Bevölkerungsdaten

Karte  (i)

Die Bevölkerungsentwicklung wird anhand der Parameter Einwohneranzahl, Einwohnerdichte, Anteil der über 65-jährigen Bevölkerung und Anteil der unter 3-jährigen Bevölkerung beschrieben. Dabei werden die Daten des Jahres 2011 mit den Prognosen für 2030 verglichen. Während sich die Einwohneranzahl und –dichte zukünftig nur geringfügig ändern werden, ist eine deutliche Veränderung der Altersstruktur mit einer starken Zunahme des über 65-jährigen Bevölkerungsanteils zu erwarten.

Grundlagen

Eine Prognose der Bevölkerungsentwicklung bezüglich der Einwohnerzahl und –struktur wird mittels einer Bevölkerungsvorausberechnung erstellt. Für diese Vorausberechnungen sind eine Reihe von Annahmen hinsichtlich der Sterbefälle, Geburten- und Wanderungszahlen, basierend auf den demographischen Entwicklungen der letzten Jahre, notwendig.

Datenbasis und Kartenerstellung

Die Bevölkerungsvorausberechnung für Nordrhein-Westfalen wurde vom Geschäftsbereich Statistik des Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) durchgeführt. Die Bevölkerungsvorausberechnung geht von einem empirischen Basisbestand aus, hier wurde die Bevölkerungsstatistik zum Stichtag des 01.01.2011 verwendet. Darauf basierend wurde die zukünftige Bevölkerung mit Hilfe der Komponentenfortschreibungsmethode bis zum Jahr 2030 vorausgeschätzt (Cicholas & Ströker 2012). Die Daten für das Jahr 2011 lagen dabei auf Gemeindebasis vor, die Vorausberechnungen erfolgten für die kreisfreien Städte und Kreise in Nordrhein-Westfalen.

Kartenbeschreibung

In Abbildung 1 oben ist die Einwohneranzahl der Kreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen im Vergleich der Jahre 2011 und 2030 dargestellt. Köln ist die einzige Stadt, die eine Einwohneranzahl von über einer Million aufweist. Im Prognosezeitraum bis 2030 treten nur leichte Veränderungen der Einwohneranzahl auf. In den meisten Kreisen und kreisfreien Städten kommt es zu einer leichten Abnahme der Bevölkerung, nur in wenigen Städten, beispielsweise in Münster, Bonn und Köln, nimmt die Einwohneranzahl leicht zu.

Aus der geringen Veränderung der Bevölkerungszahlen ergeben sich auch nur geringe Änderungen in der Bevölkerungsdichte (Abb. 1 Mitte oben). Zu beiden Zeitpunkten (2011 und 2030) sind die höchsten Einwohnerdichten von über 2500 Einwohnern pro Quadratkilometer in den Städten der Rhein-Ruhr-Region zu finden. Demgegenüber treten die geringsten Dichten im ländlichen Raum vor allem im Osten Nordrhein-Westfalens auf. Die Altersstruktur der Bevölkerung ändert sich jedoch. So nimmt bereits in dem betrachteten 20-jährigen Zeitraum der Anteil der Bevölkerung über 65 Jahren deutlich zu (Abb. 1 Mitte unten) sowie der Anteil der Bevölkerung unter 3 Jahren ab (Abb. 1 unten).

Fazit

Die Prognose der Bevölkerungsentwicklung bis 2030 zeigt, dass sich in den absoluten Bevölkerungszahlen nur wenig verändern wird, der Anteil der Hitze anfälligen Bevölkerung (Ältere) aber tendeziell zunimmt. Aufgrund der zur Prognoseberechnung gemachten Annahmen über die zukünftige Entwicklung der demographischen Parameter sollten die Ergebnisse jedoch nur vorsichtig interpretiert werden.

Literatur

Landesdatenbank NRW (Hrsg.) (2014): Gemeindemodellrechnung 2011 bis 2030. https://www.landesdatenbank.nrw.de/link/statistikTabellen/12422 (25.08.2014)

Cicholas, U. & Ströker, K. (2012): Vorausberechnung der Bevölkerung in den kreisfreien Städten und Kreisen Nordrhein-Westfalens 2011 bis 2030/2050. Düsseldorf. (= Statistische Analysen und Studien, Band 72).

