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Stadtklima

Nordrhein-Westfalen ist das bevölkerungsreichste und am dichtesten besiedelte Bundesland Deutschlands. Mehr als 8 Millionen Menschen leben in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern, die Metropolregion Ruhr weist dabei die höchste Siedlungsdichte auf (Abbildung 1).

Städte und Ballungsgebiete bilden ihr eigenes Mikroklima aus. Der wohl bekannteste Stadtklimaeffekt ist die Ausbildung einer städtischen Wärmeinsel. Die städtische Wärmeinsel beschreibt den Temperaturunterschied zwischen der (überwärmten) Innenstadt und dem (kühleren) Umland. Die größten Temperaturgegensätze zwischen Stadt und Umland sind nachts bei austauscharmen Hochdruckwetterlagen zu erwarten, die durch wolkenarme und windschwache Bedingungen charakterisiert werden. Hohe Einstrahlung am Tag und stark negative nächtliche Strahlungsbilanzen bei geringen Luftbewegungen führen zur Ausbildung einer städtischen Wärmeinsel. Negativ für die Bevölkerung wirkt sich der Wärmeinseleffekt daher auch insbesondere im Sommer aus. Für drei Beispielstädte in NRW ist die sommerliche Wärmeinselintensität für den Sommer daher auch als Indikator im Klimafolgenmonitoring NRW dargestellt.

Ursachen der Wärmeinselbildung sind in erster Linie die hohe Versiegelung und die dichte Bebauung in der Stadt, wobei städtische Baumaterialien eine hohen Wärmespeicherung und -abgabe aufweisen. Ausgleichende Grün- und Wasserflächen, die über Verdunstung (Kühlleistung des Bodens und der Pflanzen) und/oder Verschattung zu einer Reduzierung der Wärme führen könnten, sind in den Städten nur mit einem geringen Anteil vertreten. Hitzebelastung ist daher in Nordhrein-Westfalen bereits heute ein Problem und wird sich durch den Klimawandel vermutlich noch verstärken. So sind nach der Klimaanalyse in NRW bereits fünf Millionen Menschen von einer ungünstigen thermischen Situation betroffen - diese Zahl könnte sich bis zur Mitte des Jahrhunderts auf 6,6 Millionen erhöhen.

Auch Starkregenereignisse können sich in Städten und Ballungsgebieten aufgrund der hohen Besiedelungs- und Infrastrukturdichte besonders negativ auswirken. Lokal konzentriert auftretende Regenfälle können zu einer Überlastung des Entwässerungssystems und durch den hohen Anteil versiegelter Flächen zu Überschwämmungen und damit verbundenen Gebäude-, Infrastruktur- und wirtschaftlichen Schäden führen. in NRW aufgetretene Ereignisse in den letzten Jahren haben die möglichen Auswirkungen von Starkregenereignissen gezeigt.

Im Hinblick auf die zu erwartenden Klimaänderungen ist es daher erforderlich, gerade auch für Metropolen und Ballungsräume, neben Maßnahmen zum Klimaschutz verstärkt Strategien zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu entwickeln. Nur so kann die Verwundbarkeit der Städte minimiert und die Lebensqualität der Menschen auch in Zukunft gesichert werden.

Einen Maßnahmenkatalog zur Verringerung der Hitzebelastung und dem Umgang mit Niederschlagsextremen liefert beispielsweise das Handbuch Stadtklima.