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Projekte

Im Folgenden wird eine Übersicht ausgewählter Projekte gezeigt, die im Rahmen des Innovationsfonds im Handlungsfeld Biologische Vielfalt gefördert wurden. Des weiteren sind die Ergebnisse der Projekte in der Broschüre Natur im Wandel zusammengefasst.

Auswirkungen von Klimaänderungen auf die biologische Vielfalt

Im Rahmen einer Pilotstudie wurde für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten (z. B. Säugetiere, Brutvögel, Libellen, Tagfalter) sowie für alle FFH-Lebensraumtypen ermittelt, wie sich der Klimawandel voraussichtlich auswirken wird und welche Arten/Lebensräume vermutlich zu den „Klimagewinnern“ bzw. „Klimaverlierern“ gehören. Als Klimagewinner wurden demnach 22 Prozent der Tierarten, 20 Prozent der Pflanzenarten sowie 41 Prozent der Lebensräume eingestuft. Doch stellte sich auch heraus, dass etwa 26 Prozent der untersuchten Tierarten, zwölf Prozent der Pflanzenarten und 38 Prozent der Lebensräume negativ auf die Klimaerwärmung reagieren bzw. reagieren werden. Klimaverlierer sind vor allem Kälte liebende Arten, die keine Möglichkeiten haben, in kühlere Regionen auszuweichen. Ebenso können bestimmte Arten der Feuchtlebensräume wie Amphibien oder Fische vom Klimawandel negativ beeinflusst werden. Im Anschluss an diese Empfindlichkeitsanalyse wurde geprüft, für welche Arten grundsätzlich ein verbesserter Biotopverbund sowie die Optimierung der Lebensräume als Anpassungsstrategie plausibel erscheinen. Abschließend wurden für ausgewählte Arten konkrete Anpassungsstrategien erarbeitet – wie die Schaffung eines landesweiten Biotopverbunds, in dem vom Klimawandel bedrohte Arten geschützt werden und überleben können, sowie gezielte Maßnahmen zur Stabilisierung gefährdeter Lebensräume.

 

Artenvielfalt im Check: Ein Monitoringsystem für klimasensitive Arten

Früher einsetzender Frühling, mildere Winter und heißere Sommer: prognostizierte Klimaveränderungen wie diese werden Auswirkungen auf die Zusammensetzung von Lebensgemeinschaften unterschiedlichster Lebensräume haben. In einem Biodiversitätsmonitoring konnte für die Normallandschaft in Nordrhein-Westfalen bereits durch Zeitreihen-Auswertungen gezeigt werden, wie sich ausgewählte Wärme und Kälte liebende Brutvögel in ihrer Häufigkeit verändern. Es liegen darüber hinaus Hinweise vor, dass - vermutlich ebenfalls verursacht durch die Klimaerwärmung - zunehmend Tierarten in Nordrhein-Westfalen einwandern. Kälte liebende Arten werden es dagegen in Zukunft in NRW durch die Klimaerwärmung möglicherweise schwerer haben, ihre Bestände zu sichern. Um diese Entwicklungen zu dokumentieren, führt das Land Nordrhein-Westfalen ein systematisches, kontinuierliches Monitoring durch, mit dem die Bestandsentwicklungen klimasensitiver Tierarten der Gruppen Brutvögel - und seit 2011 auch Libellen und Heuschrecken - erfasst werden. Das Ziel ist es Lebensräume mit ihrem typischen Arteninventar zu kartieren und Veränderungen aufzuzeigen.

Biodiversitätsmonitoring