Bioklima: Wärmebelastung und Kältereiz

Karte  (i)

Grundlagen

Unter dem Begriff Bioklima werden alle atmosphärischen Einflüsse auf Lebewesen zusammengefasst. Hier wird im nachfolgenden speziell auf den Mensch eingegangen. Das Bioklima umfasst drei Wirkungskomplexe: den atkinischen Wirkungskomplex, der die Einwirkung der Strahlung beschreibt, den thermischen Wirkungskomplex, der die Einwirkung von meteorologischen Parametern, wie Temperatur, Wind und Feuchte beschreibt sowie den lufthygienischen Wirkungskomplex, der die Wirkung von Gasen und Luftbeimengungen beschreibt (DWD 2019a). Alle Wirkungskomplexe umfassen Wirkmechanismen, die sich einerseits positiv oder anregend, andererseits negativ auf das menschliche Befinden und die menschliche Gesundheit auswirken können.

Datenbasis und Kartenerstellung

Die Bioklimakarte wurde auf Basis langjähriger Messdaten vom Deutschen Wetterdienst (DWD) berechnet. Der DWD unterhält ein umfangreiches und langjähriges Stationsnetz, das mit unterschiedlichster Messtechnik und Sensorik beispielsweise Daten zu Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer erhebt. Der DWD interpoliert die Stationsdaten unter Berücksichtigung der Geländetopographie auf ein Raster von 1 km × 1 km, sodass sich Flächenkarten für NRW ergeben.

Die Bioklimakarte fokussiert sich auf den thermischen Wirkungskomplex und stellt die Auftrittshäufigkeit von Wärmbelastungen und Kältereizen im langjährigen Mittel dar. Wärmebelastung und Kältereiz werden dabei über die Gefühlte Temperatur bestimmt. Dabei gibt es keinen festgesetzten Grenzwert, bei dessen Über- bzw. Unterschreitung Wärme- oder Kältebelastungen auftreten, sondern auch die Werte der vorangegangenen Tage, also ob eine Anpassung an die Witterungsverhältnisse stattgefunden hat, wird berücksichtigt.

Die Bioklimakarte stellt eine Zusammenschau des Kälte- und Wärmereiz in einem Gebiet dar, der sich aus der Auftrittshäufigkeit der einzelnen Belastungen nach folgendem Schema ergibt:

Tabelle 1 und 2 stellen die Häufigkeitsklassen und –kategorien zur Einteilung der Bioklimakarte getrennt nach Wärmebelastung und Kältereiz dar. Das räumliche Auftreten von Wärmebelastung und Kältereiz wird ebenfalls als Karten in der Kartenanwendung veranschaulicht. Sie bilden die Grundlage für die Bioklimakarte.

Tabelle 1: Zuordnung und Gegenüberstellung der Klassengrenzen zu den Wärmebelastungs-Kategorien bzw. –Häufigkeitsklassen

Kategorie

Häufigkeitsklasse

Tage mit Wärmebelastung

1

sehr selten

< 2

2

selten

2 - 6

3

gelegentlich

7 - 11

4

vermehrt

12 - 15

5

häufig

16 - 19

6

sehr häufig

> 19

Tabelle 2: Zuordnung und Gegenüberstellung der Klassengrenzen zu den Kältereiz-Kategorien bzw. –Häufigkeitsklassen

Kategorie

Häufigkeitsklasse

Tage mit Kältereiz

1

selten

< 15

2

gelegentlich

16 - 22

3

vermehrt

23 - 30

4

häufig

31 - 40

5

sehr häufig

41 - 55

6

überwiegend

> 55

 

Kartenbeschreibung

Die Karten zeigen für den Referenzzeitraum 1981-2010 die im langjährigen Mittel zu erwartende Häufigkeit von Wärmebelastung im Sommerhalbjahr und Kältereizen im Winterhalbjahr (Abb. 3) - trotz angepasster Bekleidung als Einzelwerte und in der Zusammenschau der Bioklimakarte (Abb. 2). Wärmebelastung tritt hauptsächlich bei sommerlichem, gering bewölktem Hochdruckwetter mit hohen Lufttemperaturen, hoher Feuchte und geringer Luftbewegung auf. Kältereize sind bei kaltem, windigem Wetter mit starker Bewölkung zu erwarten (DWD 2019b). Insgesamt ähnelt die Verteilung der bioklimatischen Belastungsstufen stark der Lufttemperaturverteilung mit häufigen Kältereizen in den Mittelgebirgen und einer Wärmebelastung, die vor allem in den Bereichen entlang des Rheins auftritt.

Literatur

DWD – Deutscher Wetterdienst (Hrsg.) (2019a): Bioklima. https://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/ku_beratung/gesundheit/bioklima/bioklima_node.html (02.01.2019)

DWD – Deutscher Wetterdienst (Hrsg.) (2019b): Bioklima. https://www.dwd.de/DE/leistungen/bioklimakarte/bioklimakarte.html;jsessionid=CAB77F27F35D8AB6E5DAD1DEE979C9C2.live21064?nn=18368 (02.01.2019)