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Folgen des Klimawandels in Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen sind Auswirkungen des Klimawandels bereits zu beobachten. Beispielsweise hat sich die Vegetationsperiode (Zeitpunkt vom Blühbeginn der Salweide bis zur Blattverfärbung bei der Stieleiche) von 1951 bis 2012 um etwa 15 Tage verlängert (Abb. 1). Weitere Veränderungen ausgewählter Indikatoren sind im Klimafolgenmonitoring zusammengestellt.


Abb. 1: Länge der Vegetationszeit (Blühbeginn der Salweide bis Blattfall Stieleiche) in NRW
für den Zeitraum 1951 – 2015. Datengrundlage DWD

Abb. 2: Der Bienenfresser, ein Klima-Gewinner. Foto: J. Weiss
Bild eines Bienenfressers
Abb. 3: Die Kleine Moosjungfer gehört zu den Klima-Verlierern, ihr Bestände nehmen ab. Foto: M. Woike
Bild Kleine Moosjungfer

Am leichtesten lassen sich die Folgen des Klimawandels anhand der Verbreitung von Tier- und Pflanzenarten oder phänologischer Eintrittszeitpunkte aufzeigen. So gibt es für die Ausbreitung wärmeliebender Arten (v. a. mediterranen und submediterranen Arten) in NRW in den letzten drei Jahrzehnten zahlreiche Beispiele bei Vögeln, Libellen, Heuschrecken und Spinnen. Beispielsweise hat der kälteempfindliche Grünspecht in den letzten Jahren in NRW stark zugenommen und der Bienenfresser (Abb. 2), der bis vor kurzem nur im Mittelmeerraum vorkam, brütet seit den 1990ern als extrem seltener Brutvogel erfolgreich in der Kölner Bucht. Zum anderen ist festzustellen, dass kälteliebende Arten in kühlere Regionen abwandern.

Abb. 4:  Die Robinie schafft es zunehmend in NRW sich über Samen zu verbreiten. Foto: C. Seidenstücker
Bild einer Robinie

Wärme liebende, gebietsfremde Arten (Neobiota) können sich zum Teil erst durch die Temperaturerhöhung etablieren, expandieren und so die einheimischen Lebensgemeinschaften nachhaltig verändern. So kann beispielsweise bei der Robinie (Abb. 4) beobachtet werden, dass diese sich in NRW zunehmend generativ vermehren kann. Bis vor einigen Jahren kam sie aufgrund der für sie zu kurzen Vegetationsperiode nicht zur Samenreife. Eine Ausbreitung erfolgte allein vegetativ über Ausläufer.