtschaft, Abfall und Sonstige detailliert dokumentiert.

Treibhausgasemissionen NRW im Jahr 2015

2015 wurden in Nordrhein-Westfalen insgesamt 285,4 Mio. t CO2-Äquivalente emittiert.
Dies bedeutet eine Minderung von 2,9 % zum Vorjahr und von 22,4% zum Bezugsjahr 1990.

Abbildung 1: Verteilung der Gesamtemissionen in NRW in 2015 (insgesamt 285,4 Mio. t CO2eq)

52,9% der THG-Emissionen entstehen im Sektor Energiewirtschaft (Abbildung 1). Weitere bedeutende Emissionssektoren sind die Emissionen der Industrie (19,2%), der Verkehr (11,7%) sowie Haushalte und Kleinverbraucher (10,5%). Die Bereiche Landwirtschaft und Abfall verursachen 2,7% bzw. 0,2% der nordrhein-westfälischen Treibhausgas-Emissionen. Flüchtige Emissionen aus Brennstoffen, z. B. aus Steinkohlezechen und der Öl- und Gaswirtschaft, machen etwa 1,6% der Emissionen aus. Durch Produktanwendungen wie beispielsweise PKW-Klimaanlagen und Gebäudekälte entsteht ebenfalls etwa 1,3% der THG-Emissionen.

Abbildungen 2/3: Zeitreihe der THG-Emissionen in NRW für die Sektoren

Die Zeitreihe (siehe Tabelle 1 und Abbildungen 2/3) zeigt folgende Entwicklung:

Zwischen 1990 und 2005 ist eine erhebliche Minderung der THG-Emissionen um ca. 40 Mio. t CO2eq  zu verzeichnen, die im Wesentlichen in den Sektoren Industrie (technische Maßnahmen/Strukturwandel), Flüchtige Emissionen aus Brennstoffen (Grubengas aus Steinkohlezechen) und Abfall (Reduzierung/Erfassung von Deponiegas) stattfinden. Zwischen 2005 und 2008 bleiben die Emissionen auf einem Niveau in der Größenordnung von 330 Mio. t CO2eq. In 2009 zeigt sich ein deutlicher, durch die Wirtschaftskrise verursachter Rückgang der Emissionen. Die folgenden Jahre bis 2013 bringen einen Anstieg auf Grund der konjunkturellen Erholung. Im Jahre 2014 folgt eine deutliche Reduzierung, die zu einem großen Teil auf die milde Witterung zurückzuführen ist. Es ist aber in NRW auch eine Reduzierung der Emissionen im Sektor Energiewirtschaft festzustellen, deren Ursache in einer insgesamt geringeren Auslastung der Kraftwerke und der Stilllegung einzelner Kraftwerksblöcke liegt.

Im Jahr 2015 setzt sich diese Tendenz fort. Trotz kälterer Witterung nehmen die Emissionen der Energiewirtschaft in NRW um ca. 6% ab. Dadurch sinken die Emissionen insgesamt auf 285,4 Mio. t CO2eq  und erreichen damit den bisher niedrigsten Stand, noch unter dem des Jahres der Wirtschaftskrise 2009. Die THG-Minderung gegenüber 1990 liegt 2015 bei 22,4 %.

Ausblick 2016

Aus den bisher vorliegenden Daten ergibt sich folgendes Bild für die Entwicklung in 2016:

Im Jahr 2016 setzt sich die Emissionsreduktion im Bereich der Energiewirtschaft nicht im Maße der Vorjahre fort, da weniger Kraftwerksblöcke abgeschaltet werden und auch neue Gaskraftwerke in Betrieb gehen. Die Minderung gegenüber 2015 liegt in diesem Sektor bei knapp 1 Mio. t CO2eq bzw. 0,7 %.

Weiterhin sind für das Jahr 2016 folgende Tendenzen erkennbar (siehe Tabelle 1):

  • Im Sektor Haushalte und Kleinverbraucher ist eine witterungsbedingte Zunahme der Emissionen um 1 - 2 % zu erwarten.
  • Entsprechend der vom UBA für Deutschland erwarteten Tendenz werden sich auch in NRW die Emissionen aus dem Verkehr voraussichtlich um gut 3 % erhöhen.
  • Die Emissionen im Sektor Industrie werden in etwa gleich bleiben, möglicherweise ebenfalls geringfügig ansteigen.
  • In den Sektoren Flüchtige Emissionen aus Brennstoffen, Produktanwendungen/ Sonstige, Landwirtschaft und Abfall sind keine gravierenden Änderungen zu erwarten.

Insgesamt ergeben sich daraus für NRW vorläufige Emissionen für 2016 von 286,4 Mio. t CO2eq, eine Erhöhung um 1 Mio. t CO2eq.

Tabelle 1: Zeitreihe der Treibhausgasemissionen in NRW nach Sektoren (Quellen: WI 2005 und LANUV NRW 2017)

 

1990

1995

2000

2005

2006

2007

2008

2009

 

Mio. t CO2-Äquivalente

Energiewirtschaft

159,4

164,8

159,2

174,4

179,4

185,6

176,2

157,6

Industrie

94,3

80,1

70,8

62,6

63,4

62,3

60,2

47,4

Verkehr

36,2

38,3

39,8

36,4

35,5

34,2

34,1

33,6

Haushalte / Kleinverbrauch

37,3

43,6

40,9

35,7

37,8

29,7

37,5

34,8

Fl. Emissionen aus Brennstoffen

23,4

17,6

14,1

7,1

6,4

6,2

6,1

4,5

Produktanwendungen/Sonstige

3,5

4,3

3,6

3,6

3,7

3,6

3,6

3,6

Landwirtschaft

8,6

7,9

7,7

7,1

6,8

6,9

7,1

7,2

Abfall

5,2

3,7

2,4

1,8

1,5

1,2

1,1

1,0

Gesamtemissionen

367,9

360,3

338,5

328,7

334,7

329,7

325,9

289,7

 

 

 

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016 vorl.

 

 

Mio. t CO2-Äquivalente

Energiewirtschaft

167,2

166,6

168,9

170,3

160,9

150,9

150,0

 

Industrie

56,9

55,2

53,5

54,6

54,5

54,7

55,2

 

Verkehr

32,6

33,2

32,8

33,1

33,4

33,4

34,5

 

Haushalte / Kleinverbrauch

33,4

28,6

28,9

32,0

29,2

29,9

30,4

 

Fl. Emissionen aus Brennstoffen

4,3

4,1

4,8

5,0

4,1

4,5

4,4

 

Produktanwendungen/Sonstige

3,6

3,7

3,7

3,7

3,7

3,8

3,8

 

Landwirtschaft

7,0

7,3

7,2

7,4

7,5

7,6

7,6

 

Abfall

0,9

0,9

0,8

0,7

0,7

0,6

0,6

 

Gesamtemissionen

306,1

299,7

300,7

306,7

293,9

285,4

286,